Forscher decken Berechnungsfehler auf

Extrem brisante Corona-Studie: Infizierte könnten viel früher ansteckend sein - RKI prüft Ergebnis „gründlich“

Corona-Infizierte könnten schon früher ansteckend sein als bisher angenommen. (Symbolbild)
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Corona-Infizierte könnten schon früher ansteckend sein als bisher angenommen. (Symbolbild)

Das Coronavirus könnte noch früher ansteckend sein als bisher angenommen. Schweizer Forscher wollen neue Erkenntnisse über die unbemerkte Ansteckung gewonnen haben.

  • Die Erforschung des Coronavirus* läuft weltweit auf Hochtouren.
  • Forscher der Universität Zürich haben in einer neuen Studie Erkenntnisse zum Ansteckungszeitraum bevor sich Symptome zeigen veröffentlicht.
  • Dieser könnte deutlich größer sein als bisher angenommen.

Zürich - Das Coronavirus* beschäftigt Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Als besonders tückisch, und förderlich für eine schnelle Verbreitung, gilt die Tatsche, dass mit dem Virus Infizierte schon andere Menschen anstecken können, bevor sich Symptome zeigen. Bisher wurde angenommen, dass das Virus 48 Stunden vor dem Eintreten erster Symptome übertragbar ist. Diese Erkenntnis, die eine Studie der University of Honkong offenbart hatte, galt auch als Grundlage für die Definition von Kontaktpersonen durch das Robert Koch-Institut (RKI).

Coronavirus: Schon früher ansteckend als angenommen? Schweizer Forscher decken Berechnungsfehler auf

Eine neue Studie der Eidgenössischen Technischen Universität (ETH) Zürich hat hingegen gezeigt, dass die präsymptomatische Ansteckung bereits viel früher stattfindet. Schon fünf bis sechs Tage vor Ausbruch der Krankheit sollen Menschen infektiös sein. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, erklärte der beteiligte Forscher Peter Ashcroft gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung: „Will man 90 Prozent der präsymptomatischen Ansteckungen abfangen, müsste man die Kontakte bis zu vier Tage zurückverfolgen.“ Nach der Veröffentlichung der Schweizer Studie haben die Wissenschaftler aus Hongkong ihre Publikation überarbeitet. Ein Berechnungsfehler, den die Schweizer Forscher erkannten, soll vorgelegen haben.

Derzeit wird in Deutschland für die Kontaktverfolgung nur ein Zeitrahmen der letzten 48 Stunden nach der Durchführung eines positiven Tests berücksichtigt. Das RKI will die korrigierte Corona-Studie aus China zum zeitlichen Verlauf der Ansteckungsgefahr „gründlich überprüfen“. Das teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur mit. Der Zeitrahmen der Infektiösität spielt bei der Kontaktverfolgung eine Rolle: Wie weit zurück sollten die Kontakte eines nachweislich Infizierten überprüft werden, wer muss eventuell in Quarantäne?

Kontaktverfolgung bei Coronavirusinfektion: Muss RKI Strategie überarbeiten?

Gegenüber dem BR erklärte das RKI, dass derartige Studien nach Einschätzungen aus der Praxis mit einer gewissen Vorsicht in Entscheidungen einzubeziehen seien. „Zum Beispiel ist nur sehr selten beschrieben, was genau als ‚Symptombeginn‘ definiert ist. Aus dem Webasto-Cluster wissen wir, dass dieser sehr schleichend sein kann und ein oder mehrere Tage an leichter Symptomatik einer ‚typischeren‘ vorausgehen kann. Dies kann aber dazu führen, dass in einer gegebenen Studie systematisch (oder gar unsystematisch) der Tag des Symptombeginns zu spät verortet wird, und dadurch auch der präsymptomatisch-infektiöse Anteil überschätzt wird“, so das Institut.

Video: Neue Studie - Corona-Infektionsrisiko im Flugzeug gering

Die Erforschung des Coronavirus läuft auf Hochtouren. Hat eine neue Studie den Grund für den Tod an Covid-19 und einen neuen Therapie-Ansatz ausgemacht? Die Hoffnung, dass das Coronavirus zum Vorteil des Menschen mutiert, besteht weiterhin. Jetzt gibt es laut einem Virologen Anzeichen, dass genau das bereits eingetreten sei.

Mit den testpflichtigen Reiserückkehrern aus Risikogebieten müssen mehr Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Die Labore haben damit zu kämpfen. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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