Do-it-Yourself-Mischung

Coronavirus: Desinfektionsmittel selber machen - mit diesem WHO-Rezept

Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus ist derzeit schwer zu bekommen. Doch die WHO hat ein Rezept herausgegeben, mit dem man es selber machen kann.

  • In Zeiten des Coronavirus ist das Desinfektionsmittel in Drogerien und Supermärkten häufig ausverkauft. 
  • Die WHO (Genf) hat ein Rezept, mit dem Menschen das Desinfektionsmittel selber machen können. 
  • Doch ist das Desinfizieren immer sinnvoll und welche weiteren Tipps gibt es? 

Dortmund/Genf - Täglich steigen die Zahlen der Neuinfektionen am Coronavirus in Deutschland und Europa. Das hat auch Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen, wie RUHR24.de* berichtet.

Coronavirus: Statt Desinfektionsmittel kaufen - WHO (Genf) veröffentlicht Rezept zum Selbermachen

Desinfektionsmittel, eine Möglichkeit sich vor Viren und Bakterien zu schützen, sind in Supermärkten und Drogerien ausverkauft. Doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Sitz in Genf hat ein Rezept parat, wie man es selbst herstellen kann. 

Supermärkte und Drogerien haben in den vergangenen Tagen und Wochen mit Hamsterkäufen zu tun gehabt. Bei der Netzgemeinde kursierten irre Bilder eines Aldi-Supermarktes, der Desinfektionsmittel im Angebot* hatte. Kunden standen Schlange.

Die Drogerien dm und Rossmann reagieren auf das Coronavirus und das fehlende Desinfektionsmittel* in den leeren Regalen. In den Drogerieketten kam es ebenfalls zu Hamsterkäufen. Beispielsweise in der Innenstadt von Dortmund ist das Mittel gegen Viren und Bakterien aktuell schwierig zu bekommen. 

Desinfektionsmittel in Zeiten des Coronavirus selber machen - WHO gibt Tipps 

Normalerweise schützt uns Menschen das körperliche Immunsystem vor Viren und Bakterien. Im Fall des Coronavirus gibt es jedoch ein Problem: Das Virus ist neu. Der Körper hat noch keine Abwehrstrategie dagegen. Natürlich hilft vorerst Desinfektionsmittel

Aber auch das gründliche Händewaschen ist in den meisten Fällen völlig ausreichend. Das heißt, dass Menschen sich mit fließendem Wasser und viel Seife circa 30 Sekunden lang die Hände ausgiebig und gründlich waschen sollten. 

Coronavirus: Hände waschen oder mit eigenem Desinfektionsmittel desinfizieren?

Trotzdem gibt es Menschen, die nicht auf Desinfektionsmittel verzichten wollen. Zudem entstehen immer wieder Situationen, in der Bahn oder öffentlichen Gebäuden, bei denen das Desinfizieren von Händen ein beruhigendes Gefühl vermittelt. Also was tun, wenn Drogerien und Supermärkte nichts mehr anbieten? 

Coronavirus: Desinfektionsmittel nach Vorgaben der WHO selber machen.

Die WHO mit Sitz in Genf hat ein Rezept für Desinfektionsmittel veröffentlicht. Eigentlich ist es für Weltgegenden gedacht, in denen kein fließendes Wasser und Seife vorhanden ist. Doch gerade jetzt interessieren sich auch Menschen in den Industrienationen, wozu auch Deutschland gehört, dafür. 

Desinfektionsmittel selber machen: Das müssen Menschen beachten

Für circa einen Liter Desinfektionsmittel sind laut WHO folgende Inhaltsstoffe nötig: 

  • 830 Milliliter Ethanol (96 Prozent) oder 750 Milliliter Isopropylalkohol (99,8 Prozent)
  • 42 Milliliter Wasserstoffperoxid (3 Prozent)
  • 15 Milliliter Glycerin (98 Prozent)
  • 110 Milliliter abgekochtes Wasser (für Isopropylalkohol circa 193 Milliliter abgekochtes Wasser) 

Dazu benötigt man einen Messbecher, ein großes Gefäß zum Zusammenfügen der Zutaten und ein passendes Gefäß (Apothekerflaschen) zum Lagern des Desinfektionsmittels. Die Zutaten müssen zusammengefügt und gut gemischt werden. Für den alltäglichen Gebrauch unterwegs eignet sich eine kleine Spülmittelflasche aus Plastik.

Desinfektionsmittel als Schutz vor dem Coronavirus - Gel oder flüssig

Das Glycerin dient zum Schutz der Haut. Denn Ethanol und Alkohol töten nicht nur das Coronavirus, Bakterien und andere Viren ab. Sie greifen auch die Haut an. 

Mit dem Mittel Xanthan kann das Desinfektionsmittel in Gelform hergestellt werden. Die Substanz Xanthan sorgt dafür, dass das Mittel dickflüssiger wird.

Desinfektionsmittel im Gefäß gut mischen: Vorsicht bei Hitze- und Feuerquellen

Die WHO empfiehlt das Desinfektionsmittel entweder draußen oder in einem gut gelüfteten Raum herzustellen. Wichtig ist, dass man sich bei der Herstellung von Hitze- und Feuerquellen fernhält. Zudem empfiehlt die WHO folgende Punkte: 

  • Desinfektionsmittel gut kennzeichnen
  • Stets entfernt von Kindern lagern
  • nur äußerlich anwenden
  • nicht trinken oder bei Wunden oder Schleimhäuten anwenden

Ein Desinfektionsmittel ist in Zeiten des Coronavirus mit Sicherheit sinnvoll. Doch die WHO gibt auch Tipps, welche Punkte sonst noch zu beachten sind.

Coronavirus: Muss es immer gleich Desinfektionsmittel sein?

Das regelmäßige  Wechseln von Handtüchern in den heimischen vier Wänden oder der Verzicht auf den Gebrauch öffentlicher Handtrockner ist generell zu empfehlen. Die WHO (Genf) empfiehlt zudem, Abstand zu erkrankten Personen zu halten. 

Gegenstände und Oberflächen an stark frequentierten Orten in der Öffentlichkeit sind problematisch. Aber auch in den heimischen vier Wänden sind Türklinken, Tische, Stühle und Gegenstände wie Schlüssel oder Kugelschreiber eine ideale Brutstätte für Viren. Und hier hilft nur intensive Hygiene im Haushalt und kein Desinfektionsmittel, um dem Coronavirus den Kampf anzusagen. Alle Infos über Symptome, Verlauf und Behandlung beim Coronavirus

Grundsätzlich reicht laut WHO das Waschen der Hände völlig aus. Doch viele Menschen wünschen sich gerade in Zeiten des Coronavirus in der Öffentlichkeit das Fläschchen Desinfektionsmittel in der Tasche. Das Rezept der WHO dient bei den ganzen Hamsterkäufen in Drogerien und Supermärkten als gute Alternative. 

del

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa / Collage: RUHR24

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Coronavirus: 7.476 Fälle in Norddeutschland - Hamburg behandelt Patienten aus Frankreich/Italien

Die Zahl der Corona-Infizierten in Norddeutschland steigt täglich. Seit dem 22. März herrscht ein bundesweites Kontaktverbot. Ein Ende des Shutdowns ist nicht in Sicht.
Coronavirus: 7.476 Fälle in Norddeutschland - Hamburg behandelt Patienten aus Frankreich/Italien

Coronavirus: Italien verlängert Ausgangsverbote, aber Hoffnung auf ein „Ende der Hölle“

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus geht in Italien langsam zurück. Die Bundeswehr hat erkrankte Italiener nach Hamburg ausgeflogen. 
Coronavirus: Italien verlängert Ausgangsverbote, aber Hoffnung auf ein „Ende der Hölle“

Jüngster Coronavirus-Toter Europas: Teenager litt unter Hauterkrankung - Bulgarien führt Masken-Pflicht ein

Das Coronavirus hat Europa fest im Griff. In Zypern und in Griechenland sind zwei Deutsche gestorben - und nun auch ein 14-jähriger Junge in Portugal.
Jüngster Coronavirus-Toter Europas: Teenager litt unter Hauterkrankung - Bulgarien führt Masken-Pflicht ein

Drosten befürchtet neue Phase der Corona-Epidemie in Deutschland - und erklärt, warum Sterblichkeitsrate jetzt steigt

17 Menschen aus einem Pflegeheim in Wolfsburg sterben nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Nun fürchtet Virologe Drosten eine neue Phase der Epidemie. 
Drosten befürchtet neue Phase der Corona-Epidemie in Deutschland - und erklärt, warum Sterblichkeitsrate jetzt steigt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.