Deutsche Post DHL

Deutsche Post will klimaneutraler werden – Mit Auswirkungen auf die Paketzustellung?

Viele Pakete liegen in einem Paketzentrum von Deutsche Post und DHL.
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Die Paketmengen steigen von Jahr zu Jahr. Um den CO2-Ausstoß beim Transport zu verringern hat die Deutsche Post DHL einen Plan. (Symbolbild)

Täglich liefert die Deutsche Post tausende Pakete. Der Transport ist aber nicht wirklich klimafreundlich. Das will der Konzern jetzt ändern.

Frankfurt – Von Jahr zu Jahr steigen die Paketmengen an und auf den Straßen und Autobahnen sind mehr und mehr Lastwagen voll gepackt mit Sendungen unterwegs. Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren, will die Deutsche Post DHL nun vermehrt auch andere Verkehrswege nutzen. Deutlich mehr Pakete sollen in Zukunft über die Schiene transportiert werden. Für das Unternehmen könnte das zur Herkulesaufgabe werden und zudem Auswirkungen auf die Kunden haben.

Die Strategie, mehr Pakete mit dem Zug zu transportieren klingt erstmal gut. Bisher werden nur zwei Prozent der DHL-Pakete in Deutschland den Großteil ihrer Strecke in Güterzügen befördert, mittelfristig soll dieser Wert auf sechs Prozent und langfristig auf 20 Prozent steigen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Genaue Jahreszahlen wurden nicht genannt. Doch ist das realistisch?

DHL plant Änderungen: Zug statt LKW – Pakete künftig länger unterwegs?

Beim Güterverkehr gibt es zumindest einige Punkte, die für das Verschicken von Paketen problematisch werden könnten. Züge müssen sehr früh gebucht werden und ihr Einsatz ist nicht so flexibel wie der von Lastwagen. „Das hat planerisch sehr deutliche Vorläufe“, sagte auch Post-Vorstand Tobias Meyer gegenüber der dpa. Laut ihm würden sich Güterzüge jedoch vor allem zum Transport am Wochenende eignen, da am Sonntag keine Pakete ausgeliefert werden - der Logistiker hat also von Samstag bis Montagmorgen Zeit bis zur Auslieferung. Zudem wolle die Post auch mit Kunden darüber sprechen, ob sie längere Lieferzeiten für umweltfreundliche Transporte in Kauf nehmen würden, wie „Wirtschaftswoche“ berichtet.

Zwar ist der Transport von Paketen auf der Schiene klimafreundlicher, jedoch auch eine logistische Herausforderung. Die Post arbeitet hierbei ausschließlich mit der Bahntochter DB Cargo zusammen, die die Post-Pakete unter anderem auf den Strecken Hamburg-München, Hamburg-Stuttgart und Berlin-Frankfurt transportiert.

Unternehmen DHL
HauptsitzBonn
Gründung1969
DachorganisationDeutsche Post AG

Deutsche Post DHL: Unternehmen arbeitet mit DB Cargo zusammen – DPD sieht Pläne kritisch

Doch Meyer machte auch deutlich, dass das Angebot besser werden müsse. Zukünftig könnten die Paketzüge auch zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet fahren. Nach Meyers Schätzung ersetzt ein Güterzug mit rund 100.000 Paketen 35 Lastwagen. Die DB-Cargo freut sich natürlich über die Pläne der Post und kündigte an, mit Hochdruck an weiteren Transportlösungen und an der Digitalisierung der gesamten Transportkette zu arbeiten, wie die Chefin von DB Cargo, Sigrid Nikutta, sagte. Konkurrenten von Deutsche Post DHL fuhren damit jedoch in der Vergangenheit nicht sehr gut.

DPD probierte vor etwa zehn Jahren den Paketversand über die Schiene aus, in einem Pilotprojekt gab es unter anderem Züge auf der Strecke Bremen - Nürnberg. Das Projekt wurde eingestellt. Der Versand über Güterzüge sei unflexibel gewesen, sagte ein DPD-Sprecher der dpa. Dennoch ist das Ziel, klimafreundlicher zu werden, löblich. Das sehen auch Experten so. Nicht nur beim Klimaschutz könnte der Konzern dadurch vorankommen, sondern auch die Personalsituation könnte sich etwas entspannen, sagte der Frankfurter Logistikprofessor Kai-Oliver Schocke. Doch auch er wies darauf hin, dass die Güterzüge mitunter sehr lange bräuchten, auch weil sie wegen Personenzügen, die sie vorbeilassen, häufig anhalten müssten.

DHL will klimafreundlicher werden: Experte sieht Probleme

Hinzu kommt, dass das Schienennetz insgesamt in Deutschland verbessert werden müsse, um attraktiver zu werden für die Logistikbranche, so Schocke. Dass die Deutsche Post DHL es bei den vagen Angaben „mittelfristig“ und „langfristig“ für die Erfüllung ihrer Ziele beließe, verdeutliche, dass sie sich nicht sicher seien, ob sie angesichts des schwierigen Unterfangens wirklich schnell vorankämen, sagte der Professor der Frankfurt* University of Applied Sciences. (svw mit dpa) Eine andere Änderung bei Deutsche Post und DHL könnte Auswirkungen auf klassische Postfilialen haben. Eine wichtige Funktion fehlt jedoch.*fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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