Corona-Pandemie

Digitaler Impfpass: Das muss man tun, um ihn zu bekommen

Der digitale Impfpass soll das Leben während und nach der Corona-Pandemie erleichtern. Um ihn zu erhalten, sind wesentliche Schritte nötig. Doch schon hakt es.

Dortmund - Handy vorzeigen und wieder alten Gewohnheiten unbedenklich nachgehen. So in etwa ist der digitale Impfpass gedacht. Er soll das, nicht immer praktische, gelbe Impfheft als Nachweis für eine Corona-Impfung ersetzen können. Seit Donnerstag (10. Juni) ist er offiziell im Einsatz. Doch um den digitalen Impfpass zu aktivieren, muss man einiges beachten. RUHR24* verrät, was genau.

NameCorona, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Corona: Digitaler Impfpass ist da - das steckt dahinter

Das wichtigste vorweg: Der digitale Impfpass ist aktuell kostenlos und komplett freiwillig. Wer nicht immer seinen klassischen gelben Impfpass bei sich tragen möchte, für den soll er sämtliche Freizeitaktivitäten bequemer machen. Er wurde für die EU einheitlich entwickelt und kann daher auch das Reisen erleichtern. Die technischen Voraussetzungen dafür sind ab sofort – theoretisch – einsatzbereit.

Der digitale Nachweis besteht aus zwei Teilen: Da wäre das Impfzertifikat, dass als QR-Code auf Papier ausgedruckt wird und eine Smartphone-App, in die dieses Zertifikat eingescannt und gespeichert wird. Die App steht schon kostenlos in den gängigen App-Stores zur Verfügung. Um sie nutzen können, ist jedoch zwingend der QR-Code nötig. Aber wie gibt es den?

Wie man den digitalen Impfpass bekommt - Corona-Impfung notwendig

Die wesentliche Voraussetzung, um den digitalen Impfpass nutzen zu können, ist die Corona-Impfung. Bei einem Impftermin im Impfzentrum, in einer Arztpraxis oder bei einem Betriebsarzt soll zukünftig ein Impfzertifikat auf Papier ausgestellt werden, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RDN) berichtet.

Auf diesem Dokument befindet sich auch ein QR-Code, in dem die für den Impfnachweis relevanten Daten gespeichert sind: Name, Geburtsdatum, Impfstoff und die Daten der Impfungen (mehr aktuelle Nachrichten zum Coronavirus in NRW* bei RUHR24).

Wer schon vollständig gegen Corona* geimpft ist, kann sich das Zertifikat auch nachträglich ausstellen lassen. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich während einer Pressekonferenz angekündigt hat*, werden die Dokumente allen bereits geimpften Personen, die im Impfzentrum geimpft wurden, noch vor den Sommerferien per Post zugesandt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Details zum digitalen Impfausweis bekannt gegeben.

Digitaler Impfpass ist erst 14 Tage nach zweiter Dosis gültig

Ab Montag (14. Juni) wird das Impfzertifikat auch kostenlos in Apotheken ausgestellt, allerdings nicht überall. Auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de soll aufgelistet werden, welche Apotheken diesen Service konkret anbieten. Zum Nachweis für die Apotheke muss die Impfbescheinigung oder der klassische gelbe Impfpass und ein amtlicher Lichtbildausweis vorgezeigt werden. Gleiches gilt für jene, die sich ihr Dokument nachträglich bei ihrem Arzt holen.

Doch es gibt bereits erste Probleme. Denn wann es in den Arztpraxen und Impfzentren losgeht, ist unklar. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) können dort aktuell noch keine Impfzertifikate ausgestellt werden. „Viele Softwarehersteller befinden sich derzeit noch in der technischen Entwicklung und Erprobung der Verfahren. Auch müssen noch verschiedene Datenschutzaspekte geklärt werden“, so die KVWL. Die Zertifikate sind erst 14 Tage nach der zweiten Impfung gültig. Also dann, wenn der volle Impfschutz erreicht ist.

Aber braucht man zwingend die App zum digitalen Impfpass? Nein. Grundsätzlich ist auch schon der QR-Code funktionsfähig und gültig. Wer kein Smartphone hat oder den Code nicht auf seinem Handy speichern möchte, muss dann nur den ausgedruckten Code, überall dort wo es Erleichterungen schafft, bei sich tragen.

Corona: Digitalen Impfpass nutzen - QR-Code richtig einscannen

Wer den QR-Code einscannen und auch digital nutzen möchte, hat dazu zwei Möglichkeiten. Die erste ist die Nutzung der Corona-Warn-App des Bundes. Die neueste Version 2.3.2 soll die Möglichkeit bieten, ein Impfzertifikat einzuscannen. Gegebenenfalls muss die App dafür auf dem Smartphone aktualisiert werden.

Die zweite Möglichkeit ist die neue „CovPass“-App (hier geht es zum Download). Sie speichert keine Kontaktverfolgungsdaten. Die Anwendung steht ab sofort in den App-Stores zum Download bereit.

Ist die gewünschte App installiert, muss noch der QR-Code eingescannt werden. In der Corona-Warn-App befindet sich die Option „Impfzertifikat hinzufügen“ direkt auf der Startseite unter der Option „Test registrieren“. Wählt man dort „Hinzufügen“, erscheinen weitere Informationen zum Scannen sowie zum Datenschutz. Bei der „CovPass“-App funktioniert das Scannen noch unkomplizierter. Hier gibt es schon beim ersten Öffnen der Anwendung eine detaillierte Anleitung.

So nutzt man den digitalen Corona-Impfpass

Der QR-Code kann auf so vielen Smartphones wie gewünscht gespeichert werden. Außerdem ist es möglich, Zertifikate anderer Personen zu Speichern. Das kann etwa bei Lebenspartnern oder Kindern sinnvoll sein. Die Stiko hat für gesunde Kinder allerdings keine Empfehlung für eine Corona-Impfung ausgesprochen, sondern nur für Vorerkrankte*. Außerdem können die Zertifikate auch jederzeit wieder vom Handy gelöscht werden.

Wenn der QR-Code auf dem Smartphone gespeichert ist, sollte man das Impfzertifikat in Papierform trotzdem weiterhin aufbewahren. Es bleibt gültig und kann immer wieder eingescannt werden. Zum Beispiel, wenn ein Smartphone verloren geht oder man sich ein neues Gerät zulegt. Auch, falls der Akku schwächelt oder bei sonstigen technischen Problemen lässt sich auf das Papierdokument zurückgreifen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christopher Neundorf/dpa

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