Gefülltes Spendenkonto

Donald Trumps Kriegskasse - „100-Millionen-Dollar-Bedrohung für die Demokratie“

Die Spendenbereitschaft für Donald Trump ist weiterhin riesig. Mehr als 100 Millionen Dollar sammelt der frühere US-Präsident ein. Was hat er mit dem Geld vor?

Washington D.C. – Donald Trump* musste vor Monaten das Oval Office im Weißen Haus für seinen demokratischen Nachfolger Joe Biden* räumen. Doch weiterhin hat er viele Fans – von diesen wird der langjährige Unternehmer nicht nur mit Jubel beglückt, sondern auch mit Spenden. Das Geld könnte ihm bei einem möglichen Comeback bei den US-Wahlen 2024* helfen.

Der frühere US-Präsident ist immer noch der mächtigste Republikaner, zumindest in Hinblick auf finanzielle Mittel. Mehr als 100 Millionen Dollar sammelte Donald Trump in der ersten Hälfte des Jahres 2021, wie aus offiziellen Unterlagen hervorgeht. Demnach hat Trump über die wichtigste republikanische Fundraising-Plattform Winred mehr Geld eingesammelt als alle anderen Politiker:innen seiner Partei.

US-Medien sprechen von Donald Trumps „Kriegskasse“

Auf Platz zwei der republikanischen Online-Spendensammler steht US-Senator Tim Scott, der allerdings einen immensen Abstand auf Donald Trump hat. Der Politiker aus South Carolina kommt auf gerade einmal 7,8 Millionen Dollar, die via Winred auf sein Spendenkonto eingingen.

Medien in den USA* bezeichnen Donald Trumps Spendenvermögen als „Kriegskasse“. CNN spricht von „Trumps 100-Millionen-Dollar-Bedrohung für die Demokratie“. Man brauche nicht viel Fantasie, „um sich vorzustellen, was Trump mit seinen Geldern machen wird, die in den kommenden Monaten wahrscheinlich erheblich anwachsen werden. Es vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht weitere ungeheuerliche Lügen über Wahlbetrug verbreitet“, mahnt der TV-Sender an.

Donald Trump Mitte Juli bei der konservativen CPAC-Konferenz in Texas: Seine „Kriegskasse“ ist prall gefüllt.

Donald Trump brauche Millionen, um für die „Wahrheit“ zu kämpfen

Angeblicher Wahlbetrug* – dieses Thema hat Donald Trump tatsächlich zu einem der Hauptthemen seiner Post-Präsidentschaftszeit gemacht. Immer wieder wiederholt er Behauptungen, er habe die US-Wahl gar nicht verloren. Es habe eine Verschwörung der Demokraten gegeben und nur durch unlautere Mittel sei Joe Biden ins Weiße Haus gekommen. Seine Verschwörungserzählungen konnte er nie belegen. Zahlreiche Klagen gegen die Präsidentschaftswahl im November 2020 wurden abgewiesen*, sogar vor dem Obersten Gerichtshof.

Der Kampf gegen die angeblich faule Wahl ist eines seiner ständig wiederholten Argumente, warum man Spenden an sein Team überweisen solle. „Im Namen der Millionen Männer und Frauen, die meine Empörung teilen und wollen, dass ich weiterhin für die Wahrheit kämpfe“, so Donald Trump in einer Erklärung, „bin ich dankbar für Ihre Unterstützung“.

Startet Donald Trump 2024 ein Comeback?

Jedoch sammelt der 75-Jährige nicht nur Gelder für juristische Auseinandersetzungen mit den Wahlbehörden ein, er baut mit den Millionen auch seine politische Macht aus. So unterstütze er in Ohio Mike Carey, einen Trump-freundlichen Kohle-Lobbyisten ohne Erfahrung in der Politik, mit rund 350.000 Dollar aus seinem Spendentopf. Carey setzte sich gegen zehn andere Republikaner durch und tritt nun bei den Midterm-Wahlen 2022 an.

Den Wahlkampf der von ihm unterstützten Politiker:innen nutzt Donald Trump wiederum als Bühne für sich selbst. Bei einer Veranstaltung Ende Juni in Ohio* bezeichnete er die verlorene Präsidentschaftswahl als „Verbrechen des Jahrhunderts“. „Wir haben die Wahl zweimal gewonnen“, sagte Trump mit Blick auf die US-Wahlen 2016 und 2020. „Und es ist möglich, dass wir ein drittes Mal gewinnen müssen.“ (tvd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Andy Jacobsohn/AFP

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