Antiker Mythos

„Eingang zur Unterwelt“ in griechischem Heiligtum: Forscher warnen vor Tod in einer Minute

Schon in der Antike war den Römern der Eingang zu einer Höhle als todbringend bekannt und so setzten sie passenderweise ein Heiligtum des Pluto, dem Gott der Unterwelt an die Stelle.

Hierapolis - Sie ist eine der schönsten und am besten erhaltensten antiken Ruinenstädte der Welt: die antike Stadt Hierapolis zieht seit Jahrzehnten tausende Touristen und Interessierte an. Die Mitten in der Türkei gelegene Stadt kann mit einem eindrucksvollen Amphitheater, genannt Odeon aus der Zeit von Kaiser Hadrian (117-130 n.Chr.), unzähligen Tempelbauten und römischen Bädern aufwarten. Für angehende Archäologen und Altertumsforscher ist eine Studienreise nach Hierapolis ein absolutes Muss, kann man doch hier den enormen Einfluss der römisch-griechischen Expansion auf den nahen Osten der Antike wunderbar erkennen.

Nachdem die ursprünglich griechische Stadt bei einem Erdbeben im Jahre 17 n.Chr. fast vollständig zerstört wurde, entwickelte sich hieraus innerhalb von 150 Jahren eine der bedeutensten Städte der damals bekannten Welt - und ein Drehkreuz der Römer im Osten ihres Weltreichs. Viele kulturelle Gebäude bauten die Römer ihren griechischen Vorgängern einfach nach, doch an einer Stelle gingen sie sogar weiter als ihre Nachbarn.

Forscher untersuchen Tempel mit modernen Mitteln

Denn der Eingang zu einer Höhle im Osten der Stadt war vielen Bewohnern damals bereits suspekt, ja sie hatten regelrecht Angst vor ihm. Der antike Schriftsteller   Strabo schrieb einst über den Höhleneingang (der mehr einem Spalt im Boden ähnelte): “Jedes Tier, das den Eingang passiert, trifft sofort den Tod. Ich warf Spatzen hinein und sie nahmen sofort ihren letzten Atemzug und fielen um.”

Die Römer nahmen diese Erkenntnis zum Anlass an diese Stelle eine Tempelstädte für ihren Gott der Unterwelt, Pluto, zu setzen. So weit so gut, auch die Antike ist voll mit Mythen und Aberglauben. doch wie Forscher nun feststellten, ist an dem Sachverhalt offensichtlich etwas wahres dran: Sie haben mit modernen Messungen festgestellt, dass ein aus dem Spalt austretendes Gas für das abprubte Sterben der Tiere verantwortlich ist: Bis zu 91% Kohlenstoffdioxid führen zu einem sofortigen Tod von kleinen Säugetieren - und auch Menschen sind gut beraten die Tempelstädte des Pluto zu meiden. Denn wie die Forscher weiter berichten, könnte ein durchschnittlicher Mensch innerhalb von einer Minute das Bewusstsein verlieren und bei längerem Aufenthalt in der Tempelstädte sterben. 

mh

Rubriklistenbild: © dap/Anatolian Agency

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