STIKO-Empfehlung steht noch aus

Erstes Vakzin für Kinder: EU-Kommission lässt Biontech-Impfstoff ab zwölf Jahren zu

Eine Krankenschwester präpariert eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
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Die EU-Kommission hat den Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.

Gute Nachrichten für Kinder und Jugendliche. Die EU-Kommission lässt den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Menschen ab zwölf Jahren zu.

Update vom 31. März, 17.45 Uhr: Zukünftig können auch Kinder ab zwölf Jahren in der Europäischen Union mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Die EU-Kommission erteilte am Montag die notwendige Zulassung des Vakzins auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf, wie am Nachmittag bekannt gegeben wurde. Damit folgte die Kommission der Empfehlung der europäischen Arzneimittelagentur EMA, die sich bereits am Freitag für eine Zulassung des Vakzins ausgesprochen hatte. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschlands steht zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch aus.

Biontech/Pfizer: EMA empfielt Impfstoff-Zulassung auch für Kinder ab zwölf Jahren

Update vom 28. März, 16.30 Uhr: Die EMA lässt Biontech-Impfung für Kinder zwischen 12 und 15 Jahren zu. Der Einsatz des Corona-Impfstoffs sei ein wichtiger Baustein im Kampf der Corona-Pandemie, stellt die EMA fest. Der Impfstoff sei dringend nötig. Deswegen sei es wichtig, dass auch genügend Impfstoff zur Verfügung gestellt werde. Dafür will die EMA weitere Voraussetzungen schaffen. Zudem werde der Lagerzeitraum von 30 Tagen in einem Kühlschrank erlaubt. Die Daten aus der Studie (siehe unten) hätten gezeigt, dass Comirnaty von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche sicher und wirksam sei, betont Marco Cavaleri, Leiter Biologische Gesundheitsgefahren und Impfstrategie bei der EMA.

Die Größe der Studie sei nicht groß genug um alle seltenen Nebenwirkungen zu entdecken, die auftreten können, räumt Fergus Sweeney ein.

Die Biontech-Dosis für Kinder ist genauso groß wie für Erwachsene, erklärt Marco Cavaleri auf Nachfrage einer Journalistin. Eine niedrigere Dosis würde in Studie bei Kindern unter zwölf Jahren getestet werden.

Die EMA erwarte, dass auch Moderna in absehbarer Zeit einen Antrag für die Zulassung des Impfstoffs für Kinder und Jugendliche stellen wird.

Update vom 28. März, 15.44 Uhr: Die EMA will um 16.30 Uhr ihre Entscheidung über den Corona-Impfstoff von Biontech bekannt geben.

Update vom 28. Mai, 15.05 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA entscheidet in diesen Stunden darüber, ob sie den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche zulässt. Damit bekommen Kinder ab zwölf Jahren erstmals die Chance auf eine Corona-Impfung in Deutschland. Ab dem 7. Juni fällt die Impfpriorisierung in Deutschland und zeitgleich dürfen sich Jugendliche ab zwölf Jahren dann um einen Impftermin bemühen. Das teilte Kanzlerin Angela Merkel nach dem Impfgipfel am Donnerstag mit.

EMA entscheidet heute über Zulassung von Corona-Impfstoff für Kinder

Erstmeldung vom 28. Mai 2021

Amsterdam - In Deutschland ist der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer* bereits für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Ob das Biontech/Pfizer Vakzin namens Comirnaty auch für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren zugelassen wird, will die EMA an diesem Freitag mitteilen. Das Ergebnis einer außerordentlichen Sitzung des EMA-Ausschusses für Humanmedizin wird bei einer Pressekonferenz am Nachmittag (15.00 Uhr) vorgestellt. Ursprünglich war die Zulassungsentscheidung erst für Juni erwartet worden, die EMA hatte das Verfahren jedoch beschleunigt.

Erster Corona-Impfstoff für Kinder

Sollte das Vakzin Comirnaty für Zwölf- bis 15-Jährige grünes Licht bekommen, wäre es der erste Corona-Impfstoff für Kinder mit EU-Zulassung. Sobald die Genehmigung der EMA erteilt ist, werde die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte ihre Notfall-Zulassung für Comirnaty* bereits am 10. Mai auf Zwölf- bis 15-Jährige ausgeweitet.

Biontech-Impfstoff schützt Kinder ab zwölf Jahren sicher vor Covid-19

Schon im Frühjahr machte der Impfstoffhersteller Biontech Hoffnung auf eine schnelle Impfung bei Kindern. Am 30. April hatte das Unternehmen dann den Zulassungsantrag bei der EMA gestellt. Die Daten aus der Studie waren damals schon vielversprechend. Nun wurden diese Daten im Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlicht.

  • Im Rahmen der Studie erhielten demnach 2.260 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren eine Injektion. 1.131 erhielten den Biontech-Corona-Impfstoff und 1.129 ein Placebo.
  • In der ungeimpften Placebo-Gruppe traten 16 Corona-Fälle auf. Bei den mehr als 1000 geimpften Jugendlichen gab es dagegen keinen Covid-19-Fall.

Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit Biontech

Der Impfstoff ist laut den Wissenschaftler:innen gut verträglich. Nach der Impfung sei es hauptsächlich zu leichten Impfreaktionen gekommen. Nach der zweiten Dosis häufiger als nach der ersten. Schwere unerwünschte Nebenwirkungen wie Thrombosen oder ein anaphylaktischer Schock traten nicht auf.

  • Schmerzen an der Einstichstelle bei 79 bis 86 Prozent
  • Müdigkeit - bei 60 bis 66 Prozent
  • Kopfschmerzen - bei 55 bis 65 Prozent

In Labortests zeigte sich, dass die Impfung eine stabile Immunantwort erzeugte. Sie war sogar besser als in der Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren.

Corona-Impfungen für Kinder - Datenlage zu Biontech noch zu dünn?

Experten sind bei dem Corona-Impfstoff für Kinder noch skeptisch. Die Datenlage sei noch zu dünn. Mehr als 1.000 geimpfte Kinder und Jugendliche seien nur bedingt aussagekräftig.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland will sich deswegen mit ihrer Empfehlung für die Impfung von Kindern ab 12 Jahren noch Zeit lassen. Eine Impfung womöglich nur für vorerkrankte Kinder könnte die Stiko empfehlen. 

„Die Datenlage zu Risiken und Nutzen einer möglichen Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit noch so unzureichend, dass man keine Empfehlung abgeben kann“, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt der Rheinischen Post. Diese Debatte ist wichtig. Unter dem Titel „Soll ich mein Kind impfen lassen?“ finden Sie bei Merkur.de* die wichtigsten Fragen und Antworten.

In unserem News-Ticker finden Sie weiter Infos zur Corona-Lage in Deutschland. (afp/ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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