Rekord-Evakuierung lief glatt

Bombe entschärft: Augsburger kehren in ihre Wohnungen zurück

Eine Familie wartet in einer Augsburger Messehalle auf das Ende der Bombenentschärfung. Foto: Tobias Hase
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Eine Familie wartet in einer Augsburger Messehalle auf das Ende der Bombenentschärfung. Foto: Tobias Hase
Job erledigt: Nach der geglückten Entschärfung stehen die Sprengmeister neben der 1,8 Tonnen schweren Bombe. Foto: Stefan Puchner
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Job erledigt: Nach der geglückten Entschärfung stehen die Sprengmeister neben der 1,8 Tonnen schweren Bombe. Foto: Stefan Puchner
Menschenleer bis auf Einsatzwagen sind die Straßen in der Innenstadt von Augsburg. Foto: Stefan Puchner
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Menschenleer bis auf Einsatzwagen sind die Straßen in der Innenstadt von Augsburg. Foto: Stefan Puchner
Die Messe dient als Unterkunft für Anwohner. Foto: Tobias Hase
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Die Messe dient als Unterkunft für Anwohner. Foto: Tobias Hase
Menschenleer ist die Straße in der Fuggerei in Augsburg. Foto: Tobias Hase
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Menschenleer ist die Straße in der Fuggerei in Augsburg. Foto: Tobias Hase
Polizisten errichten in Augsburg ein Straßensperre. Foto: Tobias Hase
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Polizisten errichten in Augsburg ein Straßensperre. Foto: Tobias Hase
Für die Entschärfung einer Fliegerbombe müssen rund 54.000 Einwohner ihre Wohnungen räumen. Foto: Tobias Hase
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Für die Entschärfung einer Fliegerbombe müssen rund 54.000 Einwohner ihre Wohnungen räumen. Foto: Tobias Hase
Bombenentschärfung: Etwa 4000 Einsatzkräfte sind beteiligt. Foto: Tobias Hase
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Bombenentschärfung: Etwa 4000 Einsatzkräfte sind beteiligt. Foto: Tobias Hase

Mit jeder Minute wuchs die Anspannung bei Krisenstab und Bürgern, dann endlich kam die erlösende Nachricht: Die Bombe ist entschärft. Vorangegangen war die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik.

Augsburg (dpa) - In einem fast vierstündigen Einsatz haben Spezialisten am ersten Weihnachtsfeiertag in Augsburg eine riesige britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft.

Noch am Abend kehrten viele der rund 54 000 Bürger zurück, die ihre Wohnungen bei der größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg verlassen mussten. Ein Großteil hatte bei Freunden oder Verwandten ausgeharrt oder war verreist, nur knapp Tausend kamen in die eingerichteten Notunterkünfte. Der 1,8 Tonnen schwere Blindgänger in der Innenstadt stellt nun keine Gefahr mehr dar und soll im Laufe der Woche abtransportiert werden.

Die erlösende Nachricht war gegen 19 Uhr gekommen: "Gute Nachricht: Die Bombe ist entschärft", teilte der Krisenstab der Stadt via Twitter mit. Tausende aus ganz Bayern angereiste Helfer von Bayerischem Roten Kreuz, Feuerwehren und Bereitschaftspolizei organisierten die Rückkehr der Menschen in ihre Wohnungen. Viele der Helfer waren in den frühen Morgenstunden aus ihren Heimatorten losgefahren - für sie wurde es letztlich ein 24-Stunden-Einsatz. Einige Bürger brachten zum Dank Plätzchen oder Kuchen vorbei.

Die Evakuierungsaktion war 5 Uhr morgens angelaufen: Mehr als 100 Busse und Straßenbahnen wurden losgeschickt, um die Bewohner aus der Sicherheitszone von eineinhalb Kilometern um die Bombe herum zu bringen. In den Mittagsstunden kontrollierten 900 Polizisten mit Unterstützung zahlreicher Feuerwehrleute die Räumung: Sie klingelten an den Häusern und fuhren mit Lautsprecherwagen durch die Straßen. Wer noch unterwegs war, wurde aus dem Gefahrenbereich gebracht - vereinzelt gab es Menschen, die sich zunächst weigerten.

Weil sich viele gehbehinderte Menschen erst kurzfristig bei den Behörden gemeldet und um Transport gebeten hatten, kam es zu Verzögerungen. Erst gegen 15 Uhr - etwa eine Stunde später als geplant - konnten sich die Bombenspezialisten an die Arbeit machen. Sie mussten mehrere Zünder aus der mehr als 70 Jahre alten Bombe entfernen. Der Blindgänger enthielt mit eineinhalb Tonnen das Mehrfache an Sprengstoff einer normalen Fliegerbombe.

Die Entschärfung war von der Stadt gezielt auf den Feiertag gelegt worden. An einem Werktag wäre eine Räumung eines so großen Gebietes nicht zu bewerkstelligen gewesen, erklärten die Verantwortlichen. Zahlreiche Fabriken und Büros hätten dann geschlossen werden müssen. Zudem sollte die gefährliche Bombe nicht weitere Tage in der Stadt herumliegen.

In Augsburg werden immer wieder Fliegerbomben entdeckt, noch nie allerdings eine so große. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg mehrfach von den Alliierten bombardiert. Die bislang bundesweit größte Evakuierung wegen einer Fliegerbombe gab es im Jahr 2011 in Koblenz, dort waren 45 000 Einwohner betroffen.

Infos der Stadt zur Evakuierung

Twitter-Kanal zur Evakuierung

Facebook-Kanal zur Evakuierung

Bei dem in Augsburg entdeckten Blindgänger handelt es sich um eine britische Luftmine vom Typ HC 4000. Die Bombe wiegt 1,8 Tonnen, hat eine relativ dünne Außenhaut und enthält 1,5 Tonnen reinen Sprengstoff.

Solche Minen sollten mit ihrer Sprengkraft eine enorme Druckwelle erzeugen und großflächige Zerstörungen verursachen. Sie werden auch "Wohnblockknacker" genannt. Jede Bombe sollte auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern Fenster und Türen zerstören und Dächer abdecken. Ziel war es dabei, dass die nachfolgenden Flugzeuge mit ihren Brandbomben in den bereits beschädigten Häusern eine noch größere Zerstörung verursachen können.

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