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Flug-Chaos in Düsseldorf: Eurowings streicht zahlreiche Flüge - Lange Schlangen beim Check-in

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Von: Martina Lippl

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Lange Schlangen beim Check-in. Urlauber müssen sich am Flughafen Düsseldorf, wie auch schon vergangenes Jahr (Foto) auf lange Wartezeiten einstellen.
Lange Schlangen beim Check-in. Urlauber müssen sich am Flughafen Düsseldorf, wie auch schon vergangenes Jahr (Foto) auf lange Wartezeiten einstellen. © Rupert Oberhäuser/imago

Die deutschen Flughäfen sind am Limit. Chaos herrschte jetzt am Flughafen Düsseldorf (NRW). Hunderte Passagiere strandeten wegen gestrichener Eurowings-Flüge.

Düsseldorf – Nach zwei Jahren Corona hat viele Deutsche die Reiselust gepackt. Die Nachfrage nach Flügen ist immens. Doch schon beim Start in den Urlaub kann es eine böse Überraschung geben. An deutschen Flughäfen nimmt die Urlaubsfreude oft ein abruptes Ende.

Lange Schlangen beim Check-in am Flughafen Düsseldorf: Eurowings chancelt kurzfristig Flugverbindungen

Nach langen Schlangen beim Check-in und Sicherheits-Check sagte die Lufthansa-Tochter Eurowings am Flughafen Düsseldorf (NRW) kurzfristig am Sonntag mehrere Flüge ab. Der Grund dafür ist bitter: Es fehlte einfach an Personal, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet. Auch Lufthansa strich kurzfristig Verbindungen, hieß es.

Der Frust bei einigen Reisenden war groß. Viele Reisende hatten sich an die Hinweise der Fluggesellschaft gehalten und mehr Zeit für die Abfertigung eingeplant. Ein Ehepaar aus Wien wollte eigentlich am Sonntag in die Heimat fliegen. Drei Stunden vor der eigentlichen Boarding-Zeit am Flughafen Düsseldorf seien die beiden da gewesen. „Der Flug nach Wien wird anderthalb Stunden vor dem Abflug einfach kommentarlos annulliert. Das empfinden wir als unverschämt“, erzählt das Ehepaar im Kölner Stadtanzeiger.

Am Service-Desk von Eurowings wickelten dann wohl nur zwei Mitarbeiter das Umbuchen oder die Rückholung des Gepäcks für die hunderten gestrandeten Passagiere ab. Erneut sollen sich dann lange Schlangen an dem Schalter gebildet haben.

Bei Eurowings waren Flüge von Düsseldorf nach Budapest, Wien, Faro, Malaga, Mailand und Newcastle betroffen. Andere Eurowings-Flüge starteten teils erst mit deutlicher Verspätung.  „Derzeit sind zahlreiche Airlines in ganz Europa gezwungen, ihr Programm aufgrund der Überlastung der Luftverkehrs-Infrastruktur anzupassen, unter anderem Eurowings. Die Situation führt branchenweit zu angespannten Personal-Reserven, was derzeit zu vereinzelten Flugausfällen führt“, räumt ein Sprecher der Fluglinie gegenüber der Zeitung ein.

Flug-Chaos: Auch in Österreich müssen sich Reisende auf Probleme einstellen

Derzeit kämpfen alle Flughäfen sowie Airlines in ganz Europa mit Personalmangel. In Österreich spielten sich am Wochenende ähnliche Szenen, wie am Flughafen Düsseldorf, ab. Am Flughafen Salzburg und am Innsbrucker Flughafen annullierte Eurowings Flüge. Hunderte Urlauber waren betroffen, wie die österreichische Kronenzeitung berichtet. 500 Passagiere seien demnach in Salzburg gestrandet. Viele Urlauber hätten auf dem Weg zum Flug eine Benachrichtigung erhalten, dass ihr Flug gestrichen worden sei. Auch am Samstag sagte Eurowings Flüge kurzfristig ab.

Vonseiten des Flughafens Innsbruck hieß es in einem Fall, dass die Airline erst am Vormittag informiert worden sei, dass ein Teil der Crew fehle. Am Flughafen Wien musste die Austrian Airlines (AUA) Verbindungen streichen, weil es eine Corona-Infektion bei Crew-Mitgliedern gegeben habe. Das berichtet der österreichische Kurier und beruft sich auf eine AUA-Sprecherin. Generelle Personalengpässe gebe es bei der AUA nicht. Am Sonntag seien 97 Prozent des Flugprogramms durchgeführt worden.

Droht Deutschland ein Flug-Chaos zu den Sommerferien?

Das Fliegen in den Sommer-Urlaub ist dieses Jahr wohl Glücksache. Wegen Personalmangel haben Lufthansa und die Tochter Eurowings schon die Reißleine gezogen. Der Flugkalender ist schon ausgedünnt. Mehr als tausend Flüge im Juli haben die Airlines allein von Frankfurt und München gestrichen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) rechnet nicht mit einer baldigen Entspannung an deutschen Flughäfen. „Kurzfristige Lösungen wären zwar äußerst wünschenswert, sind aber nicht sehr wahrscheinlich“, sagte Wissing schon vor einer Woche der Bild am Sonntag (BamS).  

In knapp einer Woche beginnen in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Ob die großen Flughäfen und Airlines ihr Personalproblem dann in den Griff bekommen? Einen Vorgeschmack lieferte ja bereits das Pfingstwochenende. Tausende Briten hingen an Flughäfen im Ausland fest. Die niederländische Fluglinie KLM hatte tausende Fluggäste an verschiedenen Flughäfen in Europa einfach sitzen gelassen. Auch die Airlines Easyjet, British Airways und Tui strichen wie schon in den Tagen zuvor etliche Flüge. (ml)

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