Wegen Inversionswetterlage

Silvester-Effekt: Feinstaubwerte weiter hoch

Ausgebranntes Feuerwerk in Frankfurt am Main: Auch am zweiten Januar ist die Feinstaubbelastung in einigen deutschen Regionen hoch geblieben. Foto: Andreas Arnold/dpa
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Ausgebranntes Feuerwerk in Frankfurt am Main: Auch am zweiten Januar ist die Feinstaubbelastung in einigen deutschen Regionen hoch geblieben. Foto: Andreas Arnold/dpa

Auch am Donnerstag schwebte mancherorts noch einiger Feinstaub aus dem Silvesterfeuerwerk in der Luft. Eine sehr große Gefahr durch die winzigen Teilchen aus dem Feuerwerk sehen Experten aber nicht.

Berlin/Dessau (dpa) - Auch am zweiten Januar ist die Feinstaubbelastung durch das Silvesterfeuerwerk in einigen deutschen Städten und Ballungsregionen noch hoch gewesen. Grund für diese Werte sei eine Inversionswetterlage, teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit.

Dabei seien die oberen Luftschichten wärmer als die unteren. Die Luft durchmische sich kaum und auch Feinstaub sitze wie unter einem Topfdeckel fest. Relativ hohe Werte gab es zunächst demnach noch unter anderem im Ruhrgebiet, im Rhein-Main-Gebiet, im Raum Stuttgart, in Saarbrücken und in einigen bayerischen Städten.

Die Inversionslage erkläre vielleicht auch, warum die Feinstaubwerte in der Silvesternacht in vielen Städten zunächst weiter anstiegen statt nach dem Ende des mitternächtlichen Feuerwerks wieder herunterzugehen.

Der schädliche Dreck durch die Böllerei sei vermutlich immer ähnlich groß, heißt es aus dem UBA. Je nach Wetterlage und Windstärke verteile er sich nur jedes Jahr anders. 2015 und 2016 habe es an Silvester ähnliche Wetterlagen gegeben.

Feuerwerke in der Sommerzeit, womöglich an einem windigen Tag, zeigten nicht so lange Wirkung wie etwa in der Silvesternacht und damit in der kalten und häufiger feuchten Jahreszeit, sagte Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg.

Erfahrungsgemäß lägen die Feinstaubwerte nach dem Silvesterfeuerwerk in Städten etwa um das Zwei- bis Sechsfache über den dort üblichen Werten. Allerdings sei es für empfindliche Menschen relativ einfach, Risiken zu vermeiden, indem sie in der Wohnung blieben.

Nach den vorläufigen UBA-Daten wurde der Tageswert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft am 2. Januar noch vor allem im Ruhrgebiet überschritten. Ganz genau lasse sich das aber erst am Freitag sagen, schränkte eine UBA-Expertin ein. Denn auf den aktuellen, auch im Internet zu sehenden UBA-Karten würden gleitende Tagesmittelwerte angezeigt. Das heißt, dass zunächst alle Werte der vergangenen 24 Stunden eingerechnet würden. Am Donnerstagvormittag lagen die Feinstaubwerte in Essen und Dortmund, berechnet nach gleitenden Mittelwerten, noch weiter über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - also mehr als doppelt so hoch wie der Tagesgrenzwert.

Ernste Gesundheitsgefahren durch Feinstaub allein in der Silvesternacht sieht das UBA dagegen kaum. Verletzungen durch Raketen und Schäden durch Brände wögen im Vergleich dazu vermutlich deutlich schwerer.

Insgesamt sei die Feinstaubbelastung in den vergangenen Jahren in Deutschland aber spürbar gesunken, heißt es vom UBA. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Tagesmittel werde an vielen Messstellen selten oder gar nicht an mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten. Der Grund dafür könne mehr Umweltschutz sein, auch in Osteuropa. Die Silvesternacht koste die meisten städtischen Regionen aber mindestens einen der erlaubten 35 Überschreitungstage für Feinstaub pro Jahr.

Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Teilchen. Je nach Größe können diese nicht nur tief in Lunge und Bronchien, sondern auch ins Blut gelangen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen.

Deutscher Wetterdienst

Aktuelle UBA-Daten zu Luftverschmutzung

Umweltbundesamt zu Luftqualität

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