Einsatzkräfte fassungslos

Feuerwehr sperrt Straße für Kinder - Autofahrer beschimpfen Einsatzkräfte wüst und bestehlen sie

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Die Kinder hatten einen schönen Martinstag. Für die Einsatzkräfte im Hintergrund (nicht im Bild) war es alles andere als besinnlich.

300 Menschen treffen sich zu einem Martinsumzug mit Gesang und Laternen. Die Feuerwehr sperrt eine Straße zum Schutz der Kinder - und wird von Autofahrern übel beschimpft.

  • Laternen schwingen, gemeinsam Lieder singen. Mehr als 300 Menschen haben sich am Montag am Martinsumzug in Kleinberghofen beteiligt.
  • Zu ihrer Sicherheit sperrte die Feuerwehr eine Straße – und wurde dafür von Autofahrern übel beschimpft und beleidigt.
  • Sogar ein Blitzer zur Absicherung wurde geklaut. Die Einsatzkräfte sind fassungslos.

Kleinberghofen – Stefan Zielbauer ist erfahrender Feuerwehrmann, ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Doch der Kommandant der Kleinberghofer Feuerwehr ist immer noch fassungslos, was sich am vergangenen Montag beim Martinsumzug durch den Ort abgespielt hat.

Der Umzug ist seit Jahren ein Begegnungsfest für das Dorf, heuer waren weit über 300 Menschen dabei, sangen gemeinsam Martinslieder und zogen zusammen von der Kirche zum Gasthaus Freudenhaus. 

Feuerwehr sperrt Straße für Kinder - und wird übel beschimpft und beklaut

Damit ihnen gerade in der Dunkelheit nichts passiert, sperrte die Feuerwehr die Straße – was einige Autofahrer so gar nicht akzeptieren wollten. Sie beschimpften und beleidigten die Einsatzkräfte. Ein unbekannter klaute sogar einen Baustellenblitzer, den die Feuerwehr zur Absicherung aufgestellt hatte. 

Dabei geht es weit mehr als nur um den Wertverlust. Zielbauer erklärt: 

„Wir haben den Blitzer am Ortseingang aufgestellt, damit die Autos, die von außerhalb kommen, abbremsen. Wer den Blitzer geklaut hat, hat in Kauf genommen, dass er andere in Gefahr bringt.“ 

An diesem Abend waren viele Kinder aus der Kinderkrippe, aus dem Kindergarten und Eltern, teils oft mit Buggies, unterwegs. Trotzdem hatten viele Autofahrer kein Verständnis für die rund 20-minütige Sperrung der Straße. Bereits morgens hatte die Kleinberghofer Feuerwehr über die Sozialen Medien über die Straßensperre informiert, vor Ort erklärten die Einsatzkräfte den Grund, boten Alternativrouten an – trotzdem wurden einige Autofahrer ausfallend.

Die Straße zwischenzeitlich mal einspurig zu öffnen, wie ursprünglich geplant, sei nicht möglich gewesen erklärt Zielbauer: „Das waren einfach zu viele Menschen, das wäre viel zu gefährlich gewesen.“ Dank der Entscheidung für die Vollsperrung war der Zug jederzeit gut abgesichert, trotz Dunkelheit.

Stefan Zielbauer weiß, dass seine Männer und Frauen, die er bewusst an die Absperrung gestellt hat, alles andere als zimperlich im Nehmen sind. Hauptberuflich arbeiten zwei von ihnen zum Beispiel bei Bundeswehr oder Polizei und sind es durchaus gewohnt, wenn es mal rauer zugeht. 

Feuerwehr und Polizei bei Martinsumzug beschimpft: „Du hast doch einen Knall“

Doch was sich zum Beispiel der Polizist anhören musste, war „einfach unter aller Sau“, sagte er seinem Kommandanten.„Du hast doch einen Knall. Du tickst doch nicht richtig“, solche Dinge mussten sich die Menschen sagen lassen, die in ihrer Freizeit dafür sorgten, dass eine Veranstaltung des Kinderhauses sicher verläuft – eine Veranstaltung, zu der das ganze Dorf willkommen ist. Was Zielbauer fast sprachlos macht: Ein Mann, der seine Kollegen beschimpfte, hatte „sogar selber ein Kind im Auto“!

Feuerwehrler werden bei Martinsumzug attackiert: Was sollen Nachwuchskräfte denken?

Das Fatale an solch negativen Erlebnissen für die Einsatzkräfte ist: Immer weniger Menschen sind so bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Wenn das einer mitbekommt, denkt er sich doch auch: ’Ich opfere doch nicht meine Freizeit und darf mich dann beschimpfen lassen’“, sagt Zielbauer besorgt. Er bräuchte ohnehin mehr Menschen, die sich bei seiner Wehr engagieren.

Wie wichtig der Einsatz der Feuerwehr ist, unterstreicht die Leiterin des Kinderhauses St. Martin, Petra Aidelsburger: „Ohne die Feuerwehr an unserer Seite könnten wir so eine Veranstaltung nicht machen!“ 

Ihr tun die Einsatzkräfte leid, die sich engagieren und dann beschimpft und beklaut werden. „Das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten!“ Sie weiß auch von vielen Eltern, wie dankbar diese für den Einsatz der Feuerwehrler waren. Der Kindergarten will sich jetzt mit einer kleinen Überraschung bei der Wehr bedanken. Auch im Sauerland ereignete sich ein ähnlich unglaublicher Vorfall: Ein dreister Autofahrer fuhr bei einem Martinszug im Sauerland einen Feuerwehrmann an, wie sauerlandkurier.de* berichtet. 

Abschließend noch der Hinweis auf ein freudiges Ereignis aus der Region: Die Feuerwehr Dachau feiert 150-jähriges Jubiläum (Merkur.de*) - Ein solches Fest hat die große Kreisstadt in ihrer Geschichte vermutlich noch nicht gesehen. Die Feuerwehr Dachau sorgt übrigens bundesweit für Aufsehen: Ab Januar wird es im Dachauer Feuerwehrhaus eine Wache geben, die weit und breit einzigartig funktioniert. Ob das funktioniert, muss sich zeigen. (Merkur.de*)

*Merkur.de und sauerlandkurier.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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