Krämpfe und Wahnvorstellungen

Nach Massenrausch bei Seminar: Psychotherapeut gesteht

Der Angeklagte soll 2015 Drogen an die Teilnehmer des Treffens in niedersächsischen Handeloh verteilt haben. Foto: Carmen Jaspersen
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Der Angeklagte soll 2015 Drogen an die Teilnehmer des Treffens in niedersächsischen Handeloh verteilt haben. Foto: Carmen Jaspersen
Akten liegen im Verhandlungssaal des Landgericht. Das Verfahren gegen die Frau des Therapeuten - sie war Mitveranstalterin des Seminars - wurde gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Foto: Carmen Jaspersen
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Akten liegen im Verhandlungssaal des Landgericht. Das Verfahren gegen die Frau des Therapeuten - sie war Mitveranstalterin des Seminars - wurde gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Foto: Carmen Jaspersen
Dem Angeklagten wird das Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch und Drogenbesitz vorgeworfen. Foto: Carmen Jaspersen
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Dem Angeklagten wird das Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch und Drogenbesitz vorgeworfen. Foto: Carmen Jaspersen
Rettungswagen und Notärzte sind im Spetember 2015 in Handeloh nahe des Tagungszentrums im Einsatz. Foto: Christian Butt
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Rettungswagen und Notärzte sind im Spetember 2015 in Handeloh nahe des Tagungszentrums im Einsatz. Foto: Christian Butt
Feuerwehrmänner und Rettungskräfte stehen 2015 vor dem Tagungszentrum. Foto: Matthias Köhlbrandt
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Feuerwehrmänner und Rettungskräfte stehen 2015 vor dem Tagungszentrum. Foto: Matthias Köhlbrandt
Seminarteilnehmer waren Heilpraktiker, Ärzte, Homöopathen und Psychologen. Foto: Carmen Jaspersen
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Seminarteilnehmer waren Heilpraktiker, Ärzte, Homöopathen und Psychologen. Foto: Carmen Jaspersen

Krämpfe, Wahnvorstellungen, Herzrasen. Nach einem Massenrausch bei einem Therapeuten-Seminar wurden viele Teilnehmer in Krankenhäuser gebracht. Nun sitzt ein Psychotherapeut auf der Anklagebank.

Stade (dpa) - Teilnehmer wälzten sich schreiend auf dem Boden, einige wurden bewusstlos: Zwei Jahre nach dem Massenrausch bei einem Seminar um erweiterte Wahrnehmung hat der angeklagte Psychotherapeut eingeräumt, damals Drogen verteilt zu haben.

"Ich bestätige, dass die Anklagevorwürfe zu Recht erhoben wurden", sagte der 52-Jährige zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Stade. Er habe den 27 Teilnehmern Kapseln mit dem Halluzinogen 2C-E angeboten, in denen ohne sein Wissen auch die psychoaktive Substanz DragonFly enthalten gewesen sei. Er sprach von einem "Unfall" und entschuldigte sich bei den Betroffenen. Es habe sich um eine "freiwillige, selbstverantwortlich Einnahme gehandelt."

Über 160 Rettungskräfte waren am 4. September 2015 wegen des Vorfalls im niedersächsischen Handeloh im Einsatz. Die 27 Teilnehmer des Seminars und die beiden Organisatoren - der Angeklagte und seine Ehefrau - wurden etwa mit Krämpfen, Wahnvorstellungen und Herzrasen in Krankenhäuser gebracht. Schnell stellte sich heraus, dass es um ein Drogenexperiment ging.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Diplom-Psychologen und Psychotherapeuten das Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch und Drogenbesitz vor. Das Verfahren gegen die Ehefrau des Angeklagten wurde bereits gegen eine Geldbuße eingestellt.

Laut Anklage sollte im Rahmen einer äußerst umstrittenen Therapieform, der sogenannten Psycholyse, eine Bewusstseinserweiterung erreicht werden. Das bestritt der Angeklagte, auch wenn er die Therapieform begrüße. Dafür sei 2C-E in der verabreichten Dosis unbrauchbar. Er selbst und seine Frau hätten die Substanz unwissentlich eingenommen, wohl beim Trinken, sagte er.

Es sei kein Treffen von Heilpraktikern gewesen, sagte der Angeklagte weiter. Vom Arzt bis zum Friseur, vom Psychologen bis zum Erzieher seien ganz unterschiedliche Teilnehmer dabei gewesen.

Landgericht Stade am 29. September 2017

Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stade vom 20. Dezember 2016

Staatsanwaltschaft Stade und Polizei am 29. September 2015

Polizeimeldung vom 5. September 2015

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