„Nicht mehr tot, aber auch nicht lebendig“

Seltsame Gerichtsposse in Frankreich: Frau kämpft darum, nicht für tot erklärt zu werden

Eine Frau in Frankreich wird für tot gehalten - und muss gerichtlich dagegen ankämpfen (Symbolbild)
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Eine Frau in Frankreich wird für tot gehalten - und muss gerichtlich dagegen ankämpfen (Symbolbild).

Skurriler Rechtsstreit in Frankreich: Eine Frau kämpft vor Gericht darum, nicht mehr für tot gehalten zu werden. Dabei hat sie sich das Problem offenbar selbst eingebrockt.

  • Eine Frau muss in Frankreich gerichtlich darum kämpfen, für lebendig gehalten zu werden.
  • Ausgelöst hat das skurrile Verfahren der Streit mit einer früheren Angestellten.
  • Doch womöglich ist die vermeintlich Leblose selbst schuld: Wollte sie nur einer gerechten Strafe entgehen?

Lyon - Dass die Justiz es manchmal mit aufsehenerregenden Fällen zu tun hat, ist hinlänglich bekannt. Was einer Frau aus Frankreich widerfahren ist, mutet jedoch ziemlich eigentümlich an: Ihre vermeintliche Leblosigkeit hat für eine 58-Jährige ziemlich gravierende Folgen, wodurch sie nun in der Stadt Lyon vor Gericht darum kämpfen muss, nicht als tot zu gelten.

Frankreich: Frau lässt Ex-Chefin für tot erklären - Die muss vor Gericht dagegen ankämpfen

„Eine verrückte Geschichte“, nennt der Anwalt von Jeanne Pouchain der Agentur AFP gegenüber den Gerichtsfall, der für Schlagzeilen sorgt. Ausgelöst hat das skurrile Verfahren offenbar das zerrüttete Verhältnis zu einer früheren Beschäftigten von Pouchains Reinigungsfirma: Die habe einfach behauptet, ihre Chefin sei nicht mehr am Leben - „ohne jeden Beweis vorzulegen, und jeder hat es geglaubt“, lässt der Anwalt wissen. Überprüft habe den Fall dem Advokaten zufolge ebenfalls niemand. Die Konsequenz: Ausweise, Bankkonto und auch die Krankenversicherung waren plötzlich nicht mehr gültig.

Doch warum hat die frühere Mitarbeiterin derartige Behauptungen aufgestellt? Es geht wohl um das liebe Geld: Demnach musste die Ex-Kollegin im Jahr 2000 das Unternehmen verlassen, nachdem ein größerer Auftrag verloren ging. Vier Jahre später sprach ein Arbeitsgericht der gefeuerten Putzfrau dann über 14.000 Euro Entschädigung zu. Das Urteil sei jedoch nie vollstreckt worden, da gegen Pouchains Firma geklagt wurde und nicht gegen die Chefin selbst.

Frau aus Frankreich gilt als tot - Wollte sie so ihrer gerechten Bestrafung entgehen?

Nach einem juristischen Tauziehen wurden dann schließlich der Ehemann sowie der Sohn zur Zahlung verdonnert - weil das Gericht davon ausgegangen sei, dass die frühere Arbeitgeberin tot ist. Was im Hinblick auf die französische Justiz seltsam anmutet, könnte einen triftigen Grund haben - zumindest, wenn es nach dem Anwalt der ehemaligen Mitarbeiterin geht:

Demnach habe Jeanne Pouchain die Misere selbst zu verantworten, weil sie sich tot gestellt habe. So habe sie auch keine Briefe mehr beantwortet und sich einer Bestrafung entziehen wollen. Pouchain teilte der AFP mit, sie hoffe nun auf die gerichtliche Bestätigung, dass sie noch am Leben sei: „Die Behörden haben mir mitgeteilt, ich gelte inzwischen nicht mehr als tot, aber auch noch nicht als lebendig.“

Ebenfalls in Frankreich: Ein geheimer Rave mitten in der Corona-Pandemie sorgt für einen Skandal. Mehr als 2.500 Menschen feiern, und die Polizei greift nicht ein. (PF/dpa) *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks.

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