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Für Vögel tödlich - Usutu-Virus breitet sich weiter aus

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Insbesondere Amseln und andere Singvögel können betroffen sein
Insbesondere Amseln und andere Singvögel können betroffen sein © dpa / Roland Weihrauch

Das durch das Usutu-Virus ausgelöste Vogelsterben hat anscheinend weitere Regionen in Deutschland erfasst. Der Erreger ist nach einer Abstinenz wieder aktiv.

Berlin - Es gebe dieses Jahr bereits 1500 Verdachtsfälle, teilte die Naturschutzorganisation Nabu am Dienstag in Berlin mit. Neu betroffen seien offensichtlich vor allem Gegenden um Nürnberg sowie zwischen Hamburg und Bremen, wo es bisher noch nicht auftrat.

"Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht", erklärte der Vogelexperte Lars Lachmann vom Nabu. Der warme Sommer dürfte die Ausbreitung des aus den Tropen stammenden Virus begünstigt haben.

In Deutschland erstmals 2011 nachgewiesen

Der von Mücken übertragene Krankheitserreger kommt ursprünglich aus Afrika, Südostasien und Südamerika. In Europa wurde er bei Vögeln erstmals im Jahr 1996 nachgewiesen, in Deutschland 2011. Zunächst nur in warmen Gegenden wie dem Rheintal zu finden, gab es 2016 einen größeren Ausbruch in Südwestdeutschland und im Raum Leipzig. Zusätzlich breitete das Virus sich nach Nordrhein-Westfalen aus.

Insbesondere Amseln und andere Singvögel können während der Saison für Stechmücken zwischen Mai und September betroffen sein. Kranke Vögel werden apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist nach wenigen Tagen. Es gibt keine Impfung oder Behandlungsmöglichkeit.

Das Ansteckungsrisiko ist für Menschen sehr gering, weltweit sind nur sehr wenige Erkrankungsfälle bekannt. Wer tote Vögel findet, sollte sie aber nicht anfassen und das zuständige Veterinäramt kontaktieren.

Schon 2016 war der Erreger in Deutschland aktiv und infizierte viele Vögel

AFP

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