Dreitägige Staatstrauer

Nach Hurrikan in Haiti: Zahl der Toten steigt

Große Gebiete Haitis wurden komplett zerstört.
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Große Gebiete Haitis wurden komplett zerstört.

Port-au-Prince - Der Südwesten des völlig verarmten Karibikstaats ist weitgehend zerstört. Die Menschen haben Häuser, Vieh und Ernten verloren. Langsam schlagen sich die ersten Rettungskräfte in das Katastrophengebiet durch.

Nach dem schweren Hurrikan "Matthew" steigt die Zahl der Todesopfer in Haiti immer weiter. Mindestens 372 Menschen kamen in dem Wirbelsturm ums Leben. Vier Menschen wurden noch vermisst und 246 weitere verletzt, wie der Zivilschutz am Montag mitteilte. Mehr als 175.000 Menschen suchten demnach Schutz in Notunterkünften.

In verschiedenen Medien war zuletzt von deutlich mehr Todesopfern die Rede. Rettungskräfte vor Ort sagten der Deutschen Presse-Agentur, sie rechneten damit, dass die Zahl der Toten noch steigen werde.

Hurrikan "Matthew" hatte den Südwesten Haitis am vergangenen Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um und Straßen wurden überschwemmt. Die Rettungskräfte konnten nur langsam in den zunächst vollkommen abgeschnittenen Südwesten des Landes vordringen.

"Es ist ein Desaster"

Die haitianische Regierung hatte am Sonntag eine dreitägige Staatstrauer bis Dienstag angeordnet. Das Land teile den Schmerz der Eltern und Freunde der Toten, sagte Interimspräsident Jocelerme Privert.

"Es ist ein Desaster. Was wir bei unserem Rundflug über das Katastrophengebiet gesehen haben, lässt sich mit Worten nicht beschreiben", sagte Privert. "Die Leute haben ihr Obdach verloren, sie haben nichts zu essen und nichts zu trinken. Wir müssen jetzt schnell helfen."

Papst spricht Betroffenen Mitgefühl aus

Papst Franziskus sprach den betroffenen Menschen sein Mitgefühl aus. "Schmerzvoll habe ich die Nachrichten von den schweren Folgen des Hurrikans empfangen, der in den vergangenen Tagen die Karibik und besonders Haiti heimgesucht hat, der viele Opfer und Obdachlose und darüber hinaus gewaltige Sachschäden hinterlassen hat", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom.

"Mehr als 1800 Häuser wurden überflutet, Hunderte komplett zerstört", sagte der Kommandeur der UN-Blauhelmmission Minustah, General Ajax Porto Pinheiro, nach einem Rundflug über das Gebiet. "Kokospalmen wurden entwurzelt, Bananenplantagen zerstört - es ist auch eine Umweltkatastrophe."

Internationale Organisationen und die haitianischen Behörden schafften Hilfsgüter in die Region. Die US-Marineinfanterie flog Lebensmittel des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen in die Städte Jérémie und Les Cayes. Blauhelmsoldaten versuchten, die Straßen in das Katastrophengebiet wieder freizumachen.

Die US-Entwicklungshilfeagentur USAID wollte über 480 Tonnen Hilfsgüter nach Haiti fliegen - darunter 40.000 Decken und 20.000 Hygiene-Sets. Kuba, Kolumbien und Venezuela schickten Material und Ärzteteams in das Katastrophengebiet.

"Das Wasser ist hochgradig kontaminiert, weil Latrinen zerstört und sogar ganze Friedhöfe überschwemmt wurden. Es besteht die Gefahr, dass Seuchen wie die Cholera ausbrechen", sagte der Leiter von Caritas International, Oliver Müller, am Montag. "Auch hat sich die Zahl der Moskitos, die das Zika-Virus in sich tragen oder das Dengue-Fieber auslösen können, zuletzt massiv erhöht."

In Haiti hat ein Senator vor dem Parlament Schüsse abgefeuert und dabei zwei Menschen verletzt. Er spricht von Selbstverteidigung.

Hurrikan „Lorenzo“ hat Anfang Oktober 2019 die Azoren im Atlantik erreicht. Erste Fotos im Internet zeigen seine Naturgewalt. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für Portugal herausgegeben. 

dpa

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