„Das wird ein zerstörerischer Sturm“

Hurrikan „Ida“ peitscht über New Orleans: „Katastrophale“ Schäden - viele Menschen weiter in Gefahr

Hurrikan „Ida“ ist am Sonntag im Süden der USA auf Land getroffen. Mit extremen Windgeschwindigkeiten und heftigem Regen sorgte der Wirbelsturm für große Schäden.

  • Mit „Ida“ ist ein starker Hurrikan auf die Südküste der USA getroffen - im Bundesstaat Louisiana waren Millionen Menschen ohne Strom (Ursprungsmeldung).
  • In der Folge werden enorme Regenmengen erwartet, die über der Region niedergehen werden.
  • Noch sind keine Zahlen über Opfer oder Schäden bekannt.

Update vom 30. August, 17.05 Uhr: John Bel Edwards, Gouverneur von Louisiana, bezeichnet die Schäden in seinem Bundesstaat durch Hurrikan „Ida“ als „katastrophal“. Der Wiederaufbau werde Wochen und Monate dauern, betont er im Gespräch mit dem TV-Sender NBC. Die Rettungs- und Bergungseinsätze liefen teils schleppend an, weil so viele Straßen durch Trümmer unpassierbar seien. Er gehe fest davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch im Laufe des Tages „deutlich“ ansteigen werde: „Die Schäden sind wirklich katastrophal.“

Die Behörden haben bislang ein Todesopfer bestätigt. „Viele haben noch stehendes Wasser in ihren Häusern und müssen gerettet werden“, verdeutlicht der Gouverneur ein großes Problem. Er betont zugleich, es sei sehr erfreulich, dass das Hochwasserschutzsystem in New Orleans, das nach der Zerstörung durch Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 gebaut worden war, gehalten habe. „Die Lage in New Orleans ist schlecht so wie sie jetzt ist ohne Strom, aber es könnte so viel schlimmer sein“, ergänzt Edwards mit Blick auf die schützenden Dämme. Er hoffe, dass die Elektrizität zumindest in Teilen von New Orleans „bald“ wieder hergestellt werden könne.

Update vom 30. August, 16.10 Uhr: Das wahre Ausmaß der Schäden war am Montagmorgen (Ortszeit) noch nicht absehbar. Rettungs- und Bergungseinsätze beginnen erst nach Sonnenaufgang. Die Behörden fordern die Anwohner mit Nachdruck auf, in ihren Häusern zu bleiben, bis Aufräumarbeiten Straßen wieder frei und sicher gemacht haben werden. Eine besondere Gefahr geht von den zahlreichen umgestürzten Strommasten aus. In vielen Gegenden sind die Notrufzentralen überlastet. Die Behörden rufen die Bürger wegen Überschwemmungen auf, ihr Leitungswasser vor dem Trinken abzukochen.

Hurrikan „Ida“: Expertin sieht Gefahr noch nicht gebannt - offenbar Gebäude eingestürzt

Update vom 30. August, 14.10 Uhr: Deanne Criswell von der amerikanischen Katastrophenschutzbehörde Fema warnt bei CNN: „Die Gefahr ist noch nicht vorbei.“ Der Sturm werde auf dem Weg in die US-Bundesstaaten Mississippi oder sogar Tennessee und West Virginia weiter viel Regen mit sich bringen. „Die Menschen, die sich im Einzugsgebiet des Sturms befinden, müssen sich also weiterhin über die Risiken im Klaren sein“, sagte Criswell.

Die Expertin gab auch eine erste Einschätzung zu Schäden ab, die der Hurrikan im südlichen Bundesstaat Louisiana hinterlassen hat. Es gebe Berichte über möglicherweise eingestürzte Gebäude, eine Reihe von Krankenhäusern werde mit Notstrom-Generatoren betrieben. Man wisse auch, dass einige Menschen Hilfe benötigten. Genaueres werde sich in den kommenden Stunden zeigen.

Update vom 30. August, 12.25 Uhr: Der Sturm „Ida“ hat sich über dem südlichen US-Bundesstaat Louisiana weiter abgeschwächt. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) stufte ihn am frühen Montagmorgen (Ortszeit) von einem Hurrikan zu einem Tropensturm herab. Es sei aber weiter mit gefährlichen Flutwellen, heftigen Winden und Sturzfluten über Teilen des Südostens Louisianas und im Süden des Bundesstaats Mississippi zu rechnen.

Der Wirbelsturm bringe nunmehr maximal anhaltende Windgeschwindigkeiten von 95 Kilometern pro Stunde mit sich, teilt das NHC in Miami mit. Der Hurrikan bewegte sich über Land nur sehr langsam fort, daher sind die Orte in seinem Pfad längere Zeit extremen Winden ausgesetzt. Experten befürchteten deshalb große Schäden.

Erstmeldung vom 30. August:

New Orleans - Der starke Hurrikan „Ida“ hat im südlichen US-Bundesstaat Louisiana massive Überflutungen und Schäden verursacht. Zudem fiel für mehr als eine Million Menschen im Süden der USA wegen Sturmschäden der Strom aus. Das wahre Ausmaß der Zerstörung des extremen Wetters* werde erst ab Montag (30. August) ersichtlich werden, sobald der Sturm in nordöstlicher Richtung abgezogen sei und Rettungs- und Bergungseinsätze beginnen könnten, erklärte der Gouverneur John Bel Edwards.

Hurrikan „Ida“: Extreme Windgeschwindigkeiten – Warnung vor „lebensgefährlicher Sturmflut“

Der Hurrikan* zog am Sonntagabend (Ortszeit) als starker Hurrikan der Stufe drei von fünf nur langsam über Land, weswegen die Orte in seinem Pfad längerer Zeit extremen Winden und heftigen Regenfällen ausgesetzt waren. Experten befürchteten daher große Schäden. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) erklärte, der Wirbelsturm bringe maximal anhaltende Windgeschwindigkeiten von 195 Kilometern pro Stunde und noch heftigere Böen mit sich.

Beim Erreichen der Küste habe „Ida“ sogar Windgeschwindigkeiten von rund 240 Kilometern pro Stunde mit sich gebracht. Zudem warnte das NHC vor heftigem Regen und einer „lebensgefährlichen Sturmflut“. Inzwischen wurde „Ida“ auf die Kategorie zwei zurückgestuft. Der Wirbelsturm bringe nunmehr maximal anhaltende Windgeschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde und noch heftigere Böen mit sich, so das NHC.

Hurrikan „Ida“ sorgt für große Schäden – Stromausfall in New Orleans

„Ida“ verursachte an einigen Teilen der US-Küste eine meterhohe Sturmflut*. Wie US-Medien berichteten, war die Wucht des ankommenden Wassers so stark, dass das Wasser im Süden von New Orleans im Mississippi Messungen zufolge rund drei Stunden flussaufwärts floss. Fotos und Videos zeigten in den küstennahen Gebieten Häuser, die unter Wasser standen, Straßen die zu Flüssen wurden, abgedeckte Häuser und zahlreiche entwurzelte Bäume. Niedrig liegende Gebiete südwestlich der Großstadt New Orleans, für die es zuvor zumeist Evakuierungsanordnungen gegeben hatte, waren besonders betroffen.

Auch im US-Bundesstaat Mississippi sorgte Hurrikan „Ida“ für Überschwemmungen. Mehr als eine Million Menschen in den USA haben aktuell keinen Strom.

Wie die städtische Einsatzzentrale mitteilte, fiel im gesamten Stadtgebiet von New Orleans der Strom aus. „Der einzige Strom in der Stadt kommt von Generatoren“, hieß es. In New Orleans leben rund 400.000 Menschen. Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Versorgung in Kürze wiederhergestellt werden könne, teilte der Versorger Energy mit. Der Hurrikan „Ida“ habe alle acht für die Strombelieferung der Stadt zuständigen Leitungen beschädigt. Die Reparaturarbeiten dauerten an. Insgesamt meldete die Webseite poweroutage.us, mehr als eine Million Menschen im Süden der USA seien ohne Strom, hauptsächlich in den Bundesstaaten Louisiana und Mississippi*.

Auch für Teile der östlichen Nachbarstaaten Mississippi und Alabama galten wegen des Hurrikans Flut- und Tornadowarnungen. Gouverneur Edwards erklärte, küstennahe Krankenhäuser könnten trotz des Hurrikans nicht evakuiert werden, weil es zu viele Corona-Patienten gebe. Derzeit würden in dem Staat mit 4,6 Millionen Einwohnern 2450 Patienten wegen Covid-19 stationär behandelt, sagte er. Es gebe in Louisiana und den angrenzenden Bundesstaaten keine Kapazitäten mehr, um zusätzliche Patienten aufzunehmen. 

Hurrikan „Ida“: Mindestens ein Todesopfer – Biden verspricht Hilfe

Im US-Bundesstaat Louisiana* gibt es auch Berichte über ein erstes Todesopfer von Hurrikan „Ida“. In der Gemeinde Prairieville sei eine Person von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt worden, teilte das örtliche Sheriff-Büro am Sonntagabend (Ortszeit) auf Facebook mit. Beim Eintreffen der Polizei hätten die Beamten nur noch den Tod des Opfers feststellen können. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

„Ida“ traf in Louisiana auf den Tag genau 16 Jahre nach der Ankunft des verheerenden Hurrikans „Katrina“ auf Land. „Katrina“ hatte in und um New Orleans katastrophale Schäden und Überschwemmungen verursacht. Damals kamen rund 1800 Menschen ums Leben. Seither wurden in der Region allerdings Milliarden in den Hochwasserschutz investiert.

In New Orleans sorgte Hurrikan „Ida“ für große Schäden.

„Das wird ein zerstörerischer Hurrikan, ein lebensbedrohlicher Sturm“, warnte US-Präsident Joe Biden* bereits im Vorfeld. „An die Menschen der Golfküste, ich will, dass Sie wissen: Wir beten für den besten Ausgang, und bereiten uns auf das Schlimmste vor.“ Biden versprach den Menschen die Unterstützung der US-Regierung. „Sobald der Sturm vorübergezogen sein wird, werden wir die ganze Macht dieses Landes für Rettung und Wiederaufbau einsetzen“, so der Präsident. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Eric Gay

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