Internationale Raumstation

Ende der ISS droht – Russland arbeitet an eigener Raumstation

Die Internationale Raumstation ISS leidet mittlerweile unter allerhand „Kinderkrankheiten“ – kommt ihr Ende bereits 2025? (Archivbild)
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Die Internationale Raumstation ISS leidet mittlerweile unter allerhand „Kinderkrankheiten“ – kommt ihr Ende bereits 2025? (Archivbild)

Der Internationalen Raumstation ISS droht ein baldiges Aus: Russland stellt eine Beteiligung über 2024 hinaus infrage – und arbeitet bereits an einer eigenen Raumstation.

Update vom Mittwoch, 21.04.2021, 12.28 Uhr: Kommt das Ende der Internationalen Raumstation (ISS) schneller als gedacht? Nachdem der russische Vize-Regierungschef Juri Borissow am Sonntag (18.04.2021) im Staatsfernsehen erklärt hatte, Russland könne bereits ab 2025 aus dem Projekt ISS aussteigen, wird der Chef der russischen Raumfahrtorganisation Roskosmos nun etwas genauer: „Das erste Basismodul für die neue Raumstation befindet sich schon im Bau“, teilte Dmitri Rogosin im Messengerdienst Telegram mit. Bereits 2025 soll das Modul demnach ins Weltall gebracht werden.

Derzeit läuft ein Vertrag verschiedener internationaler Partner für eine Zusammenarbeit bei der ISS bis 2024. Russland hatte erst kürzlich sogar eine Verlängerung bis 2030 in Aussicht gestellt – bis am Sonntag plötzlich von einem möglichen Ausstieg 2025 die Rede war. Hintergrund ist wohl auch der technische Zustand der Internationalen Raumstation, die bereits seit mehr als 20 Jahren die Erde umkreist: „Wir können Leben nicht in Gefahr bringen“, hatte Borissow im Staatsfernsehen gesagt. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Lecks an Bord der ISS entdeckt, die geflickt werden mussten. Der Leiter des russischen ISS-Segments erwartet ab 2025 eine „Lawine an Mängeln“ an der ISS.

Name:Internationale Raumstation (ISS)
Bahnhöhe:etwa 400 Kilometer
Startdatum:20. November 1998
dauerhaft bewohnt seit:2. November 2000
Partner16 Staaten (5 Raumfahrtagenturen)

Die neue russische Raumstation könnte auf eine höhere Umlaufbahn als die ISS gebracht werden und als Zwischenstation für Flüge zum Mond genutzt werden, hatte der russische Vizepräsident vorgeschlagen. Erst kürzlich hat sich Russland mit China über eine gemeinsame Mondstation verständigt, aus einem Projekt mit der US-Raumfahrtorganisation Nasa hat sich Russland dagegen zurückgezogen.

Ende der ISS droht – Russland will sich bald zurückziehen

Erstmeldung vom Sonntag, 18.04.2021, 16.48 Uhr: Seit mehr als 20 Jahren kreist die Internationale Raumstation (ISS)* um die Erde und ist dauerhaft von Menschen bewohnt – nun droht ihr Aus früher, als zuletzt erwartet. Der russische Vize-Regierungschef Juri Borissow erklärte im Staatsfernsehen, Russland könnte bereits ab 2025 aus dem Projekt ISS aussteigen. „Es ist mehr als fair, sie (die Partner) rechtzeitig zu warnen“, so Borissow.

Es werde eine Entscheidung auf Grundlage des technischen Zustands der Station getroffen, teilte die russische Raumfahrtorganisation Roskosmos nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. „Zuletzt kamen häufiger Berichte über technische Fehlfunktionen“, erklärte Borissow Tass zufolge. Tatsächlich kämpft Russland seit einiger Zeit mit Lecks in alten russischen ISS-Modulen*.

Ende der ISS? Russland will 2025 aus dem Projekt im All aussteigen

Anfang März hatte der Vize-Vorsitzende des russischen Raumfahrtunternehmens RKK Energija, Juri Gidsenko, noch erklärt, dass die ISS bis mindestens 2028 im All bleiben solle. Diese Entscheidung sei auf „höchsten Ebenen“ getroffen worden. Offiziell gab es aber noch keine Entscheidung dazu. Die neueste Entscheidung, dass auf eine technische Überprüfung wahrscheinlich der russische Ausstieg aus dem Projekt ISS folgt, sei bereits am 12. April, dem russischen „Tag des Kosmonauten“* bei einem Termin mit Wladimir Putin gefallen, so Borissow.

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Die Nasa, Esa oder weitere an der Raumstation beteiligte Partner haben sich bislang noch nicht zu den russischen ISS-Plänen geäußert. Derzeit ist unklar, ob sie die ISS ohne russische Beteiligung weiter betreiben würden – schließlich ist der Betrieb der Raumstation äußerst teuer, außerdem würde mit den russischen „Sojus“-Raumkapseln eine wichtige Beförderungsmöglichkeit zur ISS wegfallen. Russland plant für die Zukunft eine eigene Raumstation. Details dazu sind noch nicht bekannt. (Tanja Banner mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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