So hoch wie nie zuvor

Prekäre Corona-Lage: Droht Italien erneuter Lockdown? - Fallzahlen überschreiten bisherigen Maximalwert

In Italien steigen die Coronazahlen wieder an. Mit mehr als 10.000 neuen Fällen sind die Zahlen so hoch wie nie zuvor. Giuseppe Conte schließt einen erneuten Lockdown nicht aus.

Alle weiteren Entwicklungen zum Coronavirus in Italien finden Sie nun in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 16. Oktober, 19.25 Uhr: In Italien meldeten die Gesundheitsbehörden am Freitag erneut einen neuen Rekordwert. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erstmals seit Beginn der Pandemie die Marke von 10.000 überschritten. Die Gesundheitsbehörden in Rom meldeten am Freitag 10.010 neue Fälle. Damit erreichten die neu gemeldeten Ansteckungen pro Tag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert. Am Donnerstag wurden mehr als 8.800 neue Infektionen registriert, am Mittwoch waren es mehr als 7.000 gewesen.

Corona in Italien: Prekäre Lage - Droht ein erneuter Lockdown?

Update vom 16. Oktober, 13.20 Uhr: Wie viele europäische Länder hat auch Italien mit der zweiten Corona-Welle zu kämpfen. Alarmierende Zahlen meldeten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag. Mehr als 8.800 Neuinfektionen verzeichnete das Land und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Am Donnerstagabend wurden Kampanien und Ligurien von der deutschen Bundesregierung als Risikogebiete eingestuft.

Wie der „Tagesspiegel“ berichtet schließt der italienische Premier Giuseppe Conte einen weiteren nationalen Lockdown mittlerweile hinsichtlich der Zahlen nicht mehr aus. Auch die Covid-19-Todeszahlen sind in den vergangenen Tagen angestiegen. So wurde am Donnerstag ein Plus von 83 Todesfällen, die in Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, registriert.

Auch in Mailand und der Umgebung schießen die Fallzahlen in die Höhe. Die Lombardei war die mit am Schlimmsten von der ersten Infektionswelle getroffene Region in Italien. Und hier wehrt man sich bereits gegen einen weiteren Lockdown. Gegenüber der italienischen Zeitung „Corriere della sera“ sagte Attilio Fontana, Ministerpräsident der Lombardei: „Einen zweiten Komplett-Lockdown können wir uns nicht leisten.“

Update vom 15. Oktober, 19.30 Uhr: Die Corona-Zahlen in Italien steigen weiterhin besorgniserregend an. Am Donnerstag zählten die Gesundheitsbehörden mehr als 8.800 Corona-Neuinfektionen. Damit waren es rund 1.500 mehr als am Vortag. Der Wert vom Donnerstag ist der höchste seit Beginn der Pandemie im Februar. Experten raten allerdings von einem Vergleich der Werte mit der ersten Welle ab, da in Italien mittlerweile sehr viel mehr getestet wird.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Rom registrierte das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern am Donnerstag 83 neue Covid-19-Tote - fast doppelt so viele wie am Mittwoch. Am höchsten waren die Zahlen der Neuinfektionen am Donnerstag in der Lombardei, darunter Mailand, im Norden und in Kampanien im Süden mit Neapel. Die deutsche Regierung erklärte von Samstag an die Regionen Ligurien und Kampanien zu Corona-Risikogebieten.

Indes steigen die Fallzahlen in Deutschland erneut auf einen Rekordwert. Das RKI schließt eine weitreichende Maßnahme nicht mehr aus.

Update vom 15. Oktober, 18.50 Uhr: In Italien steigen die Corona-Neuinfektionen weiter rasant. Im Parlament kommt es zum Coronavirus-Eklat* - mit drastischen Folgen für einen Abgeordneten. Ein Video davon kursiert bei Social Media.

Corona-Pandemie in Italien: 7332 neue Infektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden

Update vom 15. Oktober, 10.52 Uhr: Die italienischen Behörden verzeichneten am Mittwoch (14. Oktober) 7332 neu bestätigte Corona-Fälle.

Damit erreicht das Land, das im Frühjahr europaweit am heftigsten von der Pandemie getroffen war, einen neuen Rekordwert. Laut dem offiziellen Covid-Dashboard lag, wurde der letzte Maximalwert am 21. März mit 6557 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Während sich das Infektionsgeschehen jedoch damals vor allem im Norden des Landes konzentrierte, scheinen jetzt die Provinzen ganz Italiens ähnlich stark betroffen zu sein.

Corona in Italien: Corona-Neuinfektionen überschreiten bisherigen Maximalwert

Wie auch in Deutschland gilt weiterhin die Devise: Maske tragen, Hände waschen, Abstand halten und die Corona-App benutzen. Die italienische Anwendung heißt Immuni und soll mittlerweile über acht Millionen mal heruntergeladen worden sein.

Die Maskenpflicht wurde in Italien in weitreichendem Maße umgesetzt. Wer vor die Tür tritt, muss eine Maske tragen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Räume geschlossen sind oder nicht. Auch beim Spaziergang im Park an der frischen Luft müssen Mund und Nase bedeckt werden.

Fast 6000 neue Corona-Fälle in Italien: Regierung ergreift Konsequenzen

Erstmeldung vom 14. Oktober, 16.51 Uhr:

Rom - Wie überall in ganz Europa ist auch in Italien die zweite Corona-Welle* in vollem Gange. Am Dienstag (13. Oktober) meldeten die Behörden 5901 neue positiv getestete Fälle, wie dem offiziellen Covid-Dashboard zu entnehmen ist. In Deutschland waren es laut Robert Koch-Institut an diesem Tag 4122 neue Fälle. Die italienische Regierung reagierte zum einen mit strengeren Regeln, lockerte aber auch die Quarantänevorschriften.

Um dem Corona*-Infektionsgeschehen entgegenzuwirken, hat die italienische Regierung neue Maßnahmen umgesetzt. In einem am Dienstag publizierten Dekret heißt es, private Feiern an „Örtlichkeiten drinnen und draußen“ seien verboten. Feierlichkeiten nach Zeremonien, etwa Hochzeiten und Beerdigungen, müssten auf 30 Teilnehmer beschränkt werden. Tanzlokale blieben zu. Außerdem empfiehlt die Regierung den rund 60 Millionen Bürgern, daheim auf alle Abendessen und andere Treffen mit mehr als sechs Gästen aus anderen Haushalten zu verzichten. Nach dem Treffen der Länder-Chefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel* sollen auch in Deutschland die Corona-Regeln wieder deutlich strenger werden.

Bei der rechten Opposition Italiens und in sozialen Netzwerken ist die Änderung auf starke Kritik gestoßen. Auf Twitter griffen Nutzer zu Hashtags wie „#Stasi“ und „#Orwell“, um gegen die nach ihrer Meinung zu starken Eingriffe ins Privatleben zu protestieren. Die Kritiker zogen so Vergleiche zu Spitzelpraktiken der früheren DDR-Geheimpolizei Stasi und zum Roman „1984“ des Autors George Orwell über einen Überwachungsstaat. Manche warnten vor einer Welle von Anzeigen unter Nachbarn. In Deutschland zog der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki einen ähnlichen Vergleich: Er kritisierte die Stadt Essen.

Corona in Italien: Matteo Salvini übt Kritik an Regelverschärfung

Oppositionsführer Matteo Salvini von der rechten Lega kritisierte bereits vor der Veröffentlichung mögliche Folgen. „Holen wir die Polizei von der Straße und verwandeln sie in Psycho-Polizisten, die Wohnhäuser durchsuchen?“, schrieb er auf Twitter. Außenminister Luigi Di Maio bat mit Blick auf das Partyverbot bei einem Termin in Brüssel speziell junge Leute um Verständnis. „Ich bitte vor allem Jugendliche um ein Höchstmaß an Verantwortung, denn Jugendliche können aktuell, wenn sie bestimmte Verhaltensweisen unterschätzen, ihre Eltern und Großeltern töten“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Fünf-Sterne-Politiker.

Video: Ausstellung „Lockdown Italia“ erinnert an Höhepunkt der Pandemie

Trotz steigender Zahlen, senkt Italien für viele Betroffene die Dauer der Corona*-Quarantäne und der Isolierung von Infizierten auf künftig zehn Tage. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend in Rom mit. Der Entscheidung waren intensive Beratungen zwischen Experten und der Politik vorausgegangen. Bisher hatten die Behörden in Italien in vielen Fällen 14 Tage als Regelwartezeit ohne Außenkontakte angeordnet. Die neuen Anweisungen sehen vor, dass sich Menschen mit einem positiven Corona-Test, die keine Symptome zeigen, nach zehn Tagen Isolation und einem negativen Test wieder frei bewegen dürfen.

In etwas verschärfter Form gilt das auch für Menschen, die moderate Covid-19-Symptome* haben. Auch sie dürfen nach zehn Tagen plus negativem Test wieder raus, wenn sie am Ende der Isolation mindestens drei Tage ohne Symptome waren. Im Fall der vorsorglichen, häuslichen Quarantäne, weil jemand engen Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann die Dauer des Rückzugs durch einen Test ebenfalls gesenkt werden, hieß es vom Ministerium. Die Regelwartezeit nach dem Kontakt belaufe sich zwar auf 14 Tage. Sie reduziere sich aber bei einem negativen Test am Ende der Quarantäne auf 10 Tage. Für schwerere, längere Covid-19-Erkrankungen gelten andere Regeln. Auch in Frankreich und in den Niederlanden reagierten die Behörden auf die zunehmenden Corona-Zahlen. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

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