Zahlen steigen weiter an

Coronavirus in Italien: Beliebtes Urlaubs-Ziel wird zum Hotspot - Sport-Legende (70) infiziert sich in Disko

Urlaub in Italien - nach den sinkenden Infektionszahlen schien das Schlimmste endlich überstanden, jetzt trifft es ausgerechnet ein beliebtes Touristen-Ziel.

  • Erleichterung in Italien: Keine neue Infektionen in der einstigen Coronavirus-Hochburg Bergamo
  • Mit dem Tourismus steigen aber auch in Italien die Infektionszahlen wieder drastisch
  • Die beliebte Urlaubs-Insel Sardinien ist besonders schlimm betroffen

Es waren schockierende Bilder im März 2020: Laster der italienischen Armee transportierten in Bergamo die Särge der Coronavirus-Opfer ab. Zu viele Menschen waren gestorben. Genau hier können jetzt viele aufatmen. Endlich ist es geschafft - die Zahl der Infizierten ist aktuell gleich null. Doch während große Teile Italiens beginnen, langsam wieder in die Zukunft zu sehen, gibt es schlechte Nachrichten aus dem Süden.

Tourismus kann Italien hier eigentlich gut gebrauchen. Auch die Wirtschaft des beliebten Urlaubs-Ziels litt stark und so pumpte auch Italien 100 Milliarden Euro in deren Rettung und verhängte ein kontroverses Kündigungsverbot. Doch mit den Urlaubern steigen auch die Infektionen wieder. Besonders die Touristen-Hochburg Sardinien ist betroffen.

An italienischen Flughäfen werden Urlauber verstärkt auf das Coronavirus getestet. Die Zahlen steigen weiter an.

Corona in Italien: Discos in Sardinien werden zu Corona-Herden

Trinken, Tanzen, Schwitzen - Auf der Insel war das Coronavirus lange kaum nachgewiesen worden, die Diskotheken waren geöffnet und zahlreiche Urlauber feierten sich durch die Nächte - mit fatalen Folgen. Die Infektionszahlen stiegen und besonders die Diskotheken an der Costa Smeralda wurden zu Corona-Herden.

Corona in Italien: Club-Besitzer und Mega-Star Flavio Briatore im Krankenhaus

Unter ihnen auch das Nachtlokal des prominenten Ex-Formel-1-Managers Flavio Briatore. Der wehrte sich im Vorfeld noch online mit Videos gegen die strengen Auflagen und die angebliche Stigmatisierung der Diskotheken. „The show goes on - die Show wird weitergehen!“- schrieb er. Jetzt gibt es rund 60 Infektionsfälle in Briatore's „Billionaire“-Club, auch Flavio selbst.

Briatores Team hatte am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa mitgeteilt, er habe sich mit leichtem Fieber und Symptomen der Erschöpfung ins San-Raffaele-Hospital in Mailand begeben. „Ich habe nur eine starke Prostataentzündung, Sonntagnacht fuhr ich ins San Raffaele in Mailand und sie nahmen mich auf“, sagte der 70-Jährige der Zeitung „Corriere della Sera“. Das Krankenhaus bestätigte am Mittwoch allerdings, der Corona-Test Briatores sei positiv ausgefallen. Der 70-Jährige Promi ist jetzt in Behandlung und Isolation.

Corona in Italien: Durchschnittsalter der Infizierten drastisch gesunken

Die italienische Regierung musste eingreifen: Jetzt sind Diskotheken und Strandbars auf Sardinien geschlossen. Ab 18:00 Uhr herrscht Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Laut Regierungs-Website stieg mit 513 aktiven Fällen in Sardinien die gesamte Infektionszahl der Insel auf 1.912. Ein Trend der sich auch im Rest Italiens abzeichnet. Die Zahlen sind noch nicht so hoch wie in Frankreich oder Spanien, trotzdem ist besonders für Urlauber Vorsicht geboten. Dass besonders die Clubs und Feiermeilen für den Anstieg auf Sardinien verantwortlich sind, zeigt auch das radikal gesunkene Durchschnittsalter der Infizierten: das liegt, laut Regierungs-Website, inzwischen bei 30 Jahren.

Video: Hunderte Touristen sitzen auf Mini-Insel fest

Eine der kleinen Vorinseln Sardiniens, Santo Stefano hat es besonders hart getroffen: Hier waren nach einem Corona-Ausbruch hunderte Urlauber und Angestellte eines Ressorts unter Quarantäne gestellt worden. (vs)

Unterdessen liegt Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi mit Corona in der Klinik. In Bayern wurde nun eine temporäre Maskenpflicht zum Schulstart eingeführt. Politiker Karl Lauterbach warnte nun vor dem sogenannten „Kamineffekt“: Eine Studie hatte eine neue Art der Corona-Übertragung durch Aerosole offenbart.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke/dpa/picture alliance

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