Nach 33 Jahren wieder frei

Jens Söring: Doppelmörder unschuldig? Experte veröffentlicht offenbar eindeutiges Dokument 

Nach der Rückkehr des verurteilten Doppelmörders Jens Söring zweifeln einige Experten an der Unschuld des 53-Jährigen. Seine Unterstützer halten dagegen. 

  • 33 Jahre nach seiner Verurteilung in den USA wurde Doppelmörder Jens Söring nun nach Deutschland abgeschoben. 
  • Der 53-Jährige bekräftigt erneut seine Unschuld. 
  • Trotz vieler Unterstützer, einige Experten zweifeln an den Aussagen Sörings. 

Frankfurt - Es ist einer dieser Kriminalfälle, auf die es wohl nie eine eindeutige Antwort geben wird. Der Fall des in den USA als Doppelmörder verurteilten Diplomatensohn Jens Söring spaltet die Meinungen. Der 53-Jährige verbrachte 33 Jahre in einem amerikanischen Gefängnis - weil er zunächst den Mord an den Eltern seiner damaligen Freundin gestanden hatte. 

Jens Söring nach Rückkehr in Deutschland - Doppelmörder bekräftigt Unschuld 

Obwohl Söring sein Geständnis kurz darauf zurückzog, glaubte das Gericht dem damals 20-Jährigen nicht. Nun kehrte Söring nach Deutschland zurück. Obwohl der Diplomatensohn in Frankfurt von unzähligen Unterstützern in Empfang genommen wurde, zweifeln viele Deutsche noch immer an einer Unschuld des 53-Jährigen. Lesen Sie hier noch einmal alle Infos zu dem mutmaßlich von Jens Söring durchgeführten Doppelmord. 

Während Söring in den USA weiterhin als verurteilt und somit schuldig des Mordes gilt - der Deutsche wurde nicht begnadigt - sammeln seine Unterstützer Indizien für die Unschuld des damals 18-Jährigen. Eine von Unterstützern weit verbreitete These: die DNA Sörings sei am Tatort nicht festgestellt worden. Eine andere am Tatort gefundene DNA-Spur konnte dagegen bis heute keiner Person zugeordnet werden können.

Bereits seit Jahren erfährt Jens Söring Unterstützung durch unzählige deutsche Staatsbürger. Dies zeigte sich auch bei der Ankunft des 53-Jährigen in Deutschland. Obwohl die Familie des Deutschen bei der Ankunft des 53-Jährigen nicht erschien, die Mutter Sörings ist Berichten zufolge bereits verstorben, wurde der verurteilte Doppelmörder im Kreise seiner Freunde herzlich empfangen. Auch CDU-Politiker Peter Beyer begrüßte den Rückkehrer euphorisch. 

Eine im Jahr 2016 veröffentlichte Dokumentation mit dem Titel „Das Versprechen“ rollte den Kriminalfall erneut auf. Die Autoren besuchten Söring über Jahre im amerikanischen Gefängnis. Obwohl die Doku den kompletten Prozess rückblickend betrachtet, bekommt der Zuschauer auch hier das Gefühl vermittelt: Jens Söring kann nur unschuldig sein - selbigen Eindruck vermittelt er auch in seinem Buch „Nicht schuldig!“

Jens Söring unschuldig? Experten zweifeln an Theorien

Während viele Unterstützer im Laufe der Jahre an eine Unschuld Sörings glauben, ist sich der ehemalige US-amerikanische Strafverteidiger Andrew Hammel sicher: Jens Söring ermordete die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom. Wie der Experte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt, wäre Söring durch die Beweislage zur damaligen Zeit auch in Deutschland verurteilt worden. 

Jens Söring: Ist der Doppelmörder tatsächlich unschuldig? Bericht veröffentlicht 

Ein weiterer Experte, der für eine Schuld Sörings scheinbar sogar stichhaltige Beweise liefern kann, ist ein Beamter beim britischen Scotland Yard. Pünktlich zur Freilassung des 53-Jährigen liefert Terry Wright seinen Bericht über den Doppelmord an dem Ehepaar Haysom. 

Denn kurz nachdem Söring 1985 für damalige Ermittler in den Fokus geriet, flüchtete der Diplomatensohn mit seiner damaligen Freundin nach England. Knapp ein Jahr später stellt sie Scotland Yard. Doch bevor die beiden abgeschoben werden, äußert sich Söring in einem ersten Verhör. 

Der ermittelnde Beamte in England zur damaligen Zeit: Terry Wright. Wie die FAZ berichtet, soll der Beamte in dem rund 454 Seiten langen Bericht unter anderem erklären, dass Söring bei einigen Behauptungen lüge. Demnach habe der 53-Jährige erklärt, am Tag seiner Verhaftung in London keinen Kontakt zu einem Anwalt oder einer deutschen Botschaft gehabt zu haben. Dies sei jedoch falsch, wie Wright demnach beweisen will. 

Jens Söring irritierte mit Geständnis - Beamter veröffentlicht Details 

Ein weiterer unstimmiger Punkt sei die Tatsache, dass sich Söring in dem damaligen Verhör erkundigt habe, ob die Strafe geringer ausfalle, wenn nicht er selbst die Leichname verstümmelt habe, sondern wenn er „nur“ für den Mord verantwortlich wäre. Anschließend habe er den Ermittlern eine weitere Theorie präsentiert. Demnach habe er zwar die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth ermordet, es sei jedoch eine Freundin der Familie gewesen, die die Leichen anschließend barbarisch verstümmelt habe. 

Demnach soll die Freundin der Familie kurz nach dem Mord heimlich in das Familienhaus eingedrungen sein und die leblosen Körper im Rahmen eines Voodoo-Rituals geschändet haben. Wright weist ebenfalls darauf hin, dass Söring in dem damaligen Verhör bereits angekündigt hatte, es sich vorstellen zu können, im Folgenden ein falsches Geständnis abzulegen. 

Für den Ermittler von Scotland Yard nur zwei von vielen Hinweisen, die auf eine Schuld des 53-Jährigen hindeuten. Wann der vollständige Bericht enthüllt werden soll, ist demnach noch nicht bekannt. 

Der Mord an der Schülerin Claudia Ruf ist seit 23 Jahren ungeklärt. Nun verfolgt die Staatsanwaltschaft neue Ansätze, den Mörder an der Elfjährigen zu finden.

Zehn Jahre ist der Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl aus Heidenheim bereits her. Nun könnte der Kriminalfall dank neuer Spuren aufgeklärt werden.

Noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden die mutmaßlichen Mörder eines dunkelhäutigen Joggers. Drei Männer jagten und erschossen den jungen Mann. Die ausbleibende Reaktion der Justiz sorgt für einen Aufschrei in den USA.

Rubriklistenbild: © dpa / Andreas Arnold

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