Wir sind hier nicht bei Tinder

Münchnerin beschwert sich über Dating-Anfragen bei Linkedin und löst hitzige Diskussion aus

Jessica Linden, Mitarbeiterin des Bayerischen Staatsministeriums, ist von Dating-Anfragen genervt. Auf ihrem Linkedin-Profil macht sie ihrem Ärger Luft.

Frau tippt am Laptop mit Linkedin Logo

München - Frauen bekommen im Internet oft unangenehmen Anfragen von Männern. Nicht nur auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram. Sogar auf Karriereportalen wie Xing und Linkedin sind sie vor unerwünschten Avancen nicht sicher.

Eine Mitarbeiterin des Bayerischen Staatsministeriums wollte sich das nicht mehr gefallen lassen und setzte sich öffentlich zur Wehr. Der Linkedin-Beitrag von Jessica Linden verbreitete sich im Netz und sammelte bisher mehr als 16.000 Likes.

Welche Nachrichten ihr genau zugesendet wurden, hat Jessica Linden nicht mittgeteilt. Immer mehr Frauen wehren sich gegen Belästigungen aller Art - so auch neulich Moderatorin Mareile Höppner auf Instagram, die sich über unangemessene Nachrichten von Männern beschwerte (tz.de* berichtete).

Bei Linkedin wehrt sich eine Münchnerin über unangemessene Zuschriften

Auch Jessica Lindner versucht mit ihrem Linkedin-Beitrag, Männer davon abzubringen, ihr Online-Dating-Anfragen* zu schicken. Sie schreibt: „Liebe Herren, ich bin nur aus geschäftlichen Gründen hier! Ich bin mit meinem Privatleben sehr glücklich! Also egal, ob Sie mir einmal, zwei Mal oder zehn Mal privat schreiben, ich werde Ihnen nicht antworten! Einen Linkedin-Kontakt zu akzeptieren, entspricht nicht einem Match bei Tinder.“

Unter dem Linkedin-Beitrag der Münchnerin sammeln sich Hunderte Kommentare. Von Zuspruch bis hin zu Vorwürfen ist alles dabei. Ein User rät sogar: „Dann nimm ein anderes Foto!“ Ihr Bild sei für eine Karriere-Plattform nicht angemessen.

Viele Linkedin-Nutzer geben der Münchnerin Recht. Eine Userin schreibt: „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was daran so witzig ist, liebe Kommentierenden. Wenn sich eine Person so bedrängt fühlt, dass sie das öffentlich mitteilen muss, dann ist das nichts, worüber ich lachen würde. Und jetzt sagt nicht, dass das ein Kompliment ist, angemacht zu werden. Wenn jemand hier für seine:ihre Karriere ist und nur als Material für männliches Privatvergnügen wahrgenommen wird, dann ist das unangebracht und dann ist er:sie Opfer von Sexismus. Durch das „Weglachen“ dieses Problems macht ihr die Betroffenen stumm. Nicht cool.“

LinkedIn ist ein Netzwerk mit Fokus auf Jobvermittlung, keine Dating-Plattform.* Das scheint dennoch viele Männer nicht abzuschrecken. Es müssen wohl viele Anfragen gekommen sein, bis sich Jessica Linden dazu entschieden hat, öffentlich darauf zu reagieren.

Auf der Homepage der Münchnerin ist zu erkennen, dass sie als Model tätig war oder ist. Doch auch ein attraktives Äußeres sollte auf einer Karriere-Plattform wie Linkedin keine Einladung zu Flirtversuchen sein. *tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

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