Deutsche Bischofskonferenz

Nach Marx-Abtritt: Neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz steht fest

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gibt das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz auf.  Jetzt steht sein Nachfolger fest.

  • Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gibt das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz auf. 
  • Nach reiflicher Überlegung werde er nicht mehr kandidieren, so Marx. 
  • Kardinal Marx hat bereits eine Vorstellung, wer ins Amt kommen sollte: „Ich finde es sollten ....“

Update vom 3. März, 12.53 Uhr: Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist neuer Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Der 58-Jährige wurde am Dienstag in Mainz nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zum Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx gewählt. Bätzing folgt damit seinem Förderer im Amt nach. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Der Vorsitzende gilt als Sprecher der Bischöfe, moderiert im Inneren und repräsentiert die Versammlung nach Außen.

Bätzing wurde 1961 in Kirchen (Sieg) in Rheinland-Pfalz geboren. Er wuchs als Sohn einer Hausfrau und eines Bahnangestellten in Niederfischbach auf. Er studierte Theologie und Philosophie an den Universitäten Trier und Freiburg und schloss diese 1985 mit einem Diplom ab. Zwei Jahre später wurde er zum Priester geweiht und war danach als Kaplan und Pfarrer tätig. Er ist seit 2016 Bischof von Limburg.

Bätzing gilt als Reformer und allgemein nicht als Freund der Zölibats-Pflicht. Seiner Meinung nach sollte dieser nicht Pflicht, sondern freiwillig sein. Allerdings heißt dies nicht, dass Bätzing den Zölibat an sich ablehnt. Er sieht ihn allgemein als wertvoll an, da Jesus so gelebt habe. 

Georg Bätzing neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz

Münchner Kardinal Marx gibt Amt des Vorsitzenden auf - Idee für seine Nachfolge: „Ich finde ...“

Update 11.30 Uhr: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gibt das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ab. Er stehe für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung, teilte die DBK am Dienstag in Bonn mit. Marx hätte sich bei der Frühjahrsvollversammlung der DBK Anfang März in Mainz zur Wiederwahl stellen müssen. Jetzt werde dort ein anderer Bischof gewählt werden müssen, sagte eine DBK-Sprecherin.

In einem Brief an die deutschen Bischöfe teilte Marx mit, dass er für eine eventuelle zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehe. „Schon seit einiger Zeit steht das für mich fest“, schrieb er. „Meine Überlegung ist, dass ich am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit 72 Jahre alt wäre, und dann auch das Ende meiner Aufgabe als Erzbischof von München und Freising nahe sein wird. Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen. Und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt.“ Er habe das Amt gerne ausgeübt, aber alles habe seine Zeit.

Marx galt bisher als die treibende Kraft hinter dem Synodalen Weg, dem auf zwei Jahre angelegten Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. Darin geht es unter anderem um die Sexualmoral der Kirche, die Stellung der Frau und den Zölibat, die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester. Marx hatte den Prozess als Reaktion auf den Missbrauchsskandal wesentlich mit initiiert.

Der 66-jährige Marx steht seit über einem Jahrzehnt an der Spitze eines der reichsten Bistümer der katholischen Welt: Er ist Erzbischof von München und Freising. Von 2002 bis 2008 war er Bischof von Trier. 2008 wurde er bereits als Favorit für den Vorsitz der Bischofskonferenz gehandelt, unterlag aber dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. 2014 klappte es schließlich für Marx. Die DBK ist das Führungsgremium der katholischen Kirche in Deutschland. Allerdings kann sie den einzelnen Bischöfen nichts vorschreiben, dementsprechend trat Marx eher als Initiator und Moderator auf.

Kirche: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx will nicht Vorsitzender der Bischofskonferenz bleiben 

Erstmeldung vom 11. Februar 2020:

München - Der Münchner Kardinal Reinhard Marx (66) gibt das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ab. Er stehe für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung, teilte die DBK am Dienstag in Bonn mit. Marx hätte sich bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz Anfang März in Mainz zur Wiederwahl stellen müssen. Jetzt werde dort ein anderer Bischof gewählt werden müssen, sagte eine DBK-Sprecherin.

Der 66-jährige Marx ist Erzbischof von München und Freising und seit 2014 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Kirche/München/Freising: Kardinal Reinhard Marx will auf der kommenden Bischofskonferenz nicht mehr zur Wahl antreten

Gegen Marx gibt es schwere Vorwürfe*: Eine Studie der katholischen Kirche wurde 2018 veröffentlicht, die zeigte, dass allein im Freistaat 1000 Kinder und Jugendliche von Kirchenmännern missbraucht wurden. Ein renommierter Kriminologe kritisiert jetzt, Marx habe die Aufarbeitung des ganzen Skandals zu verhindern versucht.

Marx gilt unter den bayerischen Bischöfen als Revoluzzer und Querschläger. Wie Papst Franziskus spricht sich der Münchner für eine Lockerung des Zölibats aus*. 2018 positionierten sich einige Konkurrenten. 

Das Bistum Regensburg hat sich nun entschlossen, Opfern von Gewalt und Missbrauch mehr Geld* als Entschädigung zukommen zu lassen.

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Rubriklistenbild: © dpa / Henning Schoon

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