Gefährliche Wechselwirkung

Biologe warnt eindringlich: Coronavirus nur der Anfang - es kann noch viel schlimmer kommen

Biologe Josef Settele während einer Pressekonferenz in Berlin
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Biologe Josef Settele warnt vor weiteren Pandemien.

Corona und sonst fast nichts - so sehen viele Menschen derzeit den Alltag. Das zehrt an den Nerven. Doch möglicherweise drohen deutlich schlimmere Zeiten.

  • Menschlich verursachte Umweltschäden sind mitunter irreparabel.
  • Dadurch müssen auch Tiere neue Lebensräume erschließen.
  • Für den Menschen hat das Folgen - und die sind höchst gefährlich.

München – Seit Monaten gibt es weltweit kaum ein anderes Thema, als die Corona-Pandemie*. Weil die Corona-Zahlen* aktuell in vielen Ländern Höchstwerte erreichen, ist ein Ende kaum abzusehen.

Der Unmut über das unaufhörliche Befassen mit dem Coronavirus* wächst bei vielen Menschen. Professor Josef Settele ist Biologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle. Er glaubt: In Zukunft kann es noch viel schlimmer kommen.

„Die nächste Pandemie wird kommen. Und wenn wir Pech haben, wird sie noch gravierender und tödlicher als die COVID-19-Welle* sein“, schreibt er bei focus.de. Jammern wir also gerade auf hohem Niveau?

Coronavirus: Biologe sieht fatales Umwelt-Zusammenspiel - weitere Pandemien möglich

Glaubt man Settele, ist dies der Fall. Der Wissenschaftler befürchtet, der Mensch habe der Natur zu viel zugemutet. Die Folge sei eine „Triple-Krise“.

„Es handelt sich um ein fatales Zusammenspiel aus Klimawandel, Artensterben und Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die von Tier zu Mensch (und umgekehrt) übertragen werden und Pandemien auslösen können“, erklärt Settele seine These. Diese Zoonosen seien der Ursprung von „oft tödlichen Krankheiten“. Dazu zählt COVID-19 ebenso wie beispielsweise Malaria, Aids oder Ebola.

Derzeit bremst der Corona-Lockdown den Lebensalltag vieler Menschen ein. Die Natur profitiert davon sehr, wie Forscher jüngst rausfanden.

Video: Zerstörung von Lebensräumen erhöht Gefahr von tierischen Krankheitserregern

Coronavirus: Verheerende Wechselwirkung befeuert Virenkrankheiten

Nach den Erkenntnissen des Biologen Settele haben Klimawandel, Artensterben und Zoonosen untereinander eine verheerende Wechselwirkung. Und menschlich verursachte Schäden an Tier und Umwelt tun ihr Übriges. „Je mehr der Mensch in bis dahin unberührte Natur vordringt und sie ausschlachtet, desto mehr Virenkrankheiten springen auf ihn über“, schildert Settele.

Verlieren Tiere ihren Lebensraum, siedeln sie um. Häufig flüchten sie in kleinere Territorien. Und leben dort dichter gedrängt als zuvor. Dies erhöht die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern.

Damit muss auch der Mensch mit einer Infektion rechnen. Die Anpassungsfähigkeit der Viren lässt die Infektionsgefahr von Tier auf Mensch ansteigen.

Coronavirus: Biologe warnt - Temperaturanstieg schleppt Krankheiten ein

Ein Grund hierfür sind wärmere Temperaturen. „Der Klimawandel ermöglicht es, dass sich Mücken-, Hornissen- und Zeckenarten in Regionen fest ansiedeln, in denen sie bislang den Winter nicht überlebt hätten“, sagt Settele. „Auch so werden Krankheiten eingeschleppt.“

Der Forscher appelliert eindringlich an die Weltbevölkerung, ihren Umgang mit der Natur zu überdenken. Andernfalls drohen den Menschen auch weitere Pandemien. „So wie bisher können wir nicht weiter machen“, glaubt Settele. „Wir Menschen graben uns eine Grube, in die wir selbst hineinzufallen drohen.“ (kh)

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