Klima-Risiko-Index

Deutschland Wetterextremen ausgesetzt - weltweit unter den drei stärksten betroffenen Staaten 

Abgestorbene Fichten im Nationalpark Eifel
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Abgestorbene Fichten im Nationalpark Eifel.

Hitzewellen, Überschwemmungen und Stürme sind Wetterextreme die Todesopfer fordern und Schäden anrichten. Deutschland gehört erstmals zu den am stärksten betroffenen Ländern der Welt. 

  • Der Globale Klima-Risiko-Index von Germanwatch zeigt, wie stark Länder von Wetterextremen wie Überschwemmungen, Stürmen oder Hitzewellen betroffen sind.
  • Deutschland taucht im Klima-Risiko-Index erstmals auf.
  • Es geht um Extremwetterereignisse im Jahr 2018.  

Madrid - Deutschland ist einem neuen Klima-Bericht zufolge im vergangenen Jahr erstmals unter den drei am stärksten von Wetterextremen betroffenen Ländern der Welt gewesen. Durch die Hitzewelle im Jahr 2018 mit extremer Dürre kamen im Jahr 2018 mehr als 1200 Menschen in Deutschland ums Leben, wie aus dem am Mittwoch in Madrid vorgestellten Klima-Risiko-Index der Organisation Germanwatch hervorgeht. Nach Angaben der Organisation waren nur Japan und die Philippinen im vergangenen Jahr noch stärker von extremen Wetterlagen betroffen.

Von Extremwettereignissen 2018 am meisten betroffen:

  • Japan
  • Philippinen
  • Deutschland

Extremwetter trifft Industrienation Deutschland

"Der Klima-Risiko-Index zeigt, dass massive Klimawandelfolgen weltweit zunehmen - sie treffen immer öfter auch Industrienationen wie Deutschland oder Japan", erklärte Maik Winges von Germanwatch. Aus den Zahlen geht hervor, dass in Deutschland im vergangenen Jahr durch Hitze und Dürre Schäden in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro in sogenannten Kaufkraftparitäten entstanden. Germanwatch wies allerdings darauf hin, dass aufgrund fehlender Daten die Hitzefolgen etwa in afrikanischen Ländern für 2018 unterrepräsentiert sein können.

Längerfristig sind dem Klima-Risiko-Index zufolge vor allem ärmere Länder von Wetterextremen wie Dürre, Stürme oder Überschwemmungen betroffen. Puerto Rico, Myanmar und Haiti waren demnach im Zeitraum 1999 bis 2018 die am stärksten betroffenen Länder. Insgesamt kamen demnach in dem Zeitraum weltweit mehr als 495.000 Menschen als direkte Konsequenz von über 12.000 Extremwetterereignissen ums Leben. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich demnach auf 3,54 Billionen US-Dollar.

Da ärmere Länder angesichts von oft wiederkehrenden Extremwetterlagen wie Stürmen kaum eine Chance hätten, sich von Katastrophen zu erholen, forderte Germanwatch mehr "Unterstützung von den Hauptverursachern des Klimawandels". Der Klimagipfel in Madrid müsse sich mit der fehlenden zusätzlichen Finanzierung befassen, um den ärmsten Ländern zu helfen, Schäden und Verluste zu bewältigen, hieß es.

Mehr Hitzewellen in Europa wahrscheinlich

Im Langfrist-Index von Germanwatch für den Zeitraum von 1999 bis 2018 lag Deutschland im weltweiten Vergleich auf dem 17. Platz und rückte damit in die Top 20 der am stärksten betroffenen Länder auf. In weiten Teilen Europas sei die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Hitzewellen heute bis zu 100 mal größer als noch Anfang des 20. Jahrhunderts, teilte die Organisation mit.

Hitzewelle in Deutschland 2018: Niedrigwasser auf der Donau.

Was erfasst der Klima-Risiko-Index?

Der Klima-Risiko-Index erfasst durch Wetterextreme verursachte Schäden und Todesfälle. Diese werden außerdem in Beziehung zu wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Einwohnerzahl gesetzt, um eine Rangliste der Betroffenheit zu erstellen. Als Basis nutzt Germanwatch Daten des Rückversicherers Munich Re und des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Verfasser des Berichts betonen, dass die Daten keine "einfache Aussage" darüber erlauben, welcher Anteil der Wetterextreme direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Es sei dadurch aber möglich, "ein Bild der Betroffenheit der Staaten" gegenüber diesen Entwicklungen zu zeichnen.

Die aktuelle Klima-Debatte spaltet die Gemüter. Schauspieler Jan Leyk bezeichnete nun einen minderjährigen Aktivisten als „kleiner Pisser“. Dies bleibt nicht ohne Reaktionen.

AFP

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