Entschädigung für Autofahrer

Köln beschließt Rückzahlung von Geld aus Blitzer-Panne

Auf der A3 am Kreuz Heumar war 2016 etwa 400 000 Mal geblitzt worden - es fehlte aber ein entsprechendes Tempo-60-Schild. Foto: Oliver Berg
1 von 7
Auf der A3 am Kreuz Heumar war 2016 etwa 400 000 Mal geblitzt worden - es fehlte aber ein entsprechendes Tempo-60-Schild. Foto: Oliver Berg
Autos fahren auf der Autobahn 3 am Dreieck Heumar in Köln an einer Blitzeranlage vorbei. Foto: Marius Becker
2 von 7
Autos fahren auf der Autobahn 3 am Dreieck Heumar in Köln an einer Blitzeranlage vorbei. Foto: Marius Becker
Eine Geschwindigkeitsmessanlage der Polizei. Foto: Patrick Seeger/Archiv
3 von 7
Eine Geschwindigkeitsmessanlage der Polizei. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Mit einer mobilen Radarkontrolle können Polizisten Raser überführen. Kommt es bei der Messung jedoch zu Ungenauigkeiten, wird dies schwierig. Foto: Tim Brakemeier
4 von 7
Mit einer mobilen Radarkontrolle können Polizisten Raser überführen. Kommt es bei der Messung jedoch zu Ungenauigkeiten, wird dies schwierig. Foto: Tim Brakemeier
Polizei testet EC-Zahlung von Strafen bei Verkehrsverstößen. Foto: Alexander Körner/Archiv
5 von 7
Polizei testet EC-Zahlung von Strafen bei Verkehrsverstößen. Foto: Alexander Körner/Archiv
Ein Streifenwagen blitzt ein vorbeifahrendes Fahrzeug. Foto: Ronald Wittek/Archiv
6 von 7
Ein Streifenwagen blitzt ein vorbeifahrendes Fahrzeug. Foto: Ronald Wittek/Archiv
Geschwindigkeitskontrolle in Köln. Archivbild Foto: Oliver Berg
7 von 7
Geschwindigkeitskontrolle in Köln. Archivbild Foto: Oliver Berg

Im Hickhack um die sogenannte Blitzer-Posse von Köln ist eine Lösung gefunden. Die zu Unrecht geblitzten Autofahrer sollen ihr Geld zurückbekommen.

Köln (dpa) - Der Kölner Stadtrat hat den Weg freigemacht, um Hunderttausenden Autofahrern zu Unrecht kassierte Bußgelder zurückzuzahlen. Am Dienstagabend stimmte der Rat einem "freiwilligen Ausgleichsprogramm" zu, mit dem die Betroffenen entschädigt werden können.

Um ihr Geld zurückzubekommen, müssen sie nun noch ein Online-Formular ausfüllen.

Ursache für die als Blitzer-Posse bekannt gewordene Panne war ein nicht richtig ausgeschildertes Tempolimit auf der A3 am Kreuz Heumar gewesen. An einer Stelle, an der statt 80 Kilometer in der Stunde 60 gelten sollte, war 2016 hunderttausendfach geblitzt worden. Es fehlte aber ein entsprechender Hinweis am Ende einer Baustelle. Das stellte das Kölner Amtsgericht nach der Klage eines Autofahrers fest.

Die Stadt Köln wollte daraufhin die zu Unrecht gezahlten Bußgelder zunächst über den sogenannten NRW-Gnadenerlass zurückzahlen. Dieser Weg war nach Ansicht der Bezirksregierung aber nicht zulässig. Stattdessen einigten sich die Behörden auf das "freiwillige Ausgleichsprogramm". Auch aufgrund des Behörden-Hickhacks hatte der Fall deutschlandweit Schlagzeilen gemacht.

Kölns Stadtdirektor Stephan Keller räumte ein, man habe sich wegen der Rechtslage "mit einer Lösung des Problems durchaus schwer getan". Um das Geld zurückzahlen zu können, brauche man aber eine Rechtsgrundlage. Das Ausgleichsprogramm könne die Betroffenen nun entschädigen - allerdings nur finanziell.

Alles andere - etwa Punkte in Flensburg zu tilgen oder ein Fahrverbot aufzuheben - liege nicht in der Macht der Stadt. Darüber könnten nur Gerichte entscheiden oder in Härtefällen die Bezirksregierung in einem sogenannten Gnadenverfahren.

Zunächst war von rund 400.000 geblitzten Fahrzeugen an der falschen Beschilderung die Rede gewesen. Am Dienstagabend stellte die Stadt klar, dass man nach weiterer Aufarbeitung nun von maximal 285.000 Fällen ausgehe.

Stadt Köln

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

USA: Mann erschießt drei Menschen - Fahndung läuft

Ein Mann soll in einer Firma im US-Bundesstaat Maryland drei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt haben.
USA: Mann erschießt drei Menschen - Fahndung läuft

Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

Kiloweise sammelten Forscher in den vergangenen 27 Jahren Insekten aus aufgestellten Fallen. Die Auswertung der Sammeldaten bestätigt: Die Insektenzahl schwindet …
Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

Anführer der Pakistan-Taliban offenbar tot

Nach eigenen Angaben ist der Anführer der pakistanischen Taliban, Khalifa Umar Mansoor, offenbar tot. Näher Angaben machten die Gotteskrieger nicht.
Anführer der Pakistan-Taliban offenbar tot

Internet-Shop verkauft geschmackloses Anne-Frank-Kostüm

Ein Internethändler hat ein Anne-Frank-Kostüm zum Verkauf angeboten. Die Empörung ist groß, das Kostüm wurde von der Seite genommen. Dem Anbieter tue es leid. 
Internet-Shop verkauft geschmackloses Anne-Frank-Kostüm

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.