Kriminelles Netzwerk

Lange Haft für Hintermann von Enkeltrickbetrügern

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Beim Enkeltrick werden Menschen mit altmodisch klingenden Vornamen angerufen und von angeblichen Verwandten um Geld gebeten. Foto: Julian Stratenschulte / Symbolbild

Hamburg (dpa) - Das Hamburger Landgericht hat einen Hintermann von Enkeltrickbetrügern zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Dem 30-Jährigen seien 40 Betrugstaten nachgewiesen worden, sagte der Vorsitzende der Strafkammer, Bernd Steinmetz.

Hinter dem Angeklagten habe ein ganzes Netzwerk von Betrügern gestanden. "Bei Ihnen liefen die Fäden des Netzwerks zusammen", sagte der Richter. Der 30-Jährige habe von Polen aus agiert und sein luxuriöses Leben mit der Beute finanziert. Der Pole habe mindestens 300.000 Euro Profit gemacht. Laut Urteil muss der Angeklagte drei geschädigten Frauen rund 47.000 Euro zurückzahlen.

Der 30-Jährige sei in den meisten Fällen als sogenannter Keiler tätig gewesen, stellte die Strafkammer fest: Er habe Menschen mit altmodisch klingenden Vornamen wie Ingeborg, Gerda, Heinrich oder Oswald in Deutschland angerufen und sich als Enkel oder Verwandter in einer Notsituation ausgegeben. Erklärten sich die Senioren bereit, ihrem vermeintlichen Enkel zu helfen, schickte ein Mittäter vor Ort einen Abholer für das Geld los.

Der Prozess hatte vor einem Jahr begonnen. Erst im November hatte der Angeklagte ein fast vollständiges Geständnis abgelegt, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Der 30-Jährige war im Juli 2016 in Ungarn festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden.

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