Suche nach Vermissten geht weiter

Nach Explosion in Leverkusen: Erste Ergebnisse der Umwelt-Analyse vorgestellt

Nach der Explosion in Leverkusen ist eine große Rauchwolke über Wohngebiete hinweggezogen. Erste Ergebnisse einer Umwelt-Analyse liegen jetzt vor.

Update vom 30. Juli, um 15.15 Uhr: Das Landesumweltamt gibt nach dem Brand in der Müllverbrennung des Chemparks Leverkusen leichte Entwarnung: Erste Untersuchungen der Ruß- und Staubrückstände haben nur eine geringe Schadstoffbelastung ergeben. Es seien keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen in den Rußpartikeln festgestellt worden, teilte das Landesumweltamt am Freitag mit. Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien sehr geringe Werte gemessen worden, die die Bewertungsgrenzen unterschritten.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die am Brandereignis beteiligten Stoffe nur ein geringes Dioxin-Bildungspotential gehabt hätten. Die Ermittlungen, welche weiteren Stoffe bei dem Unfall beteiligt waren, dauerten noch an. Daher sei noch unklar, ob weitere, bisher unbekannte Stoffe in die nähere Umgebung der Brandstelle eingetragen worden seien.

Daher sollten Anwohner die bisher geltenden Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge aufrecht erhalten und weiterhin auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem Garten verzichten, verunreinigte Flächen nicht anfassen und auch nicht selber reinigen. Das gelte für das betroffene Stadtgebiet Leverkusen und die unmittelbar angrenzenden Bereiche der Städte Leichlingen und Opladen.

Erstmeldung: Leverkusen - Drei Tage nach der gewaltigen Explosion im Leverkusener Chempark rückt das Ergebnis einer Analyse der dabei freigesetzten Stoffe immer näher. Nach der Detonation war eine gigantische Rauchwolke aufgestiegen und auch über Wohngebiete gezogen. Das mit der Untersuchung betraute nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) hat einen entsprechenden Bericht zunächst für „voraussichtlich Ende der Woche“ in Aussicht gestellt. Am Freitagnachmittag (30. Juli) sollen nun auf einer Pressekonferenz erste Ergebnisse verkündet werden.

Nach Explosion in Leverkusen: Erste Ergebnisse der Umwelt-Analyse erwartet

Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage hatten am Dienstag (27. Juli) im Leverkusener Chempark Tanks gebrannt, in denen nach Angaben der Betreiberfirma Currenta „organische Lösungsmittel“ lagerten. „Das ist eine Klasse an Lösungsmitteln, die in der Chemie einfach als Reststoffe anfällt“, erklärte Chempark-Leiter Lars Friedrich. Nach dem Brand waren in Leverkusen viele kleine Rußpartikel niedergegangen. Die Stadt riet ihren Bürgern unter anderem, kein Obst oder Gemüse aus dem Garten zu essen, wenn sich entsprechender Staub darauf angesammelt habe.

In einer ersten Einschätzung war das LANUV davon ausgegangen, dass es sich um „Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen“ gehandelt haben könnte, die über die Rauchwolke in umliegende Wohngebiete getragen wurden. Grundsätzlich entstünden Dioxine bei jedem Brandereignis in mehr oder weniger hohen Konzentrationen. Wie hoch die vorhandenen Rückstände mit diesen Substanzen belastet sind, werde sich erst nach der aufwendigen Auswertung zeigen.

Nach der Explosion im Leverkusener Chempark ist eine große Rauchwolke aufgestiegen.

Nach Explosion in Leverkusen: Suche nach Vermissten geht weiter - mindestens fünf Tote

Die gewaltige Explosion in Leverkusen forderte mindestens fünf Todesopfer. Vier Personen wurden bislang tot aufgefunden, ein Schwerverletzter starb zudem im Krankenhaus. Zwei Menschen werden weiterhin vermisst. „Die Suche geht heute weiter“, erklärte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, war allerdings bereits am Donnerstagabend (29. Juli) und den Tagen zuvor sehr gering.

Rund um den Explosionsort liegt ein Trümmerfeld. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion gegen unbekannt. Sie möchte herausfinden, ob menschliche Fehler zu der Katastrophe führten. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Mirko Wolf

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