Spekulation über Sabotage

Loch in der ISS: Russland will Überwachungskameras anbringen

Zwei Kosmonauten überprüfen ein Leck an einer Raumkapsel, das im August einen leichten Druckabfall ausgelöst hatte. Foto: Alexander Gerst/ESA
+
Zwei Kosmonauten überprüfen ein Leck an einer Raumkapsel, das im August einen leichten Druckabfall ausgelöst hatte. Foto: Alexander Gerst/ESA

Ein Leck in der Internationalen Raumstation sorgte vor mehreren Monaten für Schlagzeilen. Die Ursache ist aber noch immer unklar. Russland zieht aber schon Konsequenzen aus dem Vorfall.

Moskau (dpa) - Im russischen Teil der Internationalen Raumstation ISS sollen Überwachungskameras angebracht werden. Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos zieht damit Konsequenzen aus einem mysteriösen Leck in einer an der ISS angedockten Sojus-Raumkapsel.

Es gebe die Anordnung, Überwachungskameras zu installieren, sagte ein Roskosmos-Sprecher nach Berichten russischer Medien. Ein Raumfahrer müsse noch für diese Arbeiten geschult und die Ausrüstung dafür bestellt werden. "Das geht nicht über Nacht." Zunächst gab es keine Angaben dazu, was genau mit den neuen Kameras überwacht werden soll. Auch jetzt werden die Astronauten schon bei ihrer Arbeit gefilmt.

Das Loch war Ende August vergangenen Jahres festgestellt worden. Es gab einen Druckfall. Der Vorfall hatte Anlass zu Spekulationen gegeben, etwa über Sabotage. Eine Version lautete, ein ISS-Besatzungsmitglied habe das Loch absichtlich gebohrt, damit der Rückflug früher stattfinde als geplant. Außerdem wurde anfangs gemutmaßt, ein Techniker auf der Erde sei mit einem Bohrer abgerutscht und habe das Leck dann heimlich abgedichtet. Alle Seiten hatten diese Spekulationen zurückgewiesen.

Das Leck wurde erfolgreich abgedichtet, die Ursache ist aber noch unklar. Zwei Kosmonauten hatten Anfang Dezember bei einem Außeneinsatz die betroffene Stelle untersucht. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst brachte mit seinen Kollegen vor Weihnachten Proben aus der Raumkapsel zur Erde mit.

Experten hoffen, damit die Ursache klären zu können. Nach Angaben von Roskosmos ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Auch seine Behörde warte auf die Ergebnisse, erklärte der Sprecher. Sollten sie vorliegen, werde man darüber informieren.

Gerst war ohne Komplikation in der betroffenen Sojus-Kapsel wieder zur Erde zurückgeflogen. Das Loch befand sich Roskosmos zufolge in einem Modul, das während der Landung abgekoppelt wurde und verglühte.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Wende nach Nawalny-Enthüllung: Jetzt meldet sich Putin zu Wort

Riesiger Luxuspalast am Schwarzen Meer? Kreml-Kritiker Alexej Nawalny wirft Russlands Präsident Korruption im großen Stil vor. Jetzt reagiert Putin auf die Vorwürfe.  
Wende nach Nawalny-Enthüllung: Jetzt meldet sich Putin zu Wort

Corona in Deutschland: 79 Fälle in Klinik - 500 Airbus-Angestellte in Quarantäne - Mutationsverdacht in Flensburg

In einer Klinik und bei Airbus gibt es neue teils große Corona-Ausbrüche. Flensburg berichtet über Verdachtsfälle der Virusmutation aus Großbritannien. Der News-Ticker.
Corona in Deutschland: 79 Fälle in Klinik - 500 Airbus-Angestellte in Quarantäne - Mutationsverdacht in Flensburg

Bayern: Kreisstadt verteilt kostenlose FFP2-Masken an Haushalte - Söder-Überraschung vor nächster Corona-Erklärung

Bayern befindet sich noch mitten im Corona-Lockdown. Jetzt wurde bekannt, dass die nächste Regierungserklärung zur Corona-Lage von Gesundheitsminister Holetschek …
Bayern: Kreisstadt verteilt kostenlose FFP2-Masken an Haushalte - Söder-Überraschung vor nächster Corona-Erklärung

Rabatte bis 90 Prozent: Handel im Südwesten steht Preisschlacht bevor - „letzter Sargnagel“

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde der Lockdown bis zum 14. Februar verlängert. Im Einzelhandel steht bei der Wiedereröffnung wohl eine …
Rabatte bis 90 Prozent: Handel im Südwesten steht Preisschlacht bevor - „letzter Sargnagel“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.