Regierung schränkt Nachtleben ein

Corona-Sorgen auf Mallorca wachsen erheblich - Am Ballermann droht der nächste Super-Gau

Weil auf Mallorca die Corona-Zahlen wieder rasant ansteigen, steuert die Regierung mit Einschränkungen gegen. Die Sorge wächst, dass auch die zweite Ballermann-Saison ausfällt.

Palma - Im Frühjahr sah es gut aus auf Mallorca. Wegen wenigen Infizierten mit dem Coronavirus* war Urlaub auf der bei Deutschen beliebten Baleareninsel möglich. Doch jetzt, nur wenige Monate später, wird „Malle“ immer mehr zum Sorgenfall. Das RKI hat ganz Spanien zum Corona-Risikogebiet* erklärt.

Weil die Zahlen wieder rasant steigen, stehen die Behörden vor Problemen. So können etwa enge Kontakte von Infizierten offenbar nicht mehr adäquat nachverfolgt werden. Zurzeit gebe es auf den Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, insgesamt 7460 mit dem Virus Infizierte, schrieb die Zeitung Diario de Mallorca am Dienstag.

Corona auf Mallorca: Behörden haben Schwierigkeiten bei Nachverfolgung von Kontakten

Statistisch kämen auf jeden Infizierten fünf enge Kontakte - also insgesamt 37.300 Menschen, die sich für zehn Tage isolieren müssten. Für die Nachverfolgung so vieler Kontakte und die Kontrolle, ob sich die Menschen auch an die Vorgaben hielten, hätten die Behörden nicht ausreichend Personal, hieß es.

Die Sieben-Tage-Inzidenz* kletterte auf den Balearen nach Angaben vom Dienstag auf 322. Die Krankenhäuser füllen sich wieder. Wurde vor vier Wochen gerade einmal 23 Corona-Patienten behandelt, sind es inzwischen 181. Wenige Tage zuvor hatte Mallorcas Regionalpräsidentin die Lage in den Kliniken „völlig unter Kontrolle“ genannt.

Mallorca: Regierung schränkt Nachtleben ein - Restaurants müssen mit weniger Gästen zufrieden sein

Die Regierung von Mallorca sieht sich wegen der kritischen Entwicklung gezwungen, die Zügel wieder anzuziehen. Ab dem kommenden Wochenende sollen wieder schärfere Regeln gelten. Diese müssten aber noch von der Justiz genehmigt werden. Im Kern soll das Nachtleben wieder eingeschränkt werden.

Die Regierung will zwischen 1 Uhr nachts und 6 Uhr morgens Zusammenkünfte und Trinkgelage verbieten. Wer dagegen verstößt, muss 1000 Euro Strafe bezahlen. Die Gastronomie müsste bereits um 1 Uhr schließen, in Restaurants dürfen ferner draußen statt wie bisher zwölf nur noch acht Personen an den Tischen sitzen, im Inneren vier statt sechs. Parks und Strände sollen zwischen 22 und 6 Uhr nicht betreten werden dürfen.

Lorenz Büffel: Wegfall von zweiter Mallorca-Saison ist für viele Künstler existenzbedrohend

Auch am Ballermann wachsen wegen der besorgniserregenden Entwicklung die Sorgen. „Zwei Jahre ohne Mallorca ist für jeden Ballermannkünstler finanziell schlimm, aber auch emotional ist es hart. 15 Jahre war ich dort arbeiten, sieben Monate pro Jahr habe ich dort das Inselleben inhaliert, meine Frau im Megapark kennengelernt. Der Wegfall der zweiten Saison ist für viele Künstler existenzbedrohend“, sagte Sänger Lorenz Büffel der Bild.

Kollegin Isi Glück sagt auch, dass Karrieren gefährdet sind, wenn eine zweite Mallorca-Saison wegfällt. „Es fällt mir schwer zu glauben, dass jetzt die zweite Saison infolge wegfallen könnte, es ist für mich so unwirklich. Ich will immer noch glauben, dass dieses Jahr noch irgendwas Kleines an Auftritten auf Mallorca möglich wird. Mir fehlt da ein sehr, sehr großes Stück in meinem Leben“, sagte die Sängerin der Bild. Nach einer Prügelattacke ist ein Tourist auf Mallorca gestorben. (mt/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janssen / imago images

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