Geldstrafen im sechsstelligen Bereich

Balearen gehen gegen Sauf-Tourismus vor - das ist ab sofort auf Malle und Ibiza verboten

Um den Alkohol-Tourismus auf Mallorca und Ibiza einzudämmen, haben die Balearen ein neues Gesetz verabschiedet. Wer es missachtet, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen.

  • Die Balearen-Regierung will künftig noch stärker gegen Alkohol-Tourismus vorgehen.
  • Deshalb verabschiedeten die Behörden am Freitag ein neues Gesetz.
  • Bei Missachtung drohen Geldstrafen von bis zu 600 000 Euro. 

Palma de Mallorca - Malle-Urlauber müssen nun ganz stark sein: Nachdem das sogenannte Eimersaufen ja bereits seit längerem mit Strafen bis zu 3000 Euro geahndet wird, will die Regierung der Balearen auf den beliebten Party-Inseln Mallorca und Ibiza künftig noch härter durchgreifen, um den Alkohol-Tourismus stark einzudämmen. 

Gesetze gegen Sauf-Tourismus gelten unter anderem für El Arenal und Magaluf

Die Regierung der Balearen-Inseln verabschiedete am Freitag ein Gesetz, das das Bewerben von Alkoholkonsum und den Verkauf alkoholischer Getränke in Bereichen, die für Trink-Exzesse berüchtigt sind, einschränkt. Das Gesetz gilt nach Angaben der Regierung für die Strände von El Arenal und Magaluf auf Mallorca sowie für das Bar-Viertel von Sant Antoni de Portmany auf Ibiza.

In den betroffenen Bereichen sind zukünftig unter anderem Happy Hours, Open-Bars, Preisnachlässe auf alkoholische Getränke und organisierte Kneipentouren verboten. Verstößt eine Bar gegen die neuen Vorschriften, drohen Geldstrafen von bis zu 600.000 Euro. Der Regierung zufolge sei das Ziel dieser Maßnahmen, "einen echten Wandel im Tourismuskonzept dieser Orte" zu erreichen. 

Auch „Balconing“ künftig verboten - bis zu 60 000 Euro Strafe

Wer auf Mallorca nach dem ultimativen Adrenalinkick sucht, könnte von der folgenden Nachricht ebenfalls enttäuscht sein: Auf allen Balearen-Inseln wird außerdem das "Balconing", bei dem Menschen vom Balkon in den Hotelpool oder auf einen benachbarten Balkon springen, verboten. Auf Verstöße stehen Strafen zwischen 6000 und 60.000 Euro. Angesichts mehrfacher Todesfälle durch den gefährlichen Trend ist ein Verbot des Balconings allerdings eine durchaus sinnvolle Maßnahme - Adrenalinkick hin oder her.

Todesfälle durch „Balconing“ sind aber nicht die einzigen Tragödien, die sich in letzter Zeit auf Mallorca ereignet haben. So ist im Dezember eine Frau auf der Balearen-Insel von einer Palme erschlagen worden und ein 22-jähriger Urlauber im Oktober in einer Bar verstorben.

Die Balearen - insbesondere Mallorca und Ibiza - sind trotz alledem schon seit langem ein Magnet für Touristen auf der Suche nach Sonne und Spaß für wenig Geld. Einige Ferienorte wie Magaluf sind inzwischen aber berüchtigt für Alkoholexzesse.

2018 besuchten 14 Millionen Touristen die Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Die Inselgruppe ist das zweitbeliebteste Urlaubsziel Spaniens. Spanien selbst ist wiederum weltweit auf Platz zwei der meistbesuchten Länder.

Rubriklistenbild: © dpa / Joan Llado

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