Wegen Fliegerbombe

Mega-Evakuierung in Augsburg an Weihnachten

Entschärfung einer Fliegerbombe in Augsburg
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Entschärfung Fliegerbombe

Augsburg - Die Stadt Augsburg muss an den Weihnachtstagen die größte Evakuierung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg stemmen. Wir zeigen die Bilder von Heiligabend und dem 1. Weihnachtsfeiertag.

Das Weihnachtsfest 2016 wird Augsburg nicht so schnell vergessen. Hinter der Stadt liegt die größte Evakuierungsaktion, die es seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland gab. Jeder fünfte Bewohner konnte den ersten Weihnachtsfeiertag nicht in seiner eigenen Wohnung verbringen – 54 000 Augsburger waren auf Herbergssuche.

Von vorne: Am vergangenen Dienstag fanden Bauarbeiter eine 1,8-Tonnen-Bombe nahe des Jakobertors (siehe Kasten). Um die gefährliche Luftmine zu entschärfen, musste das Gebiet im Umkreis von 1,5 Kilometern evakuiert werden. Weil das an einem Werktag nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre, legte die Stadt den Termin auf den nächsten Feiertag.

Es gibt wenig Blindgänger dieses Typs, sagt einer der drei Sprengstoffmeister, die die Bombe in einem fast vierstündigen Einsatz entschärft haben. Sie waren zu dritt – einer mehr als gewöhnlich. Denn auch die Bombe war alles andere als gewöhnlich. Der Sprengstoffmeister bezeichnet sie als „besonders“ und meint damit, dass nur vier Prozent seiner Kollegen jemals das „Vergnügen haben, an so eine Bombe zu kommen“. Diese brenzlige Situation flöße großen Respekt ein, die Entschärfer standen seit dem Fund unter enormen Druck, der jetzt erst langsam abfällt. „Ein komisches Weihnachtsfest“, sagt der Sprengstoffmeister, der nicht namentlich zitiert werden will.

Um Punkt 8 Uhr hatten Feuerwehr und Polizei mit der Räumung der Jakober-Vorstadt begonnen. Lautsprecherdurchsagen hallten durch die Straßen, an jeder Tür der 32 000 Haushalte wurde geklingelt. „Das war sehr eindrücklich“, berichtet Karl-Georg Michel, Sprecher des Bistums Augsburg. Auch er musste seine Wohnung verlassen, überlegen, was ist wichtig, was packt man ein. „Das sind existenzielle Fragen“, sagt er.

Die Evakuierung dauerte bis 15 Uhr, etwa eine Stunde länger als geplant, verlief aber reibungslos, berichtet Andreas Kohnle von der Berufsfeuerwehr Augsburg. Die Verlegung von Pflegebedürftigen sei einfach ein logistischer und zeitlich schwer abschätzbarer Aufwand gewesen. Vereinzelt gab es zwar Menschen, die nicht freiwillig gehen wollten, doch sie konnten positiv beeinflusst werden, so ein Polizeisprecher.

Für die Bewohner der vier Caritas-Altenheime, die in der Schutzzone lagen, war die Evakuierungsaktion aufregend. „Einen Mann haben wir gefragt, ob er nicht zu seinen Angehörigen gehen möchte“, sagt Bernhard Gattner vom Caritasverband für die Diözese Augsburg. „Jetzt wo endlich mal was los ist, soll ich weg“, habe er geantwortet. Der Mann wollte auch mit dem Bus in eines der Ausweich-Heime. Eine andere Frau erinnerte die Situation an ihre Vergangenheit – sie beruhigte die anderen. „Ich wurde schon dreimal ausgebombt. Alles halb so wild“, sagte sie laut Gattner.

Trotzdem waren alle froh, als es um 19 Uhr Entwarnung gab. „Man spürt die Freude darüber, dass nichts passiert ist“, sagt Bistums-Sprecher Michel. In der Messe am Stefanitag, die nach der Evakuierung wieder im Augsburger Dom stattfinden konnte, seien die Menschen gelassener und fröhlicher als sonst gewesen. Die Polizei twitterte: „Danke an ganz Augsburg für die enorme Hilfsbereitschaft.“ Rund 4000 Helfer waren im Einsatz. Auf Facebook boten Menschen unter dem Hashtag „WillkommenImWarmen“ Unterschlupf, Pfarreien organisierten Weihnachtsfeiern. Michel: „Es war eine riesige Welle von Solidarität und Mithilfe in der Stadt.“

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