Höchster Anstieg bisher

832 neue Corona-Tote in Spanien

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Soldaten in Schutzanzügen in Barcelona sind mit Abstand in Richtung eines Seniorenheims für Desinfektionsarbeiten unterwegs. Foto: David Zorrakino/Europa Press/dpa

Das Wochenende beginnt in Spanien mit einer Horrorzahl: Seit Beginn der Corona-Krise gab es noch nie so viele Tote an einem Tag. Jetzt muss auch das Militär beim Transport der Leichen helfen. Trotzdem glauben die Behörden, den Höhepunkt bald erreicht zu haben.

Madrid (dpa) - Zwei Wochen nach dem Beginn des strengen Ausgehverbots wegen des Coronavirus hat Spanien die bislang höchste Zahl neuer Todesopfer verzeichnet.

Innerhalb von 24 Stunden wurden 832 Tote registriert, die Gesamtzahl kletterte damit bis Samstagmittag auf knapp 5700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Trotz dieser verheerenden Bilanz herrscht bei den Behörden vorsichtiger Optimismus: Die Zahl der Infizierten stieg zwar ebenfalls weiter und belief sich am Samstag auf rund 72.000, etwa 8000 mehr als am Vortag. Der Anstieg nimmt prozentual gesehen aber seit Tagen ab und lag am Samstag nur noch bei elf Prozent.

Spanien hofft, den Höhepunkt der Krise bald zu überschreiten. "Wir sind bald da, wir wissen noch nicht genau wann, aber wir stehen vor dem Höhepunkt der Ansteckungskurve", sagte der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón.

Der Alarmzustand mit extremen Beschränkungen für die Bevölkerung war vor wenigen Tagen um zwei weitere Wochen bis zum 11. April verlängert worden. Die Experten sind zuversichtlich, dass die Ansteckungskurve sich bis dahin abgeflacht haben könnte. Simón betonte: "Verschiedenen Indikatoren zufolge stabilisiert sich die Krankheit. Es sind zwar vorläufige Daten, aber in einigen Regionen des Landes könnte der Höhepunkt schon überschritten worden sein."

Mehr als 12.000 Menschen und somit 17 Prozent aller Fälle seien bereits wieder gesund, erklärte Simón weiter. Etwa 40.000 Patienten mit Covid-19 müssen aber im Krankenhaus behandelt werden. Die Kliniken sind vielerorts völlig überlastet. Die am heftigsten betroffene Region bleibt Madrid, wo fast die Hälfte aller Todesfälle verzeichnet wurde, gefolgt von Katalonien.

Wegen der stetig steigenden Zahl der Toten wird nach Italien nun auch in Spanien das Militär beim Transport der Leichen helfen. Die Streitkräfte würden wegen des Fehlens verfügbarer Bestattungsinstitute während der Dauer des Alarmzustandes eingesetzt, schrieb das Gesundheitsministerium im Amtsblatt. Wegen der vielen Todesopfer war zuletzt bereits die Eishalle in Madrid zum Leichenhaus umfunktioniert worden. Spanien ist nach Italien das Land in Europa, das vom neuen Virus Sars-CoV-2 am heftigsten betroffen ist.

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