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Forschung zeigt: Milchstraße sieht wohl ganz anders aus als bisher gedacht

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Von: Teresa Toth

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Neue Einsichten in die Formgebung unserer Galaxie: Eine aktuelle Studie widerlegt bisherige Annahmen über die Struktur der Milchstraße.

Peking – Die Milchstraße präsentiert sich am nächtlichen Himmel als ein beeindruckendes Schauspiel. Mit bloßem Auge erscheint die Galaxie als ein heller, bandförmiger Streifen. Dieser besteht aus einer Vielzahl von Sternen, die eng miteinander verknüpft sind und eine charakteristische helle und diffuse Erscheinung erzeugen. Nachdem Forschende erst vor Kurzem eine Karte der Milchstraße veröffentlicht haben, deuten neue Messungen nun darauf hin, dass sie ganz anders aussehen könnte, als bisher vermutet.

Form der Milchstraße: Moderne Messgeräte geben neue Einblicke

Bislang wurde davon ausgegangen, dass es sich bei der Milchstraße um eine Galaxie mit vier großen spiralförmigen Auslegern handelt, die von einer dicken zentralen Ausbuchtung ausgehen. Diese Form gilt als besonders einzigartig: Zwar gibt es noch weitere Spiralgalaxien, allerdings besitzen die meisten lediglich zwei Spiralarme, wie die Fachzeitschrift space.com erläutert. Die Darstellung der Milchstraße mit vier Armen könnte allerdings falsch sein.

Wissenschaftler:innen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) haben im The Astrophysical Journal hierzu eine neue Studie veröffentlicht. „Trotz zahlreicher Arbeiten ist die Gesamtmorphologie der Spiralstruktur der Milchstraße nach wie vor unklar“, erklären die Forschenden. „In den letzten zwei Jahrzehnten haben uns genaue Entfernungsmessungen die Möglichkeit gegeben, dieses Problem zu lösen.“

Die Milchstraße präsentiert sich am nächtlichen Himmel als heller, weißer Streifen.
Die Milchstraße präsentiert sich am nächtlichen Himmel als heller, weißer Streifen. © Robert Seitz/imago

Forschende bezeichnen die Form der Milchstraße als „zweiarmige Symmetrie“

Die Forschungsgruppe wertete Daten von hochmodernen kosmischen Geräten aus, die in der Lage sind, die Entfernungen zu verschiedenen Sternen präziser zu bestimmen. Knapp 200 Himmelskörper nahmen sie dabei genau unter die Lupe und erstellten eine aktualisierte Karte unserer Galaxie. Die gewonnenen Daten fügten sie anschließend mit Erkenntnissen des Gaia-Weltraumteleskops, einem Projekt der Europäischen Weltraumorganisation (Esa), zusammen, welches auf die genaue Untersuchung von Sternbewegungen spezialisiert ist.

Aus der Analyse der gewonnenen Daten ging hervor, dass die Milchstraße lediglich zwei statt vier Spiralarme besitzen könnte. „Anhand der präzisen Positionen von sehr jungen Objekten schlagen wir zum ersten Mal vor, dass unsere Galaxie eine mehrarmige Morphologie hat, die aus einer zweiarmigen Symmetrie besteht“, erklären die Astronom:innen.

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Aktuelles Modell der Milchstraße könnte die Grundlage für weitere Forschungen bilden

Es handle sich bei der Milchstraße demnach um eine Balkenspiralgalaxie, von deren mittigem Balken ein sogenannter Norma- und ein Perseus-Arm ausgehe. „Während sie sich von der inneren Galaxie zu den äußeren Teilen erstrecken, gabeln sie sich und verbinden sich mit dem Centaurus- bzw. dem Sagittarius-Arm“, beschreiben die Forschenden ihre Erkenntnisse.

Am Rande der Milchstraße sollen sich laut der Studie weitere irreguläre Arme befinden, die nicht mit der zentralen Ausbuchtung der Galaxie verbunden sind. Die Zersplitterung der Spiralarme entstand womöglich durch die Kollision unserer Galaxie mit anderen Galaxien. Das neue Modell der Milchstraße könnte laut den Forschenden die Grundlage für weitere Untersuchungen bilden.

Analysen der Milchstraße liefern immer wieder neue Erkenntnisse: So soll sich Forschenden zufolge im Zentrum der Galaxie ein großes schwarzes Loch befinden. (tt)

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