IT-Techniker gilt als führender Kopf

Kinder-Missbrauchsprozess von Münster: Vier Männer und eine Frau zu Haftstrafen verurteilt

Auf den Hauptangeklagten sowie seine Mutter und drei weitere Männer warten wegen der Missbrauchsfälle von Kindern langjährige Haftstrafen. Die Ermittlungen gehen derweil unvermindert weiter.

Münster - Die Urteile sind gefallen im Missbrauchsprozess von Münster. Der 28-jährige Hauptangeklagte muss wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 29 Fällen für 14 Jahre ins Gefängnis. Für die Zeit danach ordnete das Landgericht Münster für den IT-Techniker wegen Wiederholungsgefahr Sicherungsverwahrung an. Er gilt als Schlüsselfigur in dem am Dienstag beendeten Prozess mit vier weiteren Angeklagten.

Die Urteile für die anderen Männer lauten: zehn Jahre Haft für einen Mann aus Hannover (36) für vier Fälle, elf Jahre und sechs Monate für einen 43-Jährigen aus Schorfheide in Brandenburg für fünf Fälle und zwölf Jahre für einen 31-jährigen aus dem hessischen Staufenberg für sechs Fälle.

Auch für diese Männer ordnete das Gericht Sicherungsverwahrung an. Damit folgte es weitestgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Männer sollen ihre Opfer bei den Taten mit KO-Tropfen gefügig gemacht haben.

Tatort: In dieser Gartenlaube sollen sich die Angeklagten an den Kindern vergangen haben.

Missbrauchsprozess von Münster: Mutter des Hauptangeklagten muss auch hinter Gitter

Wegen Beihilfe soll die Mutter (46) des IT-Technikers für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte auf sechs Jahre plädiert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben. In dem Komplex wurden bereits fünf Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Missbrauchsprozess von Münster: 30 Stunden Videoaufnahmen von den Taten

Insgesamt wurden durch die Ermittler mehr als 50 Tatverdächtige identifiziert, von denen derzeit etwa 30 in U-Haft sitzen. Im Zentrum der Ermittlungen stehen insgesamt 30 Stunden lange Videoaufnahmen von den Taten in der Gartenlaube, bei Durchsuchungen wurden diverse Speichermedien mit Kinderpornografie entdeckt.

Die Arbeit der Polizei ist noch nicht beendet. Durch die Auswertung geraten immer wieder neue Verdächtige aus ganz Deutschland ins Visier. (dpa, afp)

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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