Bizarrer Antrag vor Gericht

Russe will Deutscher werden: War sein Vater SS-Mann?

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Das Gericht in Münster entschied über den Antrag von Gebhardt. 

In seinem fortgeschrittenen Alter hat ein 73-Jähriger Russe sich für seinen Stammbaum interessiert. Dabei stieß er auf interessante Details – und ging prompt vor Gericht.

Münster – Harald Iohanivic Gebhardt ist 73 Jahre alt. In seinem fortgeschrittenen Alter fängt er an, sich für seine Familiengeschichte zu interessieren und findet Erstaunliches heraus: Sein Vater war Obersturmführer bei der SS, wie msl24.de* berichtet. 

Der pensionierte Mann, der in Russland aufgewachsen ist, zieht in Münster vor Gericht: Er will Deutscher werden. Beide Eltern waren seinen Angaben nach Deutsche. Wie kam Gebhardt überhaupt nach Russland? 

Der Vater war SS-Mann – Russe mit Antrag vor Gericht in Münster

Vor Gericht erzählt er seine Lebensgeschichte. Der heute 73-Jährige wurde 1945 im ehemaligen Kaliningrad – heute Königsberg – geboren. Seine Mutter, eine Adelige, überlebte das Ende des Krieges nicht. Der SS-Vater floh. 

Gebhardt wurde von einer Russlanddeutschen aufgezogen. Sein Vater, Johann Gebhardt von Leberecht, stirbt einige Zeit später in Gefangenschaft. Gebhardt kommt in ein Heim und macht sich später einen Namen bei der Roten Armee.

Antrag auf deutsche Staatsbürgerschaft in Münster: Falsche Dokumente?

Nun fordert Gebhardt die deutsche Staatsbürgerschaft. Dafür müsste er nachweisen, dass sein Vater ein Deutscher war. Nicht nur das Gericht in Münster ist skeptisch: Für seine Geschichte fehlen die Beweise. Schon das Verwaltungsgericht in Köln lehnte den Antrag des Russen ab. Nicht nur gab es mehrere kopierte Geburtsurkunden – diese waren teilweise auch auf unterschiedliche Daten und Orte ausgestellt. 

In einem weiteren Verfahren im Jahr 2008 hatte er außerdem angegeben, dass seine Mutter aus der Ukraine, nicht wie jetzt behauptet aus Deutschland, stamme. Die Recherchen des Gerichts in Münster nach Unterlagen zu dem angeblichen SS-Sturmführer blieben zudem erfolglos. Ob der Mann wirklich existiert hat, ist nicht klar. 

Termin in Münster platzt – Staatsangehörigkeit nicht nachgewiesen

Den Gerichtstermin in Münster nahm der Russe aufgrund eines fehlenden Visums nicht wahr. Die Anhörung wäre seine letzte Möglichkeit auf Richtigstellung gewesen. Mit den vorliegenden Dokumenten war die Sache für die Richter jedoch klar: Eine deutsche Staatsangehörigkeit konnte im Fall des 73-Jährigen nicht hinreichend bewiesen werden. 

Im westfälischen Münster erlitt eine Familie kürzlich einen Schock: Als sie nach Gartenarbeiten in ihr Haus zurückkehrten, mussten sie sofort die Polizei rufen. In der Westfalenmetropole kam es außerdem zu einem brutalen Überfall: Maskierte stürmten einen Burger-King – und gingen dann mit Waffen auf die Gäste los

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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