Täter bereits geständig

Mutmaßlicher zweifacher Frauenmörder in Leipzig gefasst

Mord an Portugiesin aufgeklärt - zweite Frauenleiche entdeckt
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Leipzig - Ein 38-Jähriger Mann gesteht, in Leipzig zwei Frauen umgebracht zu haben. Was den mutmaßlichen Doppelmörder zu seinen Taten getrieben hat, bleibt zunächst unklar.

Rot-weißes Flatterband versperrt den Weg zum verfallenen „Apostelhaus“ in Leipzig. In dem kleinen vermüllten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, dessen Dach mit orangenen, grünen, blauen und gelben Folien notdürftig gegen Regen gesichert ist, hat die Polizei eine Frauenleiche entdeckt. Ein 38-Jähriger Mann hat die Ermittler dorthin geführt und zugegeben, die 40-Jährige getötet zu haben. Die Frau wurde seit vorigem November vermisst.

Mann räumt zweites Verbrechen ein

Zugleich hat der 38-Jährige noch ein zweites Verbrechen eingeräumt: Er sagte den Ermittlern zufolge aus, dass er auch eine 43 Jahre alte Portugiesin umgebracht hat. Ihre zerstückelte Leiche war im vergangenen April im Flutbecken des Flusses Elster gefunden worden. In dem Fall hatte die Polizei fast ein Jahr lang erfolglos ermittelt.

Gegen den 38-Jährigen sei am Dienstag Haftbefehl „wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in zwei Fällen“ erlassen worden, teilt die Staatsanwaltschaft Leipzig mit. Der mutmaßliche Doppelmörder sei bislang ein strafrechtlich völlig unbescholtenes Blatt. Auf die Spur kamen ihm die Ermittler im Zusammenhang mit dem zweiten Verbrechen. Als sie am Montag seine Wohnung durchsuchten, legte er ein Geständnis ab.

Mehrere Spürhunde im Einsatz

Der Mann lebte unauffällig nur eine Straßenecke entfernt vom Fundort der zweiten Leiche. Auch in dem grün-blau-grau gestrichenem Altbau mit Stuckverzierungen sind am Dienstag Polizisten zu Gange. Vor dem Haus parkt ein Transporter der Kriminaltechnik, Spezialisten in weißen Schutzanzügen mit der Aufschrift „Polizei“ auf dem Rücken laufen ins Haus. Auch mehrere Spürhunde haben die Beamten im Einsatz.

Die polizeilichen Suchmaßnahmen „haben die Angaben des Beschuldigten bestätigt“, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Ansonsten halten sich die Ermittler bedeckt: Hintergründe der Verbrechen, Mordwerkzeuge, Tatorte, Motiv des Verdächtigen - dazu gibt es „mit Blick auf die noch laufenden Ermittlungen“ keine Angaben. Die Nachrichtenseite „Tag24“ berichtet, dass die Opfer und der mutmaßliche Täter in derselben Bar verkehrten.

In Leipzig hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Aufsehen erregende Kriminalfälle mit zerstückelten Opfern gegeben. Im Sommer 2016 wurden in einem Badesee ein totes tunesisches Paar gefunden. Wenig später wurde ein 35 Jahre alter Landsmann der Beiden als Verdächtiger verhaftet. Im Oktober 2011 wurden ebenfalls im Elsterflutbecken Leichenteile eines 23-Jährigen entdeckt. Ein 24 Jahre alter Bekannter wurde später wegen Mordes verurteilt.

dpa

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