Vorfall in Ulm

Nach Brandanschlag auf Moscheeverein: Polizei nimmt vier Tatverdächtige fest

Nach einem Brandanschlag auf ein Haus in Ulm, in dem sich auch ein Moscheeverein befunden hat, kam es zu vier Festnahmen.

Ulm - Nach einem Brandanschlag auf ein Haus in Ulm mit einem türkischen Gemüsegeschäft sowie einem Moscheeverein hat die Polizei vier Männer unter schwerem Tatverdacht festgenommen. Dabei handele es sich um Syrer im Alter von 18 bis 27 Jahren, teilte die Polizei in der baden-württembergischen Stadt am Donnerstag mit. Einer der Männer gestand demnach die am 19. März begangene Tat. Die Männer wurden bereits am Mittwoch vorläufig festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Donnerstag dem zuständigen Richter vorgeführt.

Die Ermittlungen, auch zum Motiv der Verdächtigen, dauerten den Behördenangaben zufolge noch an. In den vergangenen Wochen waren bundesweit mehrere Moscheen, Kulturzentren und Geschäfte mit türkischem Hintergrund zum Ziel von Brandanschlägen und anderen Attacken geworden. In einigen Fällen gehen die Ermittler davon aus, dass Kurden hinter den Taten stehen. Eine Offensive des türkischen Militärs auf die mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt Afrin in Nordsyrien sorgt derzeit für starke Spannungen. 

Behörden gehen weiterhin von politisch motivierter Tat aus

Auch nach dem Anschlag in Ulm gingen die Behörden von einer politisch motivierten Tat aus. Nach Erkenntnissen der Ermittler warfen die mutmaßlichen Täter zwei Molotowcocktails gegen das Haus. Eine der Flaschen prallte von einem Fenster im Erdgeschoss ab, hinter dem sich ein Raum des Moscheevereins befindet. Da sich zur Tatzeit acht Menschen in dem Gebäude befanden, ermitteln die Behörden wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung. Drei der festgenommenen Männer sollen sich zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts aufgehalten, der vierte soll Tatmittel beschafft haben. 

AFP

Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Seeger (Symbolbild)

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