Digitales Verkehrsmanagement

Stau ade: Eine neue App soll den Verkehr in Niedersachsen leiten

Eine neue Navigationstechnologie soll dafür sorgen, dass Autofahrer in Niedersachsen künftig seltener im Stau stehen. Für die Verkehrsbehörde ein „Quantensprung“.

  • In Niedersachsen sollen weniger Autofahrer im Stau stehen.
  • Das digitale Verkehrssystem „NUNAV“ soll Autofahrer „in Echtzeit“ durch den Verkehr leiten.
  • Andere Bundesländer sollen bereits Interesse an der „NUNAV“-Technologie zeigen.

Hannover – Weniger Stau und ein entspannter Verkehr? Digitales Verkehrsmanagement soll in Niedersachsen dafür sorgen und Autofahrern ermöglichen, ohne Probleme und mit individuell geplanten Routen ans Ziel zu kommen. Das Land setzt auf die Technologie „NUNAV“, die Verkehrsdaten in Echtzeit vernetzen und auswerten soll.

Verkehr in Niedersachsen: Land setzt mit „NUNAV“-Technologie auf digitales Verkehrsmanagement

Als erstes Bundesland will Niedersachsen Verkehrsteilnehmer „direkt, individuell und in Echtzeit zum Ziel bringen“, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) bei der Vorstellung des Systems am Donnerstag (7.1.2021). „Wir können nicht jeden Stau verhindern, aber wir können den Verkehr deutlich effizienter gestalten.“

Angesichts zunehmend digitaler Fahrzeuge sei auch ein digitales Verkehrsmanagement notwendig, betonte der CDU-Politiker. Es spare nicht nur Zeit, sondern sei auch gut für das Klima und erhöhe die Sicherheit. Niedersachsen sei zudem das erste Bundesland mit einem „aktiven Zugriff“ auf ein Navigationssystem. Auch andere Länder sollen bereits Interesse an „NUNAV“ gezeigt haben.

Solche Staus sollen Autofahrern in Niedersachsen künftig erspart bleiben. Das Verkehrsministerium setzt auf eine neue Technologie, um den Verkehr „in Echtzeit“ zu lenken.

NUNAV“ wird von der Firma „Graphmasters“ aus Hannover entwickelt. Mitgründer und Manager Sebastian Heise erklärt, dass man mit dem System, das bereits vorliegende und Echtzeit-Verkehrsdaten „verschmelze“, ein „digitales Echtzeit-Verkehrslagebild“ erhalte. Wer den Verkehr lenken wolle, müsse auch detailliert wissen, was auf den Straßen los ist.

Die Daten basierten auf einer Vielzahl von Sensoren an den Fahrbahnen – beispielsweise von Kameras, Radarstationen oder Kontaktschleifen im Boden – aber auch auf den Ortungsdaten von Handys, erklärte er. Damit lasse sich erkennen, wie sich die Fahrtgeschwindigkeiten verändern und wie ausgelastet die Straßenabschnitte seien. Für Niedersachsen habe man eine „immense Datensammlung“ zusammengestellt, mit der man „hochpräzise“ auf den Verkehr eingehen könne. Pro Minute werden die Messungen im Straßennetz demnach 1,5 Millionen Mal aktualisiert.

Niedersachsen setzt auf digitales Verkehrsmanagement: „NUNAV“ soll den Verkehr leiten

„Erstmals erhalten wir mit dem neuen System einen ganzheitlichen Überblick der Verkehrslage für Niedersachsen“, erklärte Eric Oehlmann, Präsident der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, und sprach von einem „Quantensprung“. Für Lenkung und Management des Verkehrs würden sich „vollkommen neue Möglichkeiten“ ergeben.

„Es ist unser Ziel und Auftrag, den Verkehr in Niedersachsen mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung effizienter und flüssiger zu gestalten. Dann könnten zum Beispiel Blechschilder als Regelverkehrszeichen tatsächlich der Vergangenheit angehören.“ „Die Tage des bisherigen Verkehrsmanagements, das nur Informationen von Kameras und Schilderbrü­cken auswertet, sind vorbei“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes.

Die „NUNAV“-App, erhältlich für Android- und iOS-Geräte, soll kostenlos sein und im gesamten deutschsprachigen Raum (DACH) funktionieren. Für die Nutzung wird ein internetfähiges Gerät benötigt. Die App wird dabei mit der Homepage der Verkehrsmanagementzentrale www.vmz-niedersachsen.de gekoppelt.

Ab dem 14. Januar 2021 soll das Echtzeitlagebild für den Verkehr in Niedersachsen für jeden frei im Internet zugänglich sein. Je mehr Verkehrsteilnehmer die App nutzen, desto effektiver funktioniere das System. Das Land hat für das System 180.000 Euro bezahlt. (Lukas Rogalla mit dpa)

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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