Mahnwache in Nigeria

Gedenken an von Boko Haram verschleppte Schülerinnen

Abuja- Nigeria hat am Dienstag der mehr als 200 Schülerinnen gedacht, die vor einem Jahr von der Islamistengruppe Boko Haram verschleppt worden waren.

In der Hauptstadt Abuja wurde eine Mahnwache abgehalten, zahlreiche weitere Veranstaltungen zur Erinnerung an die entführten Mädchen waren geplant. Die Kampagne #BringBackOurGirls (Bringt unsere Mädchen zurück) wollte auch in anderen Ländern an das Schicksal der Mädchen erinnern. Das New Yorker Empire State Building sollte am Dienstag rot und lila angestrahlt werden, um die Gewalt gegen Frauen anzuprangern.

Boko Haram hatte vor einem Jahr aus einem Internat der Stadt Chibok im Nordosten Nigerias 276 Mädchen verschleppt. Dutzende von ihnen konnten später fliehen, doch blieben 219 Schülerinnen in der Gewalt der Islamisten. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau erklärte später, sie alle seien zum Islam konvertiert und verheiratet worden.

Eltern und Aktivisten werfen den nigerianischen Behörden vor, zu wenig für die Freilassung der Mädchen zu tun. Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt gegen die Behörden und tötete bereits mehr als 13.000 Menschen.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden die Mädchen in verschiedenen Boko-Haram-Camps festgehalten. Sie seien nach Nigeria, Kamerun und in den Tschad verschleppt worden, heißt es unter Berufung auf ranghohe Armeevertreter in einem am Dienstag veröffentlichten Amnesty-Bericht zu Menschenrechtsverletzungen durch Boko Haram.

Präsident will alles für Befreiung der Mädchen tun

er designierte Präsident Nigerias Muhammadu Buhari will nach eigenen Worten alles in seiner Macht stehende tun, um die vor einem Jahr entführten Schülerinnen aus Chibok zu befreien. Er könne dies aber nicht versprechen, weil der Aufenhaltsort weiter unbekannt sei, schränkte der frühere Militärdiktator in einer Mitteilung vom Montagabend ein.

Buhari kündigte an, die islamistische Terrororganisation Boko Haram werde ab dem Tag seiner Amtsübernahme die volle Härte des Staates zu spüren bekommen, „um dem Terrorismus ein Ende zu bereiten und Frieden zurückzubringen“.

Buhari hatte die Präsidentschaftswahl am 28. März gegen Staatschef Goodluck Jonathan gewonnen. Viele Wähler warfen dem 57 Jahre alten Christen Jonathan mangelnden Erfolg im Kampf gegen Boko Haram vor. Der 72-jährige Muslim Buhari wird Ende Mai in sein Amt eingeführt.

2000 Mädchen und Frauen entführt

Seit Anfang 2014 habe Boko Haram schätzungsweise mindestens 2000 Mädchen und Frauen entführt, heißt es in dem Bericht weiter. Viele von ihnen seien als Sexsklavinnen missbraucht und dazu gezwungen worden, sich an den Angriffen von Boko Haram zu beteiligen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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