Prozess

Pflegerin vom Chef gefeuert, weil sie sich nicht gegen Corona impfen lassen wollte

Eine Pflegerin in Dessau wurde gemeinsam mit sechs anderen Kollegen vom Chef gefeuert, weil sie sich nicht gegen Corona impfen lassen wollten.
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Eine Pflegerin in Dessau wurde gemeinsam mit sechs anderen Kollegen vom Chef gefeuert, weil sie sich nicht gegen Corona impfen lassen wollten.

Eine Pflegerin in Dessau wurde gemeinsam mit sechs anderen Kollegen vom Chef gefeuert, weil sie sich nicht gegen Corona impfen lassen wollten. Nun wurde der Fall vor Gericht verhandelt. 

Dessau - Ein Kündigungsprozess wegen einer Corona-Impfung. Paula S. (Name geändert) arbeitete für einen Pflegedienst in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt). Ihr Chef forderte, dass sie sich gegen Corona impfen lässt. Er sagte zu bild.de: „Ich tue alles, um unsere Patienten zu schützen. Das ist meine moralische Pflicht!“

Aber: Paula S. verweigerte die Impfung, ließ eine letzte Zwei-Tage-Frist verstreichen und wurde im Januar gekündigt – mit sechs weiteren Kollegen, die sich auch nicht impfen lassen wollten. Paula S. zu bild.de: „Ich könnte heulen vor Wut. Es ist eine Frechheit, wenn mir mein Chef in so einer persönlichen Sache eine Frist setzt.“

Die Pflegerin will nicht mehr für ihn arbeiten. Darum klagte sie nun am Arbeitsgericht Dessau-Roßlau gegen ihre fristlose Kündigung, sagte im Prozess: „Ich war zur Impfung bereit, wollte einfach nur etwas mehr Bedenkzeit. Wir fühlten uns alle unter Druck gesetzt.“

Die Anwältin des Pflegedienstchefs: „Sie waren respektlos gegenüber ihrem Arbeitgeber, riefen bei einer Info-Veranstaltung übers Impfen ständig dazwischen.“

Paula S. will, dass ihr Chef die fristlose Kündigung zurücknehmen muss und ihr 800 Euro Abfindung zahlt. „Das reicht gerade mal für meine Anwaltskosten“, so die Pflegerin.

Die Chancen stehen gar nicht so schlecht. Das Gericht machte klar: Ihre Kündigung ist sehr wahrscheinlich unwirksam, da sie keine Original-Unterschrift trägt – nur eine eingefügte Kopie. Und 800 Euro Abfindung sind angemessen. Der Pflegedienst-Chef will aber nur 500 Euro zahlen. Ausgang offen.

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