Ein Jahr in der Arktis

«Polarstern» nach Mammut-Expedition zurück in Bremerhaven

Das Forschungsschiff "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) trifft vor der Nordschleuse seines Heimathafens Bremerhaven ein. Foto: Ingo Wagner/dpa
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Das Forschungsschiff «Polarstern» des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) trifft vor der Nordschleuse seines Heimathafens Bremerhaven ein. Foto: Ingo Wagner/dpa

Die «Polarstern» beendet ihre Reise. Ein Jahr war das Forschungsschiff in der Arktis unterwegs. Unzählige für die Klimaforschung wichtige Daten wurden gesammelt. Fast hätte die Expedition abgebrochen werden müssen.

Bremerhaven (dpa) - Nach einem Jahr in der Arktis kehrt das Forschungsschiff «Polarstern» am heutigen Montag wieder zurück in seinen Heimathafen Bremerhaven. Während der letzten Seemeilen in der Außenweser wird es von einem Schiffskorso begleitet.

In der Bremerhavener Lloydwerft wollten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Antje Boetius, die Crew nach Plan gegen 11.00 Uhr in Empfang nehmen. Mit an Bord ist Expeditionsleiter Markus Rex. Für Mittag waren erste Analysen von Rex, Boetius, Karliczek und Kapitän Thomas Wunderlich geplant.

Die Forscherinnen und Forscher hätten einen einmaligen Datenschatz gehoben, «von dem noch Generationen nach uns profitieren werden», teilte Karliczek mit. «So können wir Klimamodelle präzisieren und neu bewerten.» Die Forschungsministerin bezeichnete die Arktis als Epizentrum des Klimawandels.

Zehn Monate lang driftete die «Polarstern» angedockt an eine riesige Eisscholle durch die Arktis. Den gesamten Eiszyklus vom Gefrieren bis zur Schmelze messen und dokumentieren - das konnten die Wissenschaftler so zum ersten Mal. Sie versprechen sich von den Daten wichtige Erkenntnisse über das Nordpolarmeer und über den Klimawandel. Kaum eine Region auf der Erde bekommt diesen so deutlich zu spüren wie die Arktis.

Die «Mosaic»-Expedition war die bisher teuerste und logistisch aufwendigste im Nordpolarmeer. Beteiligt waren 70 Forschungsinstitute aus 20 Ländern mit über 300 Forschern. Wegen der Corona-Pandemie drohte zwischenzeitlich der Abbruch, weil wegen der Reisebeschränkungen der Crewwechsel per Flugzeug nicht stattfinden konnte. Stattdessen waren zwei Forschungsschiffe mit der neuen Mannschaft von Bremerhaven nach Spitzbergen gefahren. Die «Polarstern» unterbrach für den Austausch für kurze Zeit ihre Drift.

© dpa-infocom, dpa:201012-99-914954/2

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