Mörder von Elias und Mohamed

Vorerst keine Sicherungs-Verwahrung für Silvio S. (36)

Revionsprozess in Potsdam Silvio S.
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Silvio S. steht mit einer Aktenmappe vor seinem Gesicht im Verhandlungssaal des Landgerichtes Potsdam.

Silvio S. ist vor drei Jahren nach den Morden an den beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (5) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Revisionsprozess ist ein Urteil zur Sicherheitsverwahrung gefallen.

Potsdam - Im Revisionsprozess gegen den Kindermörder Silvio S. ist vorerst keine Sicherungsverwahrung angeordnet worden. Die Richter in Potsdam setzten am Freitag jedoch den Vorbehalt, dass vor einer möglichen Haftentlassung erneut von einem Gericht über die Anordnung der Sicherungsverwahrung entschieden werden muss.

Die 5. Strafkammer halte den 36-Jährigen zwar für gefährlich, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Feldmann. Nach der Beweisaufnahme mit zwei Gutachtern habe die Kammer aber nicht mit hinreichender Sicherheit feststellen können, dass der Täter wegen eines Hangs zu schweren Straftaten auch in Zukunft für die Allgemeinheit gefährlich sei. Der 36-Jährige hatte sich stets geweigert, mit dem Gutachter zu sprechen.

Für einen solchen Hang spreche zwar der kurze Zeitraum zwischen den beiden Taten, die genaue Planung sowie die Kaltblütigkeit, Brutalität und Gefühllosigkeit. Dagegen spreche aber unter anderem, dass der Mann nicht vorbestraft gewesen sei und kein hohes Aggressionspotenzial erkennen lasse.

Der Kammer sei bewusst, dass der Fall große Betroffenheit ausgelöst habe. Und es gebe sicher nicht wenige, die Silvio S. „am liebsten auf Nimmerwiedersehen in einem dunklen Loch verschwinden sähen“, sagte Feldmann. „Aber der Angeklagte hat dennoch ein Recht auf ein faires Verfahren.“

Silvio S. hat zwei Kinder ermordet

Der 36-Jährige war nach den Morden an den beiden Jungen Elias und Mohamed zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht stellte auch eine besondere Schwere der Schuld fest, was eine Entlassung auf Bewährung nach 15 Jahren Haft erschwert. Der Silvio S. hatte kurz nach der Tat eine Beileidskarte an die Mutter von Elias  geschickt.

Die Richter lehnten damals die Anordnung einer Sicherungsverwahrung nach der Haft ab, weil dem Mann kein Hang zu weiteren schweren Straftaten nachzuweisen sei. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof ein.

Der Verteidiger des 36-Jährigen, Mathias Noll, nannte eine Entscheidung zu einer Sicherungsverwahrung bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe an sich widersprüchlich. „Wenn er aus der lebenslangen Freiheitsstrafe irgendwann entlassen wird, dann liegt dem ein Gutachten zu Grunde, das besagt, er ist für die Allgemeinheit nicht mehr gefährlich“, sagte Noll. „Dann kann aber die Sicherungsverwahrung nicht mehr vollstreckt werden. Beides schließt sich aus.“

Sicherungsverwahrung soll dazu dienen, die Allgemeinheit vor den Tätern zu schützen, die ihre Strafe bereits verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten.

In einer bewegenden Zeremonie haben 2015 in Potsdam mehrere hundert Menschen um die beiden ermordeten Jungen Elias (6) und Mohamed (4) getrauert.

dpa

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