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Wetterwechsel in Bayern: Schneefall immer wahrscheinlicher – doch vorher kommt der Saharastaub

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Von: Thomas Eldersch

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Sonne, Trockenheit und Sahara-Staub prägten das Wetter in Bayern im März. Zum Aprilbeginn kehrt der Winter zurück. Alle News im Ticker.

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Update vom 29. März, 6.53 Uhr: Wer schon kurze Hosen ausgepackt und die Biergartensaison eröffnet hat, muss erst einmal wieder einen Gang zurückschalten: Denn auf den milden und sonnigen März folgt zunächst ein frostiger Start in den April. Am Wochenende werden sogar Minusgrade erwartet, im Flachland soll es schneien, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Wetterphänomen: Saharastaub kehrt nach Bayern zurück - Auch Blutregen?

Zunächst steht aber ein anderes Wetterphänomen an: Der Saharastaub (siehe Erstmeldung). Am Dienstag und Mittwoch zieht er von Süden her über Bayern und könnte vielerorts den Himmel rötlich oder bräunlich verfärben. Laut einem DWD-Meteorologen soll das Phänomen am Dienstag stärker auftreten, am besten sei es am Abend in Nordbayern zu sehen. „So stark wie zuletzt wird es wahrscheinlich nicht“, sagte er. Vor zwei Wochen hatte das Wetterphänomen für spektakulären Ansichten gesorgt.

Unklar ist, ob es wieder „Blutregen“ gibt, der Wüstensand also ausgewaschen wird und den Boden erreicht. Dazu bräuchte es Regen, der oberhalb einer hohen Staubkonzentration entsteht. Am Dienstag sind ab Mittag Schauer in Unterfranken angesagt, der Regen zieht dann Richtung Südosten in die Oberpfalz. Ob damit Saharastaub auf den Boden kommt, ist laut dem DWD-Sprecher aber unklar.

Wetter in Bayern: Ab Mittwoch kühlt es ab - auch Gewitter möglich

Am Dienstag bleibt es mit 14 bis 19 Grad noch vergleichsweise mild, von Mittwoch an wird es dann zunehmend unangenehmer: Es kühlt auf 5 bis 15 Grad ab. Dabei bleibt es meist stark bewölkt, es kann schauerartigen Regen und vereinzelt kurze Gewitter geben. Am Donnerstag wird es bei vielen Wolken 4 bis 11 Grad kalt.

Wintereinbruch zum April in Bayern? Schneefallgrenze sinkt bis auf 200 Meter

Pünktlich zum Aprilbeginn wird es dann winterlich: Die Schneefallgrenze sinkt in der Nacht zum Freitag auf 400 bis 600 Meter, am Samstag und Sonntag sogar bis auf 200 Meter. Selbst etwa am Main oder an der Donau in Passau müsse man mit Schnee rechnen, sagte der Meteorologe. Sollte es am frühen Morgen schneien, könnte er zeitweise sogar liegenbleiben. Eine länger anhaltende Schneedecke ist im Flachland aber unwahrscheinlich. Am Freitag, Samstag und Sonntag sind niedrige Plustemperaturen vorhergesagt, in der Nacht zum Sonntag kann es bis zu minus 5 Grad kalt werden.

Für den Kälteeinbruch ist demnach Luft verantwortlich, die von weit aus dem Norden nach Bayern kommt und auf dem Weg Feuchte aufnimmt. Erst Mitte kommender Woche soll es wieder milder werden.

Wetterwechsel in Bayern: Sogar Schneefall möglich - doch vorher kommt der Saharastaub zurück

Erstmeldung vom 28. März: München – Wird Bayern bald zur Wüste? Diese Frage kann man sich fast schon berechtigt nach dem März 2022 stellen. Führen wir einmal Bilanz und lassen den Monat noch einmal Revue passieren.

So verlief der März 2022 in Bayern

Sonne, check: So sonnig wie in diesem März war es in ganz Deutschland seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951 noch nicht. Der bisherige Rekord wurde 1953* aufgestellt. Ganze 195,2 Sonnenstunden gab es damals. Bereits am Samstag, 26. März, wurde dieser Wert laut wetteronline.de gebrochen – um ganze sechs Stunden. Der sonnigste Ort Bayerns war dabei die Zugspitze* mit 238 Stunden. Aber auch der Wert für München kann sich sehen lassen. 219 Sonnenstunden in der Isarmetropole und das fünf Tage vor Ende des Monats.

Trockenheit, check: Weil schon seit Wochen ein Hoch dem anderen die Klinke in die Hand drückt, fiel so gut wie kein Tropfen Regen. „Sollte es bis Ende des Monats nicht mehr regnen, ist es der trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen* – also seit 1880“, sagt Guido Wolz, Leiter des Deutschen Wetterdienstes in München. Es ist zwar für Ende der Woche Regen angekündigt worden, aber ob dieser wirklich kommt und wie viel dabei vom Himmel fällt, ist noch unklar.

Sand, check: Am 15. März begann sich der Himmel über dem Freistaat rötlich zu verfärben. Tagelang lag über Bayern*, wie ein Foto-Filter, ein Schleier aus feinstem Sahara-Staub. Gebietsweise regnete es zwar, was die Situation aber nicht besser machte. Im Gegenteil. Die rote Soße setzte sich überall fest. Besonders auf den Autos. Immerhin gab es dadurch für die Autowaschanlagen-Betreiber viel zu tun. Und als hätte der März nicht schon genug Rekorde aufgestellt, schob er mit der Sahara-Staub-Invasion gleich noch einen hinterher. Es war das stärkste Saharastaub-Ereignis seit 2008*, bestätigten Forscher in ganz Deutschland.

Wetter in Bayern: Es wird kalt – davor kommt jedoch der Sahara-Staub zurück

Die Frage ist nun, wie geht es mit dem Wetter* weiter? Werden bald Kamel-Karawanen durch das Voralpenland ziehen? Wohl eher nicht. Aber unsere Verbindung zur größten Wüste der Welt reißt nicht ab. Für Mitte der Woche sind erneut Wolken aus feinem, rotem Staub aus der Sahara für den Süden Deutschlands angekündigt worden. Die Konzentration erreicht wohl am Mittwoch ihren höchsten Stand. So sieht es zumindest das Wettermodell der Universität Athen vorher.

Am Mittwoch wird wohl die höchste Konzentration an Saharastaub in Bayern erreicht.
Am Mittwoch wird wohl die höchste Konzentration an Saharastaub in Bayern erreicht. © Universität Athen

Danach ist allerdings Schluss mit der bayerischen 1001-Nacht-Romantik. Es wurde doch tatsächlich Regen angekündigt. Zum Start in den April kommt das selten gewordene Nass wieder vom Himmel. Aber ohne Extreme geht es ja anscheinend bei uns nicht mehr. Denn es soll nicht nur regnen. In manchen Teilen Bayerns sind Schnee- und Graupelschauer* ebenfalls nicht ausgeschlossen. „Die Höchstwerte rauschen um 15 Grad nach unten“, schreibt Diplom-Meteorologe Dominik Jung in seiner Prognose.

Wechselwetter: Ihre Meinung

Wetter in Bayern: Temperatursturz ab Mitte der Woche

Zuvor bleibt es aber sonnig und warm. Der heutige Montag, 28. März, wird wohl der wärmste Tag des Jahres. Das Thermometer klettert vielerorts über die 20-Grad-Marke. In einem Band von Würzburg bis nach Passau wird es fast schon frühsommerlich warm. Da fallen die Temperaturen nur im Nordosten (Hof: 17 Grad) und im Südwesten (Kempten: 18 Grad) ein wenig ab. Die Sonne scheint jedenfalls im ganzen Freistaat den ganzen Tag.

Hoch Peter*, das letzte in einer langen Reihe, die mit Hoch Kai Ende Februar begonnen hat, verlässt uns am morgigen Dienstag. Und es wird schlagartig kälter. Für Mittwoch sagt wetteronline.de schon erste Tropfen für Bayern voraus. Dazu purzeln die Temperaturen. Hof übertreibt es wieder und stürzt auf vier Grad ab. Der Rest des Freistaats bewegt sich zwischen sieben und 13 Grad. Damit ist der Tiefpunkt aber noch nicht erreicht. Zum Wochenende sind sogar wieder Werte um den Gefrierpunkt und Schnee möglich. „Jetzt kommt normales Aprilwetter. Denn, der April macht, was er will“, resümiert Wetter-Experte Jung. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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