Monsterpalast sieht aus wie Moschee

Rassistisch? Lego-Bausatz sorgt für Wirbel

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Der Bausatz "Jabba's Palace" von Lego sorgt für Empörung bei der Türkischen Gemeinde in Österreich

Wien - Die Türkische Gemeinde in Österreich wirft dem Spielehersteller Lego Rassismus vor. Grund für die Aufregung ist ein Bausatz, der einer "Krieg der Sterne"-Szenerie nachgebildet ist.

Diese Bausteine genießen seit Jahrzehnten Kultstatus bei Groß und Klein. Generationen sind weltweit mit den Lego-Bausätzen aufgewachsen, die als pädagogisch besonders wertvoll gelten. Bis jetzt. In Österreich stört sich nämlich seit Kurzem die Türkische Gemeinde an einem Modell des Hauptquartiers einer Figur aus den "Krieg der Sterne"-Filmen. Sie wirft dem dänischen Spielehersteller allen Ernstes Rassismus vor und überlegt sich eine Klage wegen Volksverhetzung.

Jabba der Hutte (rechts) ist ein hässlicher Fiesling aus dem "Krieg der Sterne"-Epos

Jabba der Hutte ist so fies wie er aussieht: Der fette Riesenwurm aus dem Science-Fiction-Kult-Epos ist ein skrupelloses Monster, das mit seinem kriminellen, bis an die Zähne bewaffneten Gefolge in einem Palast wohnt. Der erinnerte mit seinem riesigen kuppelförmigen Dach und dem Turm einen türkischen Vater des Alpenlandes an eine Moschee. Empört wendete er sich an die Türkische Gemeinde des Landes, und die sah in dem Modell einen "1:1-Abklatsch der Hagia Sophia", wie sie auf ihrer Internet-Seite schreibt. Der einst christlich-orthodoxe und später muslimische Sakralbau in Istanbul als kriegerische Trutzburg eines Gangsterbosses, der sich Sklaven hält und Menschen umbringt, sei "pädagogischer Sprengstoff", liest man dort. "Die Figur des hässlichen Bösewichts Jabba und die ganze Szenerie [bediene] rassistische Vorurteile und gemeine Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten".
Damit sei der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt, so die Türkische Gemeinde. Sie ruft Eltern zum Kauf-Boykott auf und kritisiert die Klötzchen-Macher scharf: Der "pädagogisch bedenkliche" Bausatz sei "Kriegsspielzeug", das "in Hinblick auf ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen in Europa" speziell für die Hauptzielgruppe, Kinder zwischen neun und 14 Jahren, ungeeignet sei. Man überlege sich sogar juristische Schritte gegen Lego Österreich sowie Lego Deutschland, wenn das Unternehmen sich nicht entschuldigen würde.
Das tat Lego. „Wir bedauern, dass das Produkt bei den Mitgliedern der Türkischen Kulturgemeinde eine falsche Interpretation ausgelöst hat", zitiert der "Focus" eine Unternehmenssprecherin. Das Produkt gebe nur den fiktiven Inhalt der "Krieg der Sterne"-Saga wieder. "Bei der Entwicklung wurde in keiner Weise auf tatsächlich existierende Gebäude, Personen oder die angesprochene Moschee Bezug genommen."

Die Bausätze aus der "Stars Wars"-Reihe sind ein Verkaufsrenner - auf einen Produktionsstopp wird die Türkische Gemeinde in Österreich also wohl vergeblich hoffen. Zu einem anderen Rassismus-Skandal kam es in Braunschweig wegen eines Blitzerfotos, wie nordbuzz.de* berichtet.

hn

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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