Gesellschaft für Sprache

„Fridays for Future“ wird knapp nicht „Wort des Jahres“ - Gewinner trotzdem brisant

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„Respektrente“ ist Wort des Jahres 2019 (Symbolfoto).

Zehn Begriffe standen zur Wahl. Die Gesellschaft für Sprache (GfdS) hat nun das Wort des Jahres 2019 gekürt.

  • Die Gesellschaft für Sprache (GfdS) hat das Wort des Jahres 2019 gekürt.
  • Die Wörter des Jahres spiegeln wider was die Menschen 2019 bewegt hat.
  • Im Jahr 2018 war es übrigens „Heißzeit“.

Wiesbaden - „Respektrente“ ist das Wort des Jahres 2019. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden mitgeteilt. Auf den Plätzen zwei und drei landeten „Rollerchaos“ und „Fridays for Future“.

„Respektrente“ bezeichnet die Einführung einer Grundrente für Menschen, die 35 Jahre lang berufstätig waren und eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen. Aus sprachlicher Sicht handle es sich um „die Neubildung eines Hochwertworts in der politischen Debatte“, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden. Das Wort habe das Jahr in besonderer Weise charakterisiert, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Die Wörter des Jahres 2019 

  • 1. Respektrente 
  • 2. Rollerchaos 
  • 3. Fridays for Future 
  • 4. Schaulästige 
  • 5. Donut-Effekt 
  • 6. brexitmüde 
  • 7. gegengoogeln 
  • 8. Bienensterben 
  • 9. Oligarchennichte 
  • 10. Geordnete-Rückkehr-Gesetz

Auf dem zweiten Platz landete „Rollerchaos“. E-Roller hätten sich in vielen deutschen Städten zu einem Problem entwickelt, da sie häufig rücksichtslos genutzt und unkontrolliert abgestellt würden, teilte die GfdS mit. Mit „Fridays for Future“ kam ein Anglizismus auf den dritten Platz, der „wie kein anderer Ausdruck“ für eine junge Generation stehe, die bereit sei, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen.

Der neu gebildete Begriff „Schaulästige“ schaffte es 2019 auf Rang 4 - für die Jury eine originelle Zusammenziehung von schaulustig und lästig. Der „Donut-Effekt“ (Platz 5) sei in diesem Jahr häufiger zu lesen gewesen und beschreibe die Verödung der Innenstädte. Wie bei einem Donut-Gebäck entstehe in der Mitte ein Loch.

Der kein Ende nehmende Austritt Großbritanniens aus der EU machte die Menschen nach Einschätzung der GfdS-Jury „brexitmüde“. Das einzige Adjektiv der 2019er Liste steht auf Platz 6: Die Bereitschaft, nicht alles ungeprüft hinzunehmen, bringe das Verb „gegengoogeln“ (Platz 7) zum Ausdruck. Platz 8 belegte „Bienensterben“.

Mit der „Oligarchennichte“ (Platz 9) griffen die Sprachexperten ein Thema auf, das vor allem Österreicher bewegte. Die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen ist eine Hauptfigur der „Ibiza-Affäre“, über die der rechtspopulistische österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache stolperte, so dass die Regierungskoalition zerbrach.

Platz 10 belegte der Ausdruck „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“. Er versuche, den Titel „Zweites Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“ zu popularisieren, teilte die GfdS mit.

Seit wann gibt es das Wort des Jahres? 

Die GfdS kürte 1971 erstmals ein Wort des Jahres. Es geht der Gesellschaft um Begriffe, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Das Wort des Jahres 2019 wurde zum 43. Mal in Folge bekannt gegeben.

Afp/dpa/ml

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