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Youtuber Rezo mit der nächsten „Zerstörung“: Er wirft Politikern „Scheitern und Verkacken“ vor

Mit seiner „Zerstörung der CDU“ sorgte der Youtuber Rezo für großes Aufsehen. Jetzt legt er nach – und kritisiert nicht nur die Union.

Berlin – Knapp einen Monat vor der Bundestagswahl 2021 hat sich der Youtuber Rezo erneut mit einem Video zu Wort gemeldet – und kritisierte vor allem das Personal der Union. Sein Hauptvorwurf etwa an Unionskanzlerkandidat Armin Laschet* (CDU), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) sind Inkompetenz, Versagen und das Verbreiten von Unwahrheiten. Aber auch die Grünen wurden nicht verschont.

Der Mann mit dem markanten blauen Haarschopf war 2019 einem breiten Publikum bekannt geworden, als er mit dem Video „Zerstörung der CDU“* viel Aufmerksamkeit erregt hatte – damals kurz vor der Europawahl. Bis heute konnte der 55 Minuten lange Clip rund 19 Millionen Klicks generieren. Es gab positive wie auch negative Kritik.

Die Grünen-Politikerin Marina Weisband sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, „wahrscheinlich hat das Video mehr für die Demokratie getan als die Hälfte aller staatlichen Aktivierungsprogramme in Deutschland zusammen.“ CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak dagegen bezeichnete Rezos Aussagen als „Vermischung von Pseudofakten“.

Youtuber Rezo wirft CDU-Chef Laschet in neuer „Zerstörung“ „inakzeptabeles“ Verhalten vor

Sein neues Video lehnte sich zumindest dem Titel nach daran an: „Zerstörung Teil 1: Inkompetenz“. Die konkreten Beispiele, an denen Rezo sich dabei abarbeitete, sind im Wesentlichen bereits bekannt. „Ja, es ist wieder Zeit für so ein Video“, so begann das aktuelle Video des Youtubers. Es gehe vor allem um das „Scheitern und Verkacken in essenziellen Skills“, nicht um Kleinigkeiten, sagte Rezo.

Dem CDU-Vorsitzenden Laschet warf er den Lacher am Rande des Auftritts von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den Hochwassergebieten* vor – „inakzeptabel“ nannte Rezo dieses Verhalten. Zudem prangerte er an, dass das Social-Media-Team der von Laschet geführten nordrhein-westfälischen Landesregierung Bilder von dessen Besuch in den betroffenen Gemeinden verbreitet habe, während der Ministerpräsident selbst gesagt habe, er wolle damit keine Bilder produzieren.

Der Youtuber Rezo sitzt 2019 während einer Veranstaltung auf der Bühne. (Archivbild)

„Zerstörungs“-Video des Youtubers Rezo: CDU-Ministerin „unfassbar inkompetent und unprofessionell“

Am härtesten griff er den Kanzlerkandidaten an, weil dieser im ARD-Sommerinterview gesagt hatte, im Wahlprogramm stehe keine einzige Steuerentlastung, außer es sei später für kleine und mittlere Einkommen finanzierbar – obwohl es dort heißt, dass Unternehmen von Steuern und Bürokratie entlastet werden sollen. Laschet habe also entweder „gelogen“ oder sei „todeslost inkompetent“, was so viel heißt wie: unrettbar unfähig.

KünstlernameRezo
Alter29
Geburtsdatum14.08.1992
GeburtsortWuppertal
HauptkanalRezo (1,75 Millionen Abonnenten)
ZweitkanalRezo ja lol ey (1,55 Millionen Abonnenten)
DrittkanalRenzo (420.000 Abonnenten)

Daneben kritisierte Rezo Scheuer wegen der Milliardenkosten für die gescheiterte Pkw-Maut („offensichtliche Verschwendung von Hunderten Millionen Euro“) und Klöckner etwa, weil sie sich werbend über den Lebensmittelkonzern Nestlé und die nach dessen Angaben zuckerreduzierten Produkte geäußert hatte („unfassbar inkompetent und unprofessionell“).

Youtube-Video von Rezo: Viel Lob für „Zerstörung“ in den sozialen Netzwerken

Die Grünen wurden diesmal auch kritisiert, weil ein Kreisverband sich über die Männerlastigkeit der Union mokiert und das mit einem Damenfoto von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und weiteren Frauen illustriert hatte – auf dem die Männer am Rande aber weggeschnitten waren. Für Rezo sei das ein „unnötiger Move“ und „verkrampft“. Zum Ende kündigte er an, dass auf „Teil 1“ natürlich auch eine Fortsetzung folge.

Bis Montagmorgen (23.08.2021) hatte das Video knapp 1,6 Millionen Klicks auf Youtube. Zudem ist es derzeit ein großes Gesprächsthema in den sozialen Medien: So trendet auf Twitter der Hashtag #Rezo. Auf dem Kurznachrichtendienst gibt es überwiegend lobende Worte für Rezo.

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„Ich halte es zudem ebenfalls für überdenkenswert, dass ein 30 jähriger Youtuber zum Großteil das vor der Bundestagswahl übernimmt, wofür wir eigentlich Journalist*innen haben“, schrieb ein Nutzer. „Ich hatte bis eben keine Ahnung, wer #Rezo eigentlich ist, aber jetzt möchte ich ‚todeslost inkompetent‘ in meinen Sprachgebrauch aufnehmen“, kommentierte eine andere Userin. (tvd/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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