Karneval in Deutschland

Hunderttausende bei Rosenmontagszügen - Spott für Trump

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Trump-Motivwagen beim Rosenmontagszug in Düsseldorf.

Köln/Düsseldorf/Mainz - Die Rosenmontagszüge rollen wieder. Diesmal besonders im Visier des Narren-Spotts: US-Präsident Donald Trump. Auf den Straßen feiern Hunderttausende unter dem wachsamen Auge der Polizei.

Hunderttausende Narren haben sich am Montag von den Rosenmontagszügen in Köln, Düsseldorf und Mainz begeistern lassen. Die meistpersiflierte Person auf den Wagen war dieses Jahr Donald Trump. In Düsseldorf - bekannt für seine besonders frechen Satire-Wagen - missbrauchte der US-Präsident mit verzerrtem Gesicht und hochrotem Kopf die vor ihm knieende Freiheitsstatue. Auf einem anderen Wagen wurde er unter dem Titel „Blond ist das neue Braun“ neben der Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, und dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders gezeigt. Ebenfalls mit dabei: ein blondierter Adolf Hitler.

Der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly sagte im WDR-Hörfunk, da die Fehlentwicklungen in der internationalen Politik vor allem durch das Erstarken des Rechtspopulismus besonders dramatisch seien, müssten auch die Wagen besonders „gepfeffert“ ausfallen.

Längster Rosenmontagszug aller Zeiten in Mainz

Unter grauem Himmel feierten die bunt kostümierten Narren ausgelassen wie immer. In Mainz rollte um 11.11 Uhr der längste Rosenmontagszug der Geschichte an. Im Kölner Zug liefen und fuhren mehr als 10.000 Menschen mit und brachten 300 Tonnen Süßigkeiten unters Volk.

Die Zugstrecke wurde in Köln von 1700 Polizisten bewacht, in Düsseldorf und Mainz waren es rund 1000. Mehrere große Zufahrtsstraßen in Köln wurden von Wasserwerfern und anderen großen Polizeifahrzeugen blockiert. Wie in Düsseldorf und Mainz war auch die Kölner Innenstadt für Lastwagen gesperrt, aus Vorsorge gegen Terroranschläge wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. „Die ganzen Polizisten mit den Maschinenpistolen zu sehen, hat mich schockiert“, sagte die aus Karlsruhe stammende Elke (54) in Köln. „Aber die müssen das ja machen. Wir sind froh, dass wir die Polizei haben.“

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fuhr in Pappmaché nachgebildet mit. Düsseldorf zeigte ihn als Steinzeitmenschen mit Speer im Kampf gegen das ausgewachsene „Mammutti“, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auf einem bis zum Schluss geheim gehaltenen Wagen der Kölner malte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Welt, „wie sie ihm gefällt“: Aus einem grauen Gefängnis wird da eine Villa Kunterbunt.

dpa

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