Angst vor Coronavirus

Schweiz verbietet Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen

Volles Haus beim Genfer Autosalon im Jahr 2015. Die Schweiz untersagt alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen. Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa
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Volles Haus beim Genfer Autosalon im Jahr 2015. Die Schweiz untersagt alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen. Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Die Zahl der Coronavirus-Fälle geht auch in der Schweiz nach oben. Die Regierung verkündet deswegen drastische Maßnahmen.

Bern (dpa) - Wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen untersagt die Schweiz vorerst alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen. Das teilte Innenminister Alain Berset am Freitag mit.

«Wir wollen weitere Ansteckungen so gut es geht in Grenzen halten», sagte er. «Dieses Verbot tritt sofort in Kraft und gilt mindestens bis 15. März», präzisierte die Regierung in einer Mitteilung.

Dazu gehören unter anderem der Genfer Autosalon, der am 5. März starten sollte und zu dem jedes Jahr mehr als 600.000 Besucher kommen. Ebenso trifft es die Basler Fasnacht, die an diesem Montag beginnen sollte. Zur Zeit tagt auch in Genf der UN-Menschenrechtsrat, an dem normalerweise im Zeitraum von vier Wochen 10.000 Menschen teilnehmen, darunter etwa 4000 aus dem Ausland.

In der Schweiz seien bis Freitag 15 Menschen positiv auf das neue Virus Sars-CoV-2 getestet worden, sagte Berset. Mehr als 100 Menschen seien in Quarantäne. Infiziert war nach Informationen der lokalen Behörden bei Basel auch eine Frau, die in einer Kindertagesstätte arbeitete.

Die Regierung werde laufend informiert und stehe in ständigem Kontakt mit den Nachbarländern, sagte Berset. Die große Ausbreitung des Virus in den vergangenen Tagen in den Nachbarländern Deutschland und Italien sowie die ersten bestätigten Fälle in der Schweiz hätten zu einer neuen Lagebeurteilung geführt.

Bürogebäude mit mehr als 1000 Personen würden nicht geschlossen, sagte Berset. «Dort können sich die Personen frei bewegen und können die Hygienevorschriften umsetzen.» Die Kantone unterstützten die Maßnahmen der Bundesregierung, sagte Heidi Hanselmann, Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). Eine gemeinsame Linie für die ganze Schweiz sei sinnvoll, um koordiniert gegen das Virus vorzugehen.

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