Im Kanton Wallis in der Schweiz

Unglück in den Schweizer Alpen: Vier Deutsche sterben

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Rettungseinsatz in der Schweiz (Symbolbild): Vier Deutsche konnten nach einem Lawinenabgang nur noch tot geborgen werden. 

Schweres Lawinenunglück in der Schweiz: Vier Deutsche sind im Kanton Wallis ums Leben gekommen, als sie von einer Lawine überrascht wurden. Sie galten seit Freitagabend vermisst.

Update 16.24 Uhr: Nun kommen weitere Details zum Unglücksgeschehen ans Licht. Die Gruppe sei bei der Abfahrt durch eine enge Gebirgsrinne von der Lawine erfasst worden, erklärte Bergretter Reinhard Bittel, der an der Bergung beteiligt war. „Sie wurden quasi von hinten überrascht“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Tourengeher seien zwischen einem und vier Meter tief unter Schnee begraben worden.

In der Gegend habe die Lawinenwarnstufe am Freitag auf der fünfteiligen Gefahrenskala bei drei gelegen, sagte Hans Winterberger-Lohner, Betreiber der Finsteraarhornhütte, von der aus die Gruppe aufgebrochen war. „Das ist eigentlich nichts besonderes“, zitiert ihn die dpa. Auf dem Berg habe es etwas Wind und zeitweise Nebel gegeben, aber keine Wettersituation, die Lawinen begünstigt hätte.

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Bei Stufe drei seien Touren in diesem Gebiet bei entsprechender Erfahrung durchaus möglich, sagte auch Bittel, der selbst Bergführer ist. Üblicherweise herrsche in diesem Gebiet während drei Viertel der Wintersaison Warnstufe drei. 

Am Samstag ist ein Deutscher von einer Lawine in der Schweiz verschüttet worden. Sein Sohn versuchte ihn zu befreien. 

Lesen Sie auch: Tragisches Ende einer Skitour: Rund 15 Minuten unter dem Gipfel des Jägerkamp am Spitzingsee ist am Samstagmorgen ein Münchner zusammengebrochen. Jede Hilfe kam zu spät.

Video: 4 Tote bei schwerem Lawinenunglück

Unglück in den Schweizer Alpen: Vier Deutsche sterben

Kanton Wallis, Schweiz - Im Schweizer Kanton Wallis sind vier deutsche Skitourengänger bei einem Lawinenunglück ums Leben gekommen. Das teilte die Polizei Schweiz am Sonntag mit. 

Die vier Deutschen brachen am Freitag gegen 9 Uhr von der Finsteraarhornhütte über die Grünhornlücke mit Ziel Konkordia-Hütte auf. Als sie gegen Abend nicht bei der Konkordia-Hütte ankamen, habe der Hüttenwart die Kantonale Walliser Rettungsorganisation infrmiert.

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Lawinenunglück in der Schweiz: Verschüttet auf einer Höhe von mehr als 3000 Meter

Noch am selben Abend wurde ein Suchflug durchgeführt. Dabei wurden im fraglichen Gebiet mehrere Lawinen-Niedergänge festgestellt. Es konnten jedoch keine Hinweise auf den Verbleib der vier Tourengänger gefunden werden. 

Wegen schlechten Wetters konnte die Suche erst am Samstag um 13.30 Uhr wieder aufgenommen werden. Die vier Tourengänger seien dann am Samstagnachmittag zwischen der Grünhornlücke und der Konkordiahütte auf einer Höhe von 3110 Metern verschüttet unter Schneemassen gefunden worden. Sie konnten nur noch tot geborgen werden, wie die Polizei Schweiz mitteilte. 

Deutscher Alpenverein: Tourengänger waren Vereinsmitglieder in Düsseldorf

Die vier Tourengänger waren Mitglieder der Sektion Düsseldorf des Deutschen Alpenvereins (DAV). Das teilte ein Sprecher des Bergsportvereins am Sonntag mit. Die Skitourengeher seien nicht im Rahmen einer vom Alpenverein organisierten Tour unterwegs gewesen. Mindestens zwei der Opfer galten dem DAV-Sprecher zufolge als sehr erfahren.

Immer wieder kommt es bei Skitouren zu Lawinenunglücken. Erst vorigen Monat hat eine Lawine in den Ammergauer Alpen mehrere Menschen verschüttet. Auch im Allgäu wurde eine Lawine zur Todesfalle. Laut Deutschem Alpenverein ist der sogenannte „Lawinenairbag“ derzeit die einzige Lawinen-Notfallausrüstung, die das Risiko einer Verschüttung reduzieren kann – aber eine Garantie gibt es nicht. Die Hintergründe mit Experten-Interview und Video hier. 

Kein Dank erhielt die Bergwacht in Tannheim, Tirol. In den Tiroler Alpen hatte die zwei Deutsche, die sich verirrt haben, gerettet. Allerdings drohen die beiden Geretteten nun mit Klage - der Grund klingt wie ein Scherz.

Im Skigebiet Sölden in Tirol sind zwei Skifahrer ums Leben gekommen. Rettungskräfte konnten die beiden trotz ausgelöstem Airbag nur noch tot bergen.

Bei Lawinengefahr machte sich ein Tourist aus Bayern allein auf den Weg. Auf 1.600 Meter verlor er erst den Weg - und dann das Handynetz.

Auch ein Mann aus dem bayerischen Landkreis Weilheim-Schongau ist in Tirol unter Schneemassen begraben worden. Mit Lawinensuchhunden wurde nach ihm gesucht, berichtet Merkur.de*. Auch in Andermatt in der Schweiz ist eine Lawine auf eine Skipiste niedergegangen

Ein 20-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach war allein zum Schneeschuhwandern aufgebrochen. Dabei wurde er von einer Lawine verschüttet.* Doch ein Geistesblitz half ihm, dass er überlebte.

dpa/AFP/frs

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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