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Tote und Stromausfälle nach schwerem Taifun in Südkorea

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Von: Sandra Kathe

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Bei schweren Überschwemmungen nach einem Taifun sind in Südkorea mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende Menschen sind ohne Strom.

Seoul/Pohang – Beim bisher schwersten Taifun des Jahres sind in Südkorea viele Menschen verletzt und mindestens zehn getötet worden. Vor allem in den küstennahen Gebieten im Süden und Südosten des Landes kam es zu Sturmfluten und Überschwemmungen. Allein aus einer Tiefgarage in der Küstenstadt Pohang an der südöstlichen Küste sind sieben Menschen tot geborgen worden, die versucht hatten, ihre Autos in Sicherheit zu bringen. Drei weitere Todesopfer wurden bereits vorher gemeldet. Weitere galten bislang als vermisst.

Als Folge der Überschwemmung war es nach Korrespondentenberichten des US-Mediums Bloomberg auch zu mindestens einem Feuer in einer Stahlfabrik in Pohang gekommen. Große Sorge gab es um die Sicherheit von küstennahen Chemiefabriken und – vor dem Hintergrund der Katastrophe in Fukushima im Jahr 2011 – Atomkraftwerken. Wie die New York Times berichtet, sei es auch den getroffenen Sicherheitsvorkehrungen zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist.

Nach einem kurzen aber heftigen Taifun in Südkorea sind vor allem im Süden und Südosten des Landes viele Straßen beschädigt. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben.
Nach einem kurzen aber heftigen Taifun in Südkorea sind vor allem im Süden und Südosten des Landes viele Straßen beschädigt. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben. © Kim Yong-tai/dpa

Taifun „Hinnamnor“ in Südkorea: Fachleute rechnen mit Zunahme der Zerstörungskraft

Taifun „Hinnamnor“ liegt laut New York Times laut ersten Einschätzungen in einer Statistik auf der Rangliste der schwersten Stürme in Südkorea auf Rang 8. Zuletzt hatte Südkorea etwa 1997, 2002 und 2003 mit den Folgen noch heftigerer Unwetter zu kämpfen gehabt. Gerade im Sommer und Frühherbst seien Wirbelstürme auf der koreanischen Halbinsel keine Seltenheit. „Hinnamnor“ war laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur der elfte in diesem Jahr. Fachleute sagen voraus, dass die Anzahl der Stürme durch den Klimawandel wahrscheinlich nicht zunehmen wird, wohl aber ihre Zerstörungskraft.

Das bestätigten zuletzt auch Wissenschaftler im Gespräch mit dem Online-Nachrichtenportal Klimareporter.de. So berichtete der Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst von Simulationen, die auf einen Einfluss des Klimawandels hindeuten: „Wenn Wirbelstürme auftreten, dann nehmen sie möglicherweise an Heftigkeit zu.“ Klimaforscher Simon Wang von der Utah State University begründet die prognostizierte Entwicklung etwa mit der Erwärmung des Ozeans: „Wir wissen, dass sich der Indische Ozean erwärmt, und wir wissen, dass warmes Ozeanwasser die erste und vielleicht die wichtigste Zutat für die Entstehung tropischer Wirbelstürme ist.“

Schwerer Taifun in Südkorea: 90.000 Haushalte ohne Strom

In der Folge dieser Entwicklungen nehmen gerade in Asien die Vorkehrungen auf solche Extremwetterereignisse zu. Im Vorfeld des Taifuns, der nur wenige Stunden über Südkorea lag, waren in Südkorea Schulen geschlossen und Straßen gesperrt worden. Hunderte von Inlandsflügen wurden gestrichen, viele Fischerboote mussten in den Häfen bleiben, bis der Sturm vorübergezogen war. Auch darauf sei laut Angaben der Regierung zurückzuführen, dass Schlimmeres verhindert werden konnte.

Dennoch hatte vor allem der Süden und Südosten noch länger mit Problemen durch den Taifun zu kämpfen. So waren zeitweise rund 90.000 Haushalte ohne Strom. Zahlreiche Straßen wurden zerstört. (ska mit dpa)

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